Essen für Kinder
: So geht moderne Küche in Kita und Schule

Die Qualität von Essen in Kita und Schule ist oft umstritten. Im Foodie-Podcast gibt „Kantine Zukunft“ Tipps, wie Großküchen lecker und preiswert kochen.
Von
Elisabeth Voigt,
Sandra Ketterer
Frankfurt (Oder)
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Wie funktioniert es, gutes Essen, wie dieses Naan Brot, in Kantinen zu machen?

„Grundsätzlich dürfen Kinder erstmal alles ablehnen“, sagt Küchentrainer Karsten Schwarzenberg vom Projekt „Kantine Zukunft“ in Berlin. Im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ gibt er Tipps, wie Kinder in Schulen und Kitas für Gerichte begeistert werden können, die sie nicht kennen.

Ina Niehoff
  • Projekt „Kantine Zukunft“ zeigt, wie Kitas und Schulen lecker und preiswert kochen.
  • Küchentrainer empfiehlt Kräuter ins Gericht zu integrieren, etwa als Pesto mit Vollkornnudeln.
  • Ziel ist frischere, gesündere Kost bei gleichbleibendem Budget von etwa 4 bis 5 Euro pro Portion.
  • Beispiel Eberswalde: Dinkel-Risotto mit Mangold und Zucchinisalat überzeugte die Schulküche.
  • SFBB in Potsdam stellte um – weg von Convenience, mehr Bio und selbst gekocht, Team motivierter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Karsten Schwarzenberg und Dinah Hoffmann freuen sich hörbar, ihr Thema zu erklären. Sprechen von Petersilienpesto, neu inszenierten Hülsenfrüchten und der Frage, ob ein Hauptgericht immer aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse bestehen muss. Wie das Interesse von Kindern am Essen schon geweckt werden kann, wenn es morgens in der Kita lecker duftet. Was die beste Freundin oder der beste Freund beim Mittagessen unbewusst positiv beeinflussen können.

Hoffmann ist Projektleiterin von „Kantine Zukunft“, einer Initiative aus Berlin, die mit Köchinnen und Köche in Großküchen Kantinenessen umgestaltet. Schwarzenberg ist selbst Koch und als Küchentrainer des Projektes in den Großküchen im Einsatz.

Im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ erzählen sie, wie Küchen auf frischere und gesündere Kost umstellen können – bei gleichbleibendem Budget. Der Podcast von Märkischer Oderzeitung und Lausitzer Rundschau erscheint alle zwei Wochen, immer donnerstags, auf allen gängigen Podcastplattformen.

Kochen anders denken – warum Kräuter keine Dekoration sind

An den viel beschworenen Kosten liege es meist gar nicht, wenn Schulessen einfallslos oder zu wenig nährstoffreich ist, sagt Karsten Schwarzenberg, Kochtrainer für die Gemeinschaftsverpflegung. Mit dem Preis für Schulessen, der in Berlin und Brandenburg bei 4 bis 5 Euro pro Portion liege, könne man arbeiten.

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Karsten Schwarzenberg ist Koch und Küchentrainer bei "Kantine Zukunft", Dinah Schwarzenberg Projektleiterin.

Etwa die Hälfte der rund 250.000 Brandenburger Schülerinnen und Schüler nutzt das tägliche Mittagessen in den Schulen. Karsten Schwarzenberg hat für „Kantine Zukunft“ auch in einigen Großküchen in Brandenburg gearbeitet. Dinah Hoffmann leitet das Projekt.

Kantine Zukunft/ Montage: sak

„Wir unterstützen die Küchenteams dabei, Gewohnheiten zu hinterfragen“, sagt Dinah Hoffmann. Ein Caterer, der auf das traditionelle Grün auf einer Suppe verzichtet? „Es kann ja sein, dass der Caterer die Erfahrung gemacht hat, dass in diesen Schulen, die er beliefert, Kinder sind, die das Essen nicht anrühren würden, wenn da Schnittlauch oder Petersilie im Groben drübergestreut ist“, sagt Hoffmann. Dann sei die Dekoration der falsche Weg.

Wenn aber nun Kräuter stärker ins Essen eingearbeitet werden sollen, sei die Frage, ob es nicht anders gehe. „Vielleicht entscheide ich mich dazu, ein leckeres Pesto zu machen und das mit Vollkornnudeln anzubieten“, sagt Schwarzenberg. Wenn es nicht gleich beim ersten Mal funktioniert? „Dann ruhig mutig sein und es immer wieder anbieten.“

Konzept der Kantine im Test – was passiert in der Küche?

In der „Freien Montessori-Schule Barnim“ in Eberswalde, die Podcast-Host Elisabeth Voigt – Foodreporterin der MOZ – besuchte, musste Schwarzenberg bei seinem Einsatz im Sommer 2024 nicht viel Überzeugungsarbeit leisten. Die Gerichte, die er vorschlug, empfanden die beiden Köchinnen der Schulküche als wertvolle Anregung. Einmal gab es zum Beispiel Dinkel-Risotto mit Parmesan und Frischkäse, dazu gedünsteten frischen Mangold und einen Zucchinisalat.

Karsten Schwarzenberg, Küchentrainer des Projekts Kantine Zukunft Brandenburg, zeigt den beiden Köchinnen der Schule in Eberswalde, Michaela Pogutke und Silvia Holzhausen, neue Rezepte.

Karsten Schwarzenberg, Küchentrainer des Projekts „Kantine Zukunft“, kochte mit den beiden Köchinnen der „Freien Montessori-Schule Barnim“ in Eberswalde, Michaela Pogutke und Silvia Holzhausen, neue Rezepte.

Elisabeth Voigt

Genauso kann es auch in Kantinen gehen, die Erwachsene versorgen. Das Küchenteam des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts (SFBB) im Jagdschloss Glienicke in Potsdam stellte im Sommer 2026 seine Küche ebenfalls mithilfe der „Kantine Zukunft“ erfolgreich um. Die Richtung ging „weg von Convenience, mehr zu selbst gekochtem Essen, saisonal und frisch“, so Schwarzenberg. „Der Bio-Anteil der Lebensmittel stieg dabei von zwei Prozent auf über 70 Prozent.“

„Handwerk wird in unserer Küche jetzt wieder großgeschrieben“, erklärte Kristin Schreiber, Hauswirtschaftsleiterin des SFBB, bei einem Pressetermin. „Wir nutzen sehr wenig vorverarbeitete Lebensmittel, und machen viel selbst.“ Das wirke sich positiv auf die Stimmung im Team aus, die dadurch wieder mehr Spaß an der Arbeit hätten, sagt sie. Bei all dem – und gerade deswegen – sei es möglich, im vorgeschriebenen Budget zu bleiben, denn vorverarbeitete Lebensmittel sind teuer.