Festival in Cottbus: Blue Moon lockt aus diesen Ländern Gäste in die Stadt

Das Blue Moon Festival auf dem Strombad-Gelände in Cottbus zieht knapp tausend Besucher an. Die kommen nicht nur aus Deutschland.
Jörg Kandziora- Blue Moon Festival findet vom 31. Juli bis 2. August im Strombad Cottbus statt.
- Nischenprofil Stoner/Doom-Rock – klare Handschrift statt Masse, vierte Auflage ausverkauft zuvor.
- Rund 70 % der Gäste reisen von außerhalb an, auch aus USA, Skandinavien und Nachbarländern.
- Veranstalter setzt auf Innenstadt: lokale Betriebe profitieren, Early-Bird-Tickets schnell weg.
- Headliner sind Fu Manchu; weitere Acts: Wolves in the Throne Room, 1000 Mods, Green Milk.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bald sind wieder lautstark schleppende Grooves und verzerrte Gitarren im Zentrum von Cottbus zu hören, wenn vom 31. Juli bis 2. August 2026 wieder das Blue Moon Festival im Strombad stattfindet. Während viele Festivals auf Masse setzen, behauptet sich das Stoner- und Doom-Rock-Event mit einer klaren musikalischen Handschrift und zeigt die Kraft der Nische.
Logistisch wäre es für David Kopsch, der das Festival mit seinem Team organisiert, vielleicht einfacher und günstiger, wenn er es irgendwo auf einer Wiese im Spree-Neiße-Kreis veranstalten würde.
Doch es soll bewusst hier in der Stadt stattfinden. Die dreitägigen Open-Air-Konzerte bringen Gäste und Aufmerksamkeit nach Cottbus. „Deswegen mache ich das bewusst hier“, erklärt David. Kultur solle nicht nach außen gedrängt werden.
Blue-Moon-Gäste kommen nicht nur aus Deutschland
„Die Cottbuser sollen das auch hören und das Blue Moon mitbekommen“, sagt der 40-Jährige auf die Lautstärke angesprochen. „Aber wir übertreiben ja nicht“, relativiert er.
Mittlerweile ist es die vierte Auflage des Festivals, das sich einem Rock-Subgenre widmet und in den vergangenen Jahren nach Angaben des Veranstalters immer ausverkauft war. Inzwischen zieht es nicht nur Gäste aus Berlin und Brandenburg an. „Alle Bundesländer sind vertreten, das finde ich cool“, sagt David. Um die 70 Prozent der Gäste kommen nicht aus Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis. Mit vielen Besuchern aus dem Hamburger Raum und Schleswig-Holstein gibt es eine Tendenz nach Norden. Relativ viele Tickets gingen auch nach München und Augsburg.

David Kopsch(l.) organisiert nicht nur das Blue Moon Festival, er betreibt auch den Getränke Hoffmann-Standort in der August-Bebel-Straße. Zusammen mit Willi Heinrich (r.) steckt er auch hinter dem Bier „Cottbuser Molle“. Er ist auch für den Betrieb des SUP- und Kajak-Verleihs an der Spree beim Planetarium verantwortlich.
Mariya DruzyakaAuch international findet das Blue Moon Beachtung. „Wir haben Leute aus Amerika, aus Norwegen, Schweden und aus Anrainerstaaten wie Polen, Dänemark, die Niederlande, Belgien und Tschechien“, freut sich David.
Die günstigeren Early-Bird-Tickets – die es schon vor der Bekanntgabe des Line-ups gibt – sind schnell vergriffen. „Weil die Leute wissen: Die machen schon etwas Gutes, die Location gefällt uns, wir haben Bock, nach Cottbus zu fahren für ein Wochenende“, ist sich David sicher.
Blue Moon Festival in Cottbus: Ein Imagegewinn für die Stadt?
Er weiß von Gästen, die das Festival auch als Gelegenheit genutzt haben, um in den Spreewald oder die Lieberoser Heide zu fahren. Eine Gruppe Norweger war während einem Blue Moon auch mal bei einem Energie-Cottbus-Spiel.
Das Stoner-Rock-Event scheint ein Imagegewinn für Cottbus und die Region zu sein. „Von den Leuten, die mich in der Stadt ansprechen, merke ich, wie glücklich sie das macht“, sagt David. „Das macht mich dann auch glücklich – egal, ob ich daran groß Geld verdiene oder nicht.“
Blue Moon Festival und die regionale Wertschöpfung
Ein weiterer Grund, warum das vergleichsweise kleine Festival in der Stadt stattfindet: „Ich will, dass die Leute auf den Altmarkt gehen; ich will, dass sie sich hier früh beim Bäcker ihr Brötchen und ihren Kaffee holen.“ Cottbus solle auch Geld mit dem Blue Moon verdienen. „Deswegen lege ich Wert darauf, so nah wie möglich mit lokalen Gewerken zusammenzuarbeiten.“
Regionale Wertschöpfung ist David wichtig. Doch er gibt auch zu, dass er nicht immer passende Partner vor Ort findet.
Musikgenres bringen Cottbuser Festival in Erklärungsnot
Gerade weil das Festival so nischig ist, bringt es David manchmal in Erklärungsnot. Nichteingeweihten müssen die Genres zunächst erklärt werden. „Ich sage immer: Musikalisch ist das irgendwo zwischen Black Sabbath und Nirvana anzusiedeln.“ Mit den beiden großen Bands können die meisten etwas anfangen.
Es gibt nur wenige vergleichbare Festivals, die diese Subgenres bedienen. Beim Hellfest in Frankreich gibt es ein 10.000er Zelt, bei dem Stoner und Doom gespielt wird. In Deutschland pilgern Fans dieser Genres zum Freak Valley nach Nordrhein-Westfalen, zum Stone from the Underground nach Erfurt und zum Desertfest nach Berlin.
Wie geht es weiter für das Blue Moon Festival in Cottbus?
2024 war das Blue Moon Stadtgespräch. Für Festivalwerbung hatte in dem Jahr ausgerechnet ein Rückschlag gesorgt. Ein Dieb klaute damals die Kasse mit den Eintrittsgeldern. Aber auch von Cottbusern, die nicht mehr so in der Szene drin sind, wird David in seinem Getränkemarkt in der August-Bebel-Straße angesprochen. „Die finden das Festival interessant und gehen jetzt teilweise wieder regelmäßig zu Konzerten.“
Wo geht die Reise für das Blue Moon hin? „Eigentlich sind wir zufrieden mit der ganzen Location, das passt alles“, sagt David. Größer solle das Festival perspektivisch nicht werden. Der Wunsch, die Band Wolfmother nach Cottbus zu holen, hat sich vor zwei Jahren erfüllt.
Ein paar Neuerungen gibt es trotzdem in diesem Jahr. David kündigt einen Craft-Beer-Stand für die vierte Auflage des Events an. Auch soll die kleine Bühne ein bisschen größer und professioneller werden. „Ansonsten haben alle Bands vorher noch nicht in Cottbus gespielt; beim Festival gibt es also keine Wiederholung“, versichert David.
Diese Bands spielen auf dem Blue Moon Festival in Cottbus
Headliner dieses Jahr sind die Desert-Rock-Urgesteine Fu Manchu aus Kalifornien. Auf dem Line-up stehen unter anderem noch Wolfes in the Throne Room, 1000 Mods und Green Milk from Planet Orange.
Noch ist das Festival nicht ausverkauft. Ein Wochenend-Pass kostet 129 Euro, Tagestickets gibt es ab 49 Euro. Die Tickets sind 10 Euro teurer im Vergleich zum Vorjahr.
Alle Informationen zum Festival gibt es auf www.bluemoonfestival.de.





