Mit einem Einkauf in Polen können gerade Menschen, die nahe der Grenze wohnen, viel Geld sparen. Aber wo tauscht man am besten Zloty in Euro um und wie viel Benzin kann man nach Deutschland mitnehmen? Hier werden einige Fragen beantwortet.

Welche Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Polen?

Viele der in Deutschland bekannten Supermärkte findet man auch in Polen. So sind etwa die Supermarktketten Metro, Lidl, Aldi, Netto und Kaufland auch im östlichen Nachbarstaat vertreten.

An der Grenze besonders beliebt bei den deutschen Einkaufstouristen sind aber die sogenannten Polenmärkte, die es unter anderem auch in Gubin oder Leknica bei Bad Muskau gibt. Das sind Straßenmärkte, die auf den Handel mit deutschen Grenztouristen ausgerichtet sind. Hier gibt es bei zahlreichen Händlern alles, was das Käuferherz begehrt. Aber Achtung: Manchmal werden an Polenmärkten auch Gegenstände angeboten, die in Deutschland verboten sind und deshalb nicht in das Land gebracht werden dürfen. Darauf sollte beim Einkauf geachtet werden.

Wie sind die Öffnungszeiten in Einkaufsläden in Polen?

Bis 2018 war eine Einkaufsfahrt nach Polen für Deutsche im Grenzgebiet oftmals die Rettung am Sonntag. Denn anders als in Deutschland hatten viele polnische Einkaufszentren auch am Wochenende ihre Tore geöffnet. Doch das hat sich nach mehreren Gesetzesänderungen in den letzten zwei Jahren geändert: Die Ladensöffnungszeiten am Sonntag wurden stark eingeschränkt, nur noch sieben verkaufsoffene Sonntage sind im Jahr 2020 erlaubt – und das auch nur zu besonderen Anlässen.

Ausgenommen davon sind ähnlich wie in Deutschland Tankstellen oder Bahnhofsgeschäfte. Übliche Öffnungszeiten der Einkaufszentren in Polen sind von neun bis 21 Uhr, gibt Magdalena Korzeniowska-Beckmann vom Fremdenverkehrsamt Polen Auskunft.

Welche Produkte sind in Polen wirklich billiger?

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat die Kaufpreise verschiedener Produkte im deutschen Grenzort Frankfurt an der Oder und der Nachbarstadt Slubice verglichen. Und sie kam zu dem Ergebnis, dass sich die Fahrt nach Polen preislich nicht bei jedem Einkauf lohnt.

So sind zwar Benzin, Obst und Gemüse, Molkereiprodukte und Fleisch in Polen günstiger zu erwerben, die deutschen Supermärkte haben aber bei Drogerieprodukten, Getreidewaren und Süßigkeiten die Nase vorn. Insgesamt war ein Lebensmittelkorb in Polen dennoch acht Prozent günstiger als in Deutschland. Noch billiger kann es mit viel Geschick zudem auf den Polenmärkten werden, wo das Feilschen um Preise mit zum guten Ton gehört.

Wie zahle ich beim Einkaufen in Polen?

Auch wenn Polen Mitglied der Europäischen Union ist, ist der Zloty dort weiterhin das einzige offizielle Zahlungsmittel des Landes. In der Grenzregion wird der Euro dennoch von vielen Geschäften als Zahlungsmittel akzeptiert, Preise sind oft in Euro und Zloty angegeben.

Wer sein Geld trotzdem wechseln möchte, bekommt für einen Euro zur Zeit etwa 4,25 Zloty ausgezahlt. Im letzten Jahr schwankten die Wechselkurse ungefähr zwischen 4,20 und 4,45 Zloty, die man für einen Euro bekam. Außerdem hängt der Wechselkurs vom Ort ab, an dem man sein Geld umtauscht – dies ist etwa bei Banken oder Wechselstuben auf beiden Seiten der Grenze möglich. Empfohlen wird der Geldwechsel in Polen, in der Nähe von Bahnhöfen, Flughäfen oder Hotels hat man zudem oft einen schlechteren Wechselkurs.

Zloty kann man außerdem an polnischen Geldautomaten abheben, wobei die Banken für jede Abhebung eine Transaktionsgebühr zwischen vier und sieben Euro verrechnen. Dort warnt das polnische Fremdenverkehrsamt in Berlin aber vor Abzockestrategien. So werde Kunden an manchen Automaten angeboten, ihr Geld anstelle des tagesaktuellen Kurs mit einem „sicheren Kurs“ zu wechseln. Dieser sei aber deutlich geringer. Zudem rät das Fremdenverkehrsamt davon ab, die abgehobenen Beiträge in Euro statt in Zloty abzurechnen – auch hier bekommt der Kunde nämlich deutlich weniger Geld aus dem Automaten.

Wie viel Benzin, Alkohol und Tabak darf ich mit nach Deutschland nehmen?

Da Polen EU-Mitglied ist und zum Zollgebiet gehört, können Waren zwischen Deutschland und Polen grundsätzlich abgabefrei und ohne Anmeldung importiert werden.

Aber es gibt auch Ausnahmen: Da Alkohol, Tabak und Kaffee zu den Genussmitteln gehören, die steuerpflichtig sind, dürfen sie nur bis zu bestimmten Mengen mitgebracht werden – ansonsten wird vermutet, dass die Produkte nicht mehr nur zu privaten Zwecken genutzt werden und deshalb versteuert werden müssen.

Diese besagte Grenzmenge beträgt bei Zigaretten 800, bei Zigarillos 400 sowie bei Zigarren 200 Stück. Rauchtabak kann bis zu einem Kilogramm problemlos importiert werden.

Auch beim Alkohol kommt es auf die Sorte an. So liegen die Richtmengen bei Spirituosen und Alkopops bei 10 Litern sowie bei Zwischenerzeugnissen wie Sherry, Portwein und Marsala bei 20 Litern. Schaumweine, darunter zum Beispiel Sekt oder Champagner, sind bis zu 60 Liter, Bier bis zu 110 Litern nach Deutschland importierbar.

Und auch Kaffeeprodukte gehören zu den Produkten, die nicht unbegrenzt mitgebracht werden können. Die Richtmenge ist hier bei 10 Kilogramm angesetzt.

Autokraftstoffe wie Benzin und Diesel können bis zu 20 Litern energiesteuerfrei nach Deutschland gebracht werden, müssen dabei aber in Reservebehältern aufbewahrt werden.

Wer mehr als diese üblichen Mengen importiert, muss beweisen, dass er die Produkte nur zu privaten Zwecken importiert hat.

Pyrotechnik aus Polen – legal oder illegal?

In Sachen Feuerwerkskörper kommt es ganz auf die Art der mitgebrachten Knaller an – denn die zugelassene Pyrotechnik wird in Deutschland in vier Kategorien eingeteilt. Die erste darf von Personen über 12 Jahren grundsätzlich das ganze Jahr über nach Deutschland eingeführt werden – sie beinhaltet mit Knallerbsen, Wunderkerzen oder Tischfeuerwerken hauptsächlich die Produkte, über die Pyrotechnik-Enthusiasten nur müde lächeln können. In der zweiten Kategorie, zu der unter anderem das klassische Silvesterfeuerwerk gehört, ist die Einfuhr ganzjährig ab 18 Jahren gestattet. Alle weiteren Pyrotechnik-Produkte dürfen nur mit besonderer Erlaubnis aus Polen mitgebracht werden. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper ohne Registriernummer und CE-Zeichen sind gänzlich verboten.

Auch deshalb weist die deutsche Zollbehörde darauf hin, dass man auf Feuerwerkskörper, deren Herkunft man nicht nachvollziehen kann, grundsätzlich verzichten sollte.