(mih) .Gunter Demnig hat am Samstag in Cottbus sieben neue Stolpersteine verlegt. Die Steine vor dem Haus in der Bahnhofstraße 75 erinnern an das Schicksal der Familie Goldstein. Richard Goldstein, Erbe eines alteingesessenen Cottbuser Speditionsunternehmens, flüchtete mit seiner Frau 1940 nach Bratislawa, um von dort mit dem Raddampfer „Pentcha“ nach Palästina zu emigrieren. Der Raddampfer sank in der Nähe der Insel Rhodos, und die Schiffbrüchigen kamen in ein italienisches Internierungslager. Richard Goldstein starb im Januar 1943 im Lager Ferramonti di Tarsia. Seine Frau Else konnte schließlich 1944 nach Palästina emigrieren.

Vor dem Haus in der Lausitzer Straße 19 wurde der Stolperstein für Flora Tischler verlegt. Die Nationalsozialisten hatten sie im Jahr 1942 ins Ghetto Warschau deportiert..

Vier Stolpersteine vor dem Gebäude in der Bautzener Straße 100 erinnern an Familie Czerner. Anna Czerner wurde mit zweien ihrer Kinder im Oktober 1938 an die Grenze nach Bentschen/Zbaszyn abgeschoben. Von dort gelangte die Familie schließlich nach Lemberg. Sie kam im dortigen Ghetto um. Sohn Rudi war bereits im Jahr 1936 nach Palästina geflüchtet. Er wurde Mitglied der Palmach und kam im Jahr 1941 bei einer der ersten Aktionen dieser Organisation ums Leben..

Die Stolpersteine sind eine Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Sie werden vor dem letzten freiwilligen Wohnort der Opfer verlegt.