Verbraucher, die derzeit ein Vergleichsangebot von der Volkswagen AG erhalten, sollten dies von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen. Das rät Daniela Hofmann von der Verbraucherzentrale in Cottbus. Die Kosten in Höhe von 190 Euro übernimmt der Autobauer.

Hintergrund ist die Musterfeststellungsklage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbz) gegen den Konzern im Rahmen des Diesel-Skandals, an der sich rund 260 000 Verbraucher beteiligt hatten. Laut Vergleich muss Volkswagen insgesamt rund 830 Millionen Euro an Entschädigungen zahlen.

Der Autobauer schreibt aktuell die Betroffenen an und bietet Zahlungen zwischen 1350 und 6257 Euro an. Die Höhe variiert je nach Autotyp und Modelljahr. „Der vzbv hat für mehr gestritten. Aber im Rahmen der schwierigen Verhandlungen ist das Ergebnis das maximal Erreichbare“, sagt Klaus Müller vom Vorstand des vzbv. Das Angebot sei nicht großzügig, liege aber im Rahmen der bisher vor deutschen Gerichten in Individualvergleichen erzielten Entschädigungssummen.

Die angeschriebenen VW-Kunden haben bis zum 20. April Zeit, sich zu entscheiden, ob sie den Vergleich annehmen. Wer das macht, verzichtet im Gegenzug auf alle weiteren Ansprüche gegenüber VW. Eine Alternative sei, selbst gegen den Konzern vorzugehen, wie Daniela Hofmann informiert. Dafür haben die Betroffenen noch rund sechs Monate Zeit.

Interessant: Auch der Bundesgerichtshof will sich am 5. Mai 2020 nochmals mit dem Dieselbetrug befassen. Schon Anfang 2019 hatten die Richter für viele ganz überraschend in einem Grundsatzbeschluss festgestellt, dass die eingebauten Abschaltvorrichtungen einen Sachmangel darstellen.