Eichenprozessionsspinner im Spreewald
: Das ist die Lage auf den Fließen um Burg

Während im Unterspreewald um Lübben viele Fließe wegen Eichenprozessionsspinnern gesperrt sind, ist die Lage im Oberspreewald um Burg eine andere. Das hat einen einfachen Grund.
Von
Jan Siegel
Burg
Jetzt in der App anhören
Familien sind mit Kanus auf einem Fließ im Spreewald unterwegs. Gerade sie sollen künftig noch stärker angesprochen werden, um einen Neuanfang der Tourismuswirtschaft nach der Corona-Krise zu ermöglichen. Die Pandemie hatte zu erheblichen Einbußen und niedrigen Übernachtungszahlen in der Region geführt.

11.06.2019, Brandenburg, Burg: Familien sind Kanus auf einem Fließ im Spreewald unterwegs. Das dichte Laub der Erlenbäume am Ufer des Fließes spendet kühlen Schatten. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes ZB-Funkregio Ost +++ ZB-FUNKREGIO OST +++ | Verwendung weltweit

Im Spreewald sind einige Fließer für Paddelfreunde gesperrt wegen der Eichenprozessionsspinner. Warum es zwischen der Region um Lübben Unterschiede zur Region um Burg gibt.

Patrick Pleul/dpa
  • Unterspreewald um Lübben: mehrere Fließe wegen Eichenprozessionsspinner gesperrt.
  • Oberspreewald um Burg ohne Sperrungen – Kahn-, Paddel- und Radtouren sind möglich.
  • Grund laut Amt Burg: Entlang der Fließe dominieren Erlen, Eschen und Ahorn, kaum Eichen.
  • EPS in Burg vereinzelt nachgewiesen; sensible Orte werden priorisiert bekämpft.
  • Tipp für Besucher: Eichen meiden, nichts berühren, lange Kleidung und Kopfbedeckung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Nachrichten aus dem Unterspreewald um Lübben sorgen für Verunsicherung. Dort mussten ausgerechnet zum Start in die Sommerferiensaison in diesen Tagen Fließe für Kähne und Wasserwanderer gesperrt werden.

Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners (EPS) sorgt im Unterspreewald dafür, dass Forstarbeiter dort aktuell nicht für Sicherheit vor abbrechenden Ästen und Ähnlichem sorgen können. Den Waldarbeitern setzen die aggressiven Brennhaare der tückischen Spinner zu. Deshalb wurden im Unterspreewald Fließe gesperrt und Warnschilder aufgestellt. Inzwischen gibt es heftige Kritik an der Krisenkommunikation der Verantwortlichen.

Entwarnung im Zusammenhang mit den EPS kommt am Dienstag aus dem oberen Spreewald um Burg. Rund um den Kurort seien aktuell keine Fließe gesperrt, heißt es von der Sprecherin des Amtes Burg (Spreewald), Kerstin Möbes. Kahnfahrten, Paddel- und Kanutouren könnten dort weiterhin stattfinden. Auch für Radfahrer und Wanderer gibt es nach Angaben des Amtes Burg derzeit keine Einschränkungen.

Eichenprozessionsspinner im Spreewald: Burg ohne Sperrungen

Der entscheidende Unterschied liege in der Landschaft. Während im betroffenen Unterspreewald entlang der Wasserwege Eichen stehen und damit auch die Gefahr durch die giftigen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners besteht, prägen im Oberspreewald vor allem Erlen, dazu Eschen und Ahorn das Bild. Eichen kommen an den Fließen dort nur sehr vereinzelt vor. Deshalb drohen im Bereich Burg nach aktuellem Stand auch keine Sperrungen der Wasserwege.

Ganz frei von den Eichenprozessionsspinnern ist aber auch die Region um Burg nicht mehr. Das Amt Burg bestätigt, dass der Eichenprozessionsspinner im gesamten Amtsgebiet an einzelnen Bäumen oder Baumgruppen nachgewiesen wurde – etwa im Kurpark, auf der Kauperinsel, im Penkeweg oder in Werben und Fehrow. „Besonders sensible Orte wie Kitas, Schulen und Spielplätze haben bei der Bekämpfung der Schädlinge Priorität“, teilt Kerstin Möbes mit. An mehreren exponierten Stellen seien bereits Nester und Vorkommen des EPS abgesaugt worden sowie Warn- und Hinweisschilder aufgestellt worden.

Für Urlauber bedeuten die Vegetationsgegebenheiten rund um Burg, dass auf die dortigen Fließe weiter befahrbar sind.

Trotzdem sei Aufmerksamkeit gefragt. Wer Eichenbestände meidet, Raupen und Gespinste nicht berührt sowie Kinder und Hunde fernhält, könne das Risiko deutlich minimieren. Empfohlen werden außerdem lange Kleidung und Kopfbedeckung, wenn ein Aufenthalt in der Nähe befallener Bäume nicht zu vermeiden ist.

Das ist beim Kontakt mit den Brennhärchen zu beachten

Die Brennhärchen der Raupen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Kontakt mit Härchen des Eichenprozessionsspinners lautet die Empfehlung des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft Brandenburg (MLEUV), sich möglichst schnell zu duschen, Haare zu waschen und die Kleidung heiß – am besten bei 60 Grad – zu waschen. Kleidung, auf die Brennhärchen gelangt sind, sollte nicht ausgeschüttelt werden. Ohne Behandlung würden die Beschwerden meist innerhalb von zwei Wochen wieder verschwinden.