Die Personalnot in Lausitzer Rathäusern legt ganze Ämter lahm. Im Amt Burg im Spreewald (Spree-Neiße) ist das Bauamt fast leergefegt. Dem Lübbener Bauamt (Dahme-Spreewald) laufen die Mitarbeiter davon. In Sonnewalde (Elbe-Elster) verabschiedet sich der Bau-Chef in das Kreishaus Oberspreewald-Lausitz. Auch im Altdöberner Rathaus wird die Luft dünn in der Bauamtsstube. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Im Amt Altdöbern beklagt die größte Gemeinde, Altdöbern, inzwischen offen die mangelnde Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Peter Winzer (SPD), der ehrenamtliche Bürgermeister, schätzt ein: Das kleine Verwaltungsteam hat immer weniger spezialisierte Mitarbeiter. „Die immer komplexeren Aufgaben sind so kaum noch realisierbar“, erklärt er. Für den Vorstoß, für die Gemeinde Altdöbern den Anschluss an eine stärkere Verwaltungseinheit – die benachbarte Stadt Großräschen – anzustreben, erntet er Unmut aus den kleineren amtsangehörigen Gemeinden. Denn die müssten sich beim befürchteten Zerfall des Amtes Altdöbern neu orientieren und damit wahrscheinlich die kommunale Eigenständigkeit aufgeben.  

Helmut Wenzel (parteilos), Bürgermeister der Stadt Lübbenau und Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses im Städte- und Gemeindebund Brandenburg, bestätigt das massive Fachkräfteproblem „vor allem in kleinen Verwaltungen“. Experten für Informationstechnik und Fachingenieure für Hoch- und Tiefbau fehlten. Und der Leidensdruck steige.

Denn die kommunalen Kassen und die Fördertöpfe von Land und Bund seien gut gefüllt, die Kapazitäten bei externen Planern und Prüfbüros erschöpft – und immer mehr Bauverwaltungen überfordert. Zu lösen sei das Problem nur in guter interkommunaler Zusammenarbeit.