Energie Cottbus
: Jetzt startet Herzstudie mit FCE-Fans

Die Medizinische Universität Lausitz untersucht in Cottbus, wie Heimspiele des FC Energie das Herz beeinflussen. Zu den nächsten Partien werden die Fans verkabelt.
Von
Jan Siegel
Cottbus
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Zuschauer im LeagEnergie-Stadion in Cottbus

Zuschauer im Leag-Energie-Stadion in Cottbus jubeln ihrer Mannschaft zu. Wie sich die Spannung beim Spiel auf die Herzgesundheit der Fans auswirkt, soll jetzt wissenschaftlich untersucht werden.

Steve Seiffert/MUL-CT
  • Studie „LAOLA_Cottbus“ untersucht Herzbelastung bei FCE-Heimspielen in Cottbus
  • Pro Spiel 100 Fans über 40 mit Langzeit-EKG und Blutdruckmessern
  • Messungen bei Heimspielen am 21.3. (SSV Ulm), 7.4. (1860) und 19.4. (RWE)
  • Ziel: Herzaktivität, Risiken wie Hypertonie und Arrhythmien besser verstehen
  • Freiwillige erhalten App-Angebot; Nachverfolgung über sechs Monate geplant

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fußball – das bedeutet oft Emotionen pur. Aber was passiert eigentlich mit unserem Herz, wenn die Spannung im Stadion immer mehr steigt? Das will die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) jetzt genauer herausfinden.

Im Rahmen einer neuen Kardiologie-Studie mit der Bezeichnung „LAOLACottbus“ sollen bei drei Heimspielen des FC Energie Cottbus pro Spiel 100 Fans, im Alter über 40 Jahren im Stadion mit EKG-Geräten und Blutdruckmessern verkabelt werden.

Ziel ist es, die Herzaktivität und mögliche Risiken während des Spiels besser zu verstehen.

Diese Idee steckt hinter der einmaligen Kardio-Studie in Cottbus

Die Idee ist simpel, aber innovativ: Freiwillige Fans werden vor dem Anpfiff mit einem Langzeit-EKG ausgestattet, das dann insgesamt 24 Stunden lang ihre Herzrhythmen aufzeichnet.  „Wir wollen wissen, wie das Herz auf die emotionalen Hochs und Tiefs reagiert“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Dirk Große Meininghaus von der Universitätsklinik in Cottbus. Besonders bei den Fans über 40, die oft bereits Risikofaktoren aufweisen, könnten die Ergebnisse sehr aufschlussreich sein.

Die Forscher hoffen, durch die Daten eine bessere Einschätzung des Herzinfarktrisikos bei Stadionbesuchen zu erhalten. Dabei geht es nicht nur um akute Risiken, sondern auch um langfristige Gesundheitsfragen.

Nach den Messungen werden die Teilnehmer ein App-basiertes Gesundheitsangebot erhalten, und die Wissenschaftler möchten über sechs Monate nach der Messung verfolgen, ob sich das Bewusstsein für die eigene Herzgesundheit verändert.

Wann die Messungen in Cottbus durchgeführt werden

Die kardiologischen Untersuchungen sollen bei drei hoch spannenden Heimspielen des FC Energie durchgeführt werden. Denn ein Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga ist noch immer greifbar nah. Verkabelt werden sollen 100 Fans bei den Heimspielen am 21. März gegen den SSV Ulm, am 7. April gegen 1860 München und am 19. April gegen Rot-Weiß Essen. Dann soll die Belastung im Stadion live erfasst und die Daten ausgewertet werden.

„Viele Fans sind sich der Risiken im Stadion nicht bewusst“, sagt der erfahrene Kardiologe Dirk Große Meininghaus. Das Projekt soll Aufklärung schaffen und langfristig präventive Maßnahmen ermöglichen. Für die Studie ist die Teilnahme freiwillig, und es werde niemand verurteilt – ganz im Gegenteil: Die Forscher setzen bei der bemerkenswerten Untersuchung auf den freiwilligen Einsatz der Fans.

Die Untersuchung ist Teil einer Pilotphase, die später bundesweit ausgeweitet werden soll. Für die Fans ist das eine einmalige Gelegenheit, aktiv an der Erforschung ihrer Herzgesundheit teilzunehmen – und vielleicht einen Blick hinter die Kulissen ihres eigenen Pulses zu werfen.

Die LAOLA-Studie - was sich hinter der Abkürzung verbirgt

► Die LAOLA-Studie wird von Prof. Dr. Dirk Große Meininghaus geleitet. Seit dem Jahr 2017 ist er Chef der Kardiologie an der heutigen Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem.
► Der Name LAOLA ist ein Akronym und leitet sich vom Thema der Studie ab: KardiaLe Gesundheit bei FußbAll-Fans: Inzidenz einer arteriellen HypertOnie und reLevanter Arrhythmien.
► Arterielle Hypertonie bezeichnet Bluthochdruck, also eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems. Relevante Arrhythmien sind Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam schlägt. Das Vorhofflimmern, umgangssprachlich Stolperherz, ist die häufigste Ausprägung relevanter Arrhythmien.

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