Wer sich am vergangenen Wochenende im Schneegestöber zum Bahnhof in Cottbus aufgemacht hat, um den neuen Mireo-Zug auf der Strecke nach Leipzig zu testen, wird nicht immer zufrieden gewesen sein. Denn zu Beginn gab es einige Probleme.
In Cottbus wirkt es so noch so, als würde eine der ersten Mireo-Fahrten am Sonntag, dem 11. Dezember, mit Abfahrt um 09.03 Uhr auf der Strecke des RE10 nach Leipzig planmäßig verlaufen. Doch der Schein trügt. Ab Falkenberg (Elster) geht erstmal nichts mehr.
Dort steht der Zug in der Folge knapp 35 Minuten. Ein „technischer Defekt“ sei das Problem, erklärt das Zugpersonal per Durchsage. Der sehr gut gefüllte Zug – viele der Reisenden haben den Weihnachtsmarkt in Leipzig als Ziel auserkoren – reagiert entspannt.

Probleme beim RE10 in Falkenberg (Elster)

Falkenberg (Elster) ist mit dem Fahrplanwechsel zu einem noch wichtigeren Knoten für die Verbindung Leipzig - Cottbus - Frankfurt (Oder) geworden. Dort werden die beiden Zugteile des RE11 (Leipzig - Hoyerswerda) und RE (Leipzig - Cottbus - Guben - Frankfurt (Oder)) getrennt beziehungsweise verbunden.
Testfahrt im neuen Mireo zwischen Leipzig und Cottbus

Bildergalerie Testfahrt im neuen Mireo zwischen Leipzig und Cottbus

Dieses „Flügelzug“-Konzept kommt mit dem RE10/RE11 erstmalig in der Lausitz zum Einsatz. Und es bereitet Probleme. „An einzelnen Mireo-Zügen gibt es noch technische Schwierigkeiten beim Kuppeln“, sagt ein Bahnsprecher auf Nachfrage von LR.de. „Wir haben jedoch ausreichend Ersatzfahrzeuge, die wir vorübergehend alternativ einsetzen können.“
In den Folgetagen gibt es erneut teils längere, für die Strecke sehr ungewöhnliche Verspätungsprobleme.

RE10-Fahrt endet vorzeitig in Eilenburg

Auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) weist in einer Stellungnahme zum Fahrplanwechsel auf Verspätungen durch das „Kuppeln und Flügeln“ der entsprechenden Linien hin. Insgesamt zieht der VBB jedoch ein positives Fazit: „Der Fahrplanwechsel zum 11. Dezember ist in Berlin und Brandenburg nach Einschätzung des VBB insgesamt gut verlaufen.“
Die Fahrgäste des RE10/RE11 am Sonntagmorgen dürften das persönlich anders einordnen. Wegen der hohen Verspätung fahre der Zug jetzt nur bis Eilenburg, so die Ankündigung im Zug. "Fahrgäste, die bis nach Leipzig wollen, nehmen den nachfolgenden Takt." Und statt bereits auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein zu trinken, müssen die Fahrgäste an diesem Vormittag erstmal in Eilenburg auf die S-Bahn in die Messestadt warten.