Eilige Geburt
: Baby kommt in Cottbus im Auto zur Welt

In Cottbus hatte es ein Baby besonders eilig: Der kleine Noah kam noch im Auto auf dem Weg zum Carl-Thiem-Klinikum auf die Welt.
Von
pm, boc
Cottbus
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Lisa-Marie-K. aus Cottbus hat ihren Sohn Noah im Auto zur Welt gebracht

Carl-Thiem-Klinikum

Die Geburt des kleinen Noah ist etwas ganz Besonderes. Der junge Cottbuser hatte es nach Angaben des Carl-Thiem-Klinikums besonders eilig. Am vergangenen Freitag, den 16. Oktober, hat Lisa-Marie-K. ihr Kind in ihrem Auto zur Welt gebracht: „Ich hatte den ganzen Tag Schmerzen in den Oberschenkeln. Ich hielt sie aber nicht für Wehen, von meiner ersten Entbindung hatte ich da ganz andere Erfahrungen. Auch mein Bauch ist nicht fest geworden.“ Sie habe dann noch ihren anderthalb jährigen Sohn in die Kita gebracht und sich danach zur Entspannung in die Badewanne gelegt.

Im Auto platzt die Fruchtblase

Doch dort wurden die Schmerzen bei der 22-Jährigen nicht besser – im Gegenteil. Beim Aussteigen gingen die ersten Presswehen los. Mit Unterstützung ihres Partners und der Schwiegermutter schafft sie es gerade noch bis zum Auto. „Ich habe gerufen ‚Der Kopf kommt, ich spüre das‘. Ich hatte solche Panik, dass ich zur Beruhigung noch ein paar Runden ums Auto gelaufen bin“ erinnert sich Lisa-Marie. Wieder im Auto geht dann alles ganz schnell, die Fruchtblase platzt und nach nur einer Presswehe ist der Kopf da.

„Da hatte ich mich dann wieder gefasst und habe meiner Schwiegermutter sogar noch Anweisungen gegeben. Durch Zufall hatte ich zwei Tage zuvor ein youtube-Video von genau solch einer Geburt gesehen. Deswegen habe ich zu ihr gesagt, dass sie den Kopf jetzt richtig festhalten muss, da er sehr glitschig und instabil ist“, so die junge Mutter.

Jährlich drei bis vier spontane Entbindungen rund um Cottbus

Nach einer weiteren Presswehe war ihr Sohn dann geboren und schnell in eine Decke eingewickelt, die im Kofferraum lag. „Ich habe auch überprüft, ob er atmet und wir haben ihn dann schnell auf meine Brust gelegt, damit er meine Körperwärme aufnehmen konnte. Denn im Auto war es kalt, wir konnten ja aus Platzgründen die Tür nicht zumachen.“ Den Mitarbeitern des Rettungsdienstes blieb anschließend nur noch, die Nabelschnur zu durchtrennen und den Säugling in eine spezielle Wärmeschutzhülle zu legen, da er durch die besondere Geburt etwas unterkühlt war. Notarzt Dr. Thomas Lembcke: „Eine solche Entbindung ist auch für uns etwas sehr Seltenes. Vielleicht drei bis vier Mal jährlich kommt es in Cottbus und Umgebung zu solch spontanen Entbindungen ohne Hilfe von medizinischem Personal. Aber an eine Entbindung im Auto? Daran kann ich mich nicht erinnern.“

Nach drei Tagen können Mutter und Kind das CTK verlassen

Im Krankenhaus angekommen, zeigen die ersten Untersuchungen: Mutter und Kind geht es gut. Noah wog bei der Geburt 3280 g und war 50 cm groß. Und dank des aufmerksamen Vaters kann auch die genaue Geburtszeit in der Geburtsurkunde notiert werden: 9 Uhr 56. „Mir wurde ja gesagt, dass das zweite Kind schneller kommt. Aber das es so schnell geht, das hätte ich nicht gedacht. Bei meinem ersten Kind wurde die Geburt zwei Tage lang eingeleitet, ihm musste letztlich mit der Saugglocke auf die Welt geholfen werden.“ Gut drei Tage waren Mutter und Kind im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus. Inzwischen konnten beide zu Papa und dem kleinen Bruder nach Hause.