Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom verzeichnet zahlreiche Schäden am Stromnetz in der Region Kolkwitz, Drebkau und Krauschwitz. Unsachgemäße Tiefbauarbeiten im Zuge des Glasfaserausbaus sind als Ursache ausgemacht. Das sagt Unternehmenssprecher David Köster. 17 Fälle seien es nun schon. Regelmäßig habe das auch Stromausfälle für Haushalte und Unternehmen zur Folge. Betroffen sind die Orte Kolkwitz, Eichow, Schleife, Weißkeißel, Schorbus, Krauschwitz, Limberg, Jehserig, Greifenhain, Dahlitz und Kunersdorf.
Verursacher sind bauausführende Firmen bei der Erschließung der Ort mit Glasfaserkabel beim Durchörtern in unmittelbarer Nähe von Nieder- und Mittelspannungskabeln. Dabei werde unter der Erde Platz für Glasfaserrohre geschaffen. „Der notwendige Mindestabstand zu den elektrischen Kabelanlagen wird in dem Zuge von den bauausführenden Firmen leider nicht eingehalten. Mitnetz Strom hat mehrfach darauf hingewiesen. Unsachgemäßes Arbeiten im unmittelbaren Bereich von Kabeln stellen eine große Gefährdung, insbesondere für die Bauausführenden, dar. Schwerste, unter Umständen tödliche Verletzungen durch einen elektrischen Schlag, können die Folge sein“, sagt der Sprecher. Die Arbeitsweise sei nicht zulässig. „Wir möchten Folgeschäden und Stromausfälle vermeiden“, sagt Maik Rudolf, Leiter Betrieb Mittel- und Niederspannungsnetz bei Mitnetz Strom.
Spätere Störungen wegen Beschädigungen der Außenisolation der Kabel können auch zu späteren Zeitpunkten, noch Jahre später, auftreten. Das verursache hohe Reparaturkosten – auch an kommunalen Wegen und Straßen.

Welzow/Proschim

Viele Störungen im Mittelspannungsnetz durch Bauschäden

Immer häufiger führen öffentliche und private Bauvorhaben zu Beschädigungen am Stromnetz in der Region, weist das Unternehmen hin. Im gesamten Netzgebiet wurden demnach im Jahr 2021 rund zehn Prozent der Störungen im Mittelspannungsnetz und rund 25 Prozent der Störungen im Niederspannungsnetz durch bauliche Eingriffe Dritter verursacht. Bagger- und Tiefbauarbeiten seien im unterirdischen Kabelnetz die Hauptursache für Beschädigungen. Für die angeschlossenen Kunden ergäben sich daraus häufig Stromausfälle und für den Netzbetreiber kosten-, personal- und zeitaufwendige Reparaturen.
Der Netzbetreiber weist darauf hin, dass er bei auftretenden Beschädigungen umgehend zu informieren sei. Nur er sei in der Lage, eine sofortige, fachgerechte Reparatur vorzunehmen und damit mögliche Folgekosten durch Schadensersatzforderungen und Haftung für Versorgungsausfälle – auch für den Verursacher – gering zu halten. Auch kleinste Beschädigungen an den Kabelanlagen seien anzuzeigen, da sie sich eventuell später zu einem größeren Fehler entwickeln können. Nur der Netzbetreiber könne das Ausmaß vor Ort einschätzen und über die weitere Vorgehensweise entscheiden.
Mitnetz Strom weist zudem erneut darauf hin, dass bei jeglichen Tiefbauarbeiten vorab zwingend eine Plan- und Schachtscheinauskunft des Netzbetreibers einzuholen sei, um Gefahren für Leib und Leben, Beschädigungen des Stromnetzes und Stromausfällen vorzubeugen.

Welzow

Größter regionaler Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (Mitznetz Strom) mit Sitz in Kabelsketal ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Envia Mitteldeutsche Energie AG (EnviaM). Als größter regionaler Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland ist Mitnetz Strom unter anderem für die Planung, den Betrieb und die Vermarktung des EnviaM-Stromnetzes verantwortlich. Das betreute Stromverteilnetz hat eine Länge von rund 74.000 Kilometern und erstreckt sich über Teile Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens.