(pk) Die Stadt Cottbus macht sich für die Gründung des Zweckverbandes Digitale Kommunen Brandenburg stark und bringt sich selbst mit dem Kommunalen Rechenzentrum in Stellung. Seit anderthalb Jahren laufen die Vorbereitungen für die Gründung des Verbandes. Das erklärt Gustav Lebhart, IT-Stratege im Cottbuser Rathaus. Beim Brandenburger Innenministerium sei das Konzept nicht nur auf offene Ohren gestoßen. Das Land signalisiere Unterstützung, schließlich stünden die Kommunen mit der Digitalisierung vor einer Mammutaufgabe. Das versichert Lebhart während der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses.

Über 500 Verwaltungsverfahren müssen online zur Verfügung stehen

Das Vorhaben kommt bei den Stadtverordneten dann auch gut an. Gustav Lebhart zufolge haben sich 20 Kommunen als Gründungsmitglieder für den Zweckverband gefunden. Neun hätten dies bereits mit einem Beschluss ihrer Parlamente festgemacht. Für Cottbus steht das am Mittwoch aus.

Hintergrund für die Gründung des Zweckverbandes sind demnach zwei Gesetze – das E-Go­vernment-Gesetz und das Onlinezugangsgesetz. Allein für Letzteres müssen die Kommunen bis zum Jahr 2022 mehr als 500 Verwaltungsverfahren online zur Verfügung stellen. Das Urteil des IT-Strategen ist eindeutig: „Kleine Kommunen werden diese Anforderungen nicht erfüllen können.“ Da soll der Zweckverband helfen. „In Brandenburg ist ein zentraler Ansprechpartner nötig“, sagt Gustav Lephart. „Derzeit gibt es im Land viele Insellösungen. Aber das wird sich allein kostentechnisch nicht halten.“

Rechenzentrum auf besondere Anforderungen spezialisiert

Die zentrale Aufgabe könnte das Kommunale Rechenzentrum der Stadt Cottbus übernehmen – in Kombination mit dem Zweckverband. „Das Rechenzentrum ist das ideale Instrument dafür“, betont der IT-Stratege. Bereits heute ist das Rechenzentrum ein IT-Dienstleister für die Mehrzahl der Kommunen im Land und betreut beispielsweise die elektronischen Personenstandsregister (früher Geburten-, Ehe- und Sterbebücher). Das Rechenzentrum ist längst auf die besonderen Anforderungen öffentlicher Verwaltungen spezialisiert. „Es geht um die Standardisierung der Prozesse.“