Wegen der anhaltenden Trockenheit werden Brandenburgs Flüsse jetzt aufgefüllt. Aus der Talsperre Spremberg mussten bereits 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser in die Spree und andere Flüsse der Region geleitet, damit sie in Bewegung bleiben, wie Kurt Augustin, Leiter der Abteilung Wasserschutz, am Freitag in Potsdam sagte. Noch sei die Lage nicht dramatisch, aber wenn es weiter so bleibe, müsse man anders reagieren.

Flutung des Ostsees gestoppt

Konsequenzen hat das auch für den Cottbuser Ostsee. „Aufgrund der anhaltend trockenen Witterung und daraus resultierend niedrigen Spreeabflüssen muss die Flutung des Cottbuser Ostsees vorläufig gestoppt werden“, teilte die Leag am Freitagmittag mit. „Entsprechend der verbindlichen Bewirtschaftungsregelungen haben heute die sächsischen und brandenburgischen Wasserbehörden für alle Lausitzer Tagebauseen vorsorglich angeordnet, die Flutungen einzustellen.“

Schon 735 000 Kubikmeter drin

Der Flutungsstopp gelte für alle Tagebauseen bis sich die Lage wieder entspannt hat. In den Cottbuser Ostsee sind seit Flutungsbeginn am 12. April rund 735 000 Kubikmeter Spreewasser eingeleitet worden.

Kritik von grüner Seite

Alles nur Show. Das behauptet zumindest die Grüne Liga. „Die Leag hat ein absurdes Schauspiel um ihren Propaganda-See aufgeführt. Dass diese Flutung nicht lange laufen wird, war schon klar, bevor der Hahn aufgedreht wurde“, sagt Sprecher René Schuster. „Der See wird sich letztlich als Fehlplanung zu Lasten künftiger Generationen herausstellen“, so Schuster.

Ähnlich äußert sich die bergbaupolitische Sprecherin der bündnigrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky erklärt dazu: „Der Flutungsstopp war unvermeidlich. Schon vor dem Flutungsbeginn am 12.4. war klar, dass die Wasser-Reservoire auf Grund der Dürre vom letzten Jahr nicht ausreichend gefüllt sind; die große Trockenheit vom Beginn diesen Jahres hat die Lage zudem verschärft.“

Beim Betreiber sieht man das anders. „Die Leag hat in ihren Prognosen solche Phasen bereits ausreichend mit eingeplant, so dass sich am Flutungszeitraum von fünf bis sechs Jahren dadurch nichts ändert“, erklärt Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei der Leag.

Montag wird über weiteres Vorgehen beraten

Kommenden Montag trifft sich die Arbeitsgruppe Niedrigwasser des Landesamtes für Umwelt in Potsdam, um die Lage zu bewerten. Es soll unter anderem darum gehen, wie die Wasserzugaben gesteuert werden können.

Dramatischer sieht Augustin die Situation beim Grundwasser. Da könne man nichts steuern. „Grundwasser ist das wichtigste Gut für die Trinkwasserversorgung“, so der Experte. Es bilde sich im Herbst und Winter neu. Die Werte zeigten, dass die Grundwasserstände in den letzten dreißig Jahren stetig zurückgegangen seien. Da wissen wir noch nicht, wie wir dem entgegensteuern können.“

Ein Blick von oben auf den Flutungsbeginn am Cottbuser Ostsee am 12. April kurz nach 20 Uhr.

Bildergalerie Ein Blick von oben auf den Flutungsbeginn am Cottbuser Ostsee am 12. April kurz nach 20 Uhr.