Familie in Cottbus
: Damit Egon (10) mobil bleibt, ist diese Hilfe nötig

Für Egon aus Cottbus bedeutet Mobilität mehr, als von A nach B zu kommen: Sie ist Voraussetzung für Therapien, Bewegung und kleine Ausflüge. Doch ein geeignetes Fahrzeug ist kaum bezahlbar. Eine Cottbuserin will helfen.
Von
Mariya Druzyaka
Cottbus
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bb

Eine Cottbuser Mutter wünscht sich für ihren Sohn mehr Mobilität und Unabhängigkeit. Josefin Mühl (l.) möchte ihrer Tante (r.) und ihrem Cousin (Mitte) helfen und hat eine Idee. Mit einigen Reaktionen hat sie nicht gerechnet.

Mariya Druzyaka
  • Cottbuser Mutter benötigt rollstuhlgerechtes Auto, um Alltag und Therapien zu schaffen.
  • Sohn Egon, 10 Jahre alt und 43 Kilo, ist auf Hilfe beim Ein- und Aussteigen angewiesen.
  • Umbau und Fahrzeug kosten rund 50.000 Euro, Förderanträge reichen laut Familie nicht.
  • Nichte startet Spendenaktion auf gofundme.de: Ziel 12.000 Euro, bisher 5.794 Euro.
  • Mobilität ermöglicht Therapie, Ausflüge und Spezialfahrrad – der Großvater hilft oft beim Transport.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Kind ins Auto zu setzen, ist für viele Eltern eine gewöhnliche Handlung von wenigen Sekunden. Für Susan Remahne ist es jeden Tag ein Kraftakt, der sie an ihre Grenzen bringt. Ihr Sohn Egon ist inzwischen zehn Jahre alt und wiegt 43 Kilo. Um ins Auto und von dort wieder zurück in seinen Rollstuhl zu gelangen, ist er ganz auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen.

Susan Remahne hebt bisher Egon mit eigener Kraft und mit der Schwenksitzfunktion am Auto. Weil Egon wächst und schwerer wird, ist es gar nicht mehr so einfach. Damit Therapien, Ausflüge und selbst einfache Wege nicht zur körperlichen Belastungsprobe für die alleinerziehende Mutter werden, hofft die Familie aus Cottbus jetzt auf eine kleine Unterstützung.

Ein größeres Auto mit Rampe und ausreichend Platz für den Rollstuhl wäre eine Lösung. Egon könnte dann direkt mit dem Rollstuhl ins Fahrzeug gefahren werden – oder auch mit seinem Spezialfahrrad, mit dem er gern fährt und ein Stück Selbstständigkeit gewinnt.

So will diese Cottbuserin ihrer Tante und ihrem Cousin helfen

Das Problem: Ein geeignetes Auto inklusive Umbau kostet schnell 50.000 Euro oder mehr. Für die Mutter, die im Pflegebereich arbeitet, ist so eine Summe nicht mal eben aufzubringen. Zwar habe die Familie Förderanträge gestellt, doch auch das reiche bei weitem nicht aus, sagt Susan Remahne.

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Deshalb will Josefin Mühl ihrer Tante Susan und ihrem Cousin Egon unter die Arme greifen. Sie hat über gofundme.de eine Spendenkampagne gestartet – in der Hoffnung, zumindest ein Drittel der Summe zusammenzubekommen. Und tatsächlich bewegt sich etwas.

„Wir sind jetzt bei 5794 Euro. Das rührt uns wirklich sehr, wie viele Menschen gespendet haben. Selbst eine Bekannte, die noch zur Schule geht und kein eigenes Geld verdient, hat fünf Euro gegeben“, sagt Mühl sichtlich bewegt. Allerdings stockt die Aktion derzeit. 12.000 Euro sind als Ziel angesetzt. Der Spendenaufruf ist daher keine Komplettlösung, sondern der Versuch, zumindest einen Teil der finanziellen Last abzufedern.

Mobilität in Cottbus: Unabhängig sein hat seinen Preis

Im Gespräch mit der Familie wird schnell deutlich: Ein passendes Fahrzeug wäre hier kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für Teilhabe am regulären Alltag und für Mobilität. „Es wäre schön, nicht nur vor der Haustür unterwegs zu sein“, sagt Susan Remahne. Ihr Sohn Egon ist gern mit seinem Spezialfahrrad unterwegs, mit dem er sich eigenständig fortbewegen kann. Für Ausflüge muss jedoch oft der Großvater mit Auto und Anhänger einspringen, damit das Rad überhaupt transportiert werden kann.

„Letztens wollten wir einfach in den Tierpark, damit Egon sich dort mit seinem Fahrrad alles anschauen kann. Das schafft er. Aber zusätzlich noch den Weg zum Tierpark und wieder zurück – das ist von der Kondition her einfach zu viel.“

Das Auto ist jedoch nicht nur für Freizeit und Erledigungen wichtig, sondern auch für Egons gesundheitliche Entwicklung. „Er hat eine Medikamentenpumpe bekommen, die seine Muskeln entlasten und Fortschritte beim Stehen oder Gehen unterstützen soll. Damit diese Chancen überhaupt genutzt werden können, braucht es regelmäßige Bewegung, Physiotherapie, Training und Aktivitäten wie das Fahrradfahren“, erklärt die Mutter. All diese Termine und Maßnahmen setzen voraus, dass die Familie verlässlich mobil ist.

Ist Cottbus eine angenehme Stadt zum Leben mit Rolli?

Grundsätzlich fühlt sich Susan Remahne mit ihrem Sohn in Cottbus wohl. Die Stadt erlebt sie als angenehm für Rollstuhlfahrer. Hier lebt die kleine Familie gern.

„So nach dem Motto: Er hat jetzt kein Recht, hier zu sein, nur weil er im Rollstuhl sitzt“
Susan Remahne
Mutter von Egon

Und doch gibt es immer wieder Momente, die sie treffen. Vor allem auf Stadtfesten oder in dichten Menschenmengen stört sie, wie Egon manchmal angeschaut wird.

„So nach dem Motto: Er hat jetzt kein Recht, hier zu sein, nur weil er im Rollstuhl sitzt“, sagt Remahne. Solche Blicke ärgern sie. Auch, weil sie ihren Sohn ganz anders erlebt: als aufgeweckten, humorvollen Jungen, der mitten in der Pubertät steckt. Hinter der Hilfsbedürftigkeit steckt eben vor allem ein lebendiger Jugendlicher – einer, der viel wahrnimmt, Spaß hat und seinen eigenen Kopf hat. Doch genau das sehen manche auf den ersten Blick nicht.

„Einfach mal unabhängig sein und Sachen machen können, die Freude machen“, wünscht sich Susan Remahne und schaut zu Egon. Er lächelt zurück und nickt zustimmend.