Stefan Restemeier aus Cottbus hat überraschend eine neue Bekanntschaft geschlossen: mit Magda. Ein guter Freund hat den völlig ahnungslosen Leuchten-Designer und Hersteller auf die flotte Polin aufmerksam gemacht. Das bestätigt der Cottbuser, der eigentlich fast bekennender Fernseh-Verweigerer und längst vergeben ist, lachend.

Die gewitzte Heldin der Comedy-Serie „Magda macht das schon“ (RTL) hat aber zwangsläufig doch das Interesse des kreativen Leuchtstoff-Unternehmers geweckt. Denn der Altenpflegerin geht nunmehr seit drei Jahren regelmäßig genau sein Licht auf – unter der schwebenden Ringleuchte TheO. Und die macht auch außerhalb des Filmsets echt Furore.

Magda, eine Paraderolle der österreichischen Schauspielerin Verena Altenberger, ist eine warmherzige, schlagfertige und selbstbewusste Polin. Sie sieht umwerfend aus, ist ein echtes Improvisationstalent und hat ein ebenso bemerkenswertes loses Mundwerk. Die Lebensweisheiten aus polnischen „Sprechwörtern“, die sie auch bei jeder unpassenden Gelegenheit zitiert, sprudeln nur so heraus aus der Frau. Im vergangenen Jahr hat Magda wohl auch das in der Kategorie „Beste Comedy-Serie“ den Deutschen Fernsehpreis beschert.

TV-Karriere ist vorerst unbemerkt geblieben

Stefan Restemeier zeigt sich von der Dame selbst indes nach wie vor weniger beeindruckt. „Ich schaue nur selten private Fernsehsender“, sagt er. Deshalb ist ihm die TV-Karriere seiner TheO-Leuchte zunächst auch völlig entgangen, bis eines Abends sein Telefon klingelte.

„Ein Freund hat mich angerufen und gefragt, ob das im Vorspann der Serie meine Ringleuchte sei“, erzählt er. Erst da hat der Cottbuser im Internet geforscht und genau dies bestätigt gesehen. „Ich war überrascht. Und wir haben natürlich sofort Licht ins Dunkel der Sache gebracht und in den Lieferunterlagen auch die Bestellung der Produktionsfirma gefunden“, sagt Stefan Restemeier.

Doppelt spannendes Potenzial erkannt

Der Cottbuser ist gelernter Industriemechaniker. „Von Licht war ich schon immer fasziniert“, erzählt er. Die erste eigene Leuchte hat Stefan Restemeier als Lehrling für seine erste eigene Wohnung entworfen und gebaut. „Ich hatte nicht viel Geld, um es mir richtig schick zu machen“, erzählt er. Die Materialien damals: Eisen und Stahl, später auch Holz. „Da habe ich viel von einem Freund gelernt, der Tischlermeister ist“, erzählt der 42-Jährige. Die ersten LEDs, die Ende der 90er-Jahre auf dem Markt zu haben waren, hat Stefan Restemeier verbaut. Die geniale Erfindung der Leuchtdiode – englisch light-emitting diodes, kurz LED – zum beruflichen Lebensplan zu machen, stand ihm damals zwar noch nicht im Sinn. Aber die Technik ist immer besser geworden und hat lichttechnisch doppelt spannende Möglichkeiten eröffnet.

Nach klarem Schnitt ganz neu aufgestellt

Der Cottbuser hat Architektur an der Hochschule Lausitz studiert und als Planer gearbeitet. Unter anderem stammt das Lichtkonzept für das Hochhaus am Senftenberger See, ein elfgeschossiges Mehrfamilienhaus mit einer optischen LED-Riesenwelle, aus dem Lichtplanungsbüro Leuchtstoff. Der Fassadenentwurf und die Idee der Lichtwelle sind vom Planungsbüro Strauss & Hillegaart aus Cottbus entwickelt. Das kniffelige Licht- und Materialkonzept stammt von Stefan Restemeier. Und er freut sich darüber, dass die Menschen diese Lichtwelle in der Dunkelheit als imposante Landmarke wahrnehmen und mögen.

Der Arbeit als Planer für Dritte aber hat er trotzdem den Rücken gekehrt. Denn: „Planungsleistungen werden leider herzlich wenig wertgeschätzt“, sagt Restemeier. Vielmehr würden sie in der Heimatregion als Gratis-Job dafür betrachtet, später auch mit dem Auftrag bedacht zu werden. „Da steckt auch viel geistige Arbeit drin, um deren Bezahlung ich nicht wie auf einem Basar verhandeln will“, erklärt der Cottbuser. Stefan Restemeier, dessen Gerechtigkeitsempfinden durch diese Art des Umganges mit seiner Arbeit kräftig gestört wurde, hat den Ärger deshalb für sich beendet. Er hat sein kreatives Talent auf das Leuchtendesign konzentriert und ist selbst Hersteller geworden. Und TheO, die schwebende Ringleuchte der nunmehr bereits vierten Generation, ist seit knapp fünf Jahren der Verkaufsschlager seiner Lichtmanufaktur Leuchtstoff – einschließlich maßgeschneiderter Lichtkonzepte.

Für repräsentative Räume und Kunst

TheO ist ein abstrahierter Kronleuchter, der besonders schlank und filigran ist und auf sparsamer LED-Basis betrieben wird. Als funktionales Accessoire begeistern die in verschiedenen Größen aus blickdichtem und doch sehr lichtdurchlässigem Spezialkunststoff gefertigten Design-Leuchten vor allem Innenarchitekten, die repräsentative Räume flottmachen. Mehrere Banken in der Schweiz, der Hyundai-Pavillon Deutschland und weitere Autohäuser, die Siemenszentrale, ein Hilten-Hotel und der Flagshipstore Berlin sind mit TheO – als großer Solitär oder in mehrfacher Kombination – in Szene gesetzt. Die Leuchte hat auch im Berliner Dom in „Ich, Judas“ mit Ben Becker brilliert. Im Zeitraffer ist diese Spezialanfertigung in der Restemeier-Werkstatt damals realisiert worden. In diesem Jahr sind die ersten der ausschließlich handgefertigten Leuchten auch in die Vereinigten Staaten verkauft worden. Sie gehören jetzt zur Ausstattung der Sennheiser Stores.

TheO hat aber jetzt auch Einzug in die Sankt Barbara Kirche Ortrand gehalten, die 1728 bis1732 vom Dresdener Baumeister George Bähr (Architekt der Frauenkirche) umgebaut und deren Innenraum in den Jahren 1986 bis 1988 unter dem Thema „Durch Leiden zur Auferstehung“ vom Bildhauer, Maler und Kirchenausstatter Friedrich Press (1904 bis 1990) neu gestaltet wurden.

Die Filmemacher von „Magda macht das schon“ lassen die Polin das Licht der schwebenden Ringleuchte aus der Werkstatt in Cottbus-Dissenchen mit einem altmodischen Zugschalter anknipsen. Die Hochleistungsleuchte mit modernster Technik auf geringstem Raum lässt das freilich nicht erkennen. Aber das schlichte Design hält als Hingucker trotzdem locker mit der gewitzten Altenpflegerin mit. Den Lausitzer Licht-Experten, dessen Leuchte in Brandenburg auch preisgekrönt ist, freut das.

Neue Herausforderung: eine Solarleuchte

Cottbuser stolpern auch gern mal in sein Leuchtstoff-Büro, weil sie glauben, dass Stefan Restemeier LED-Lichterketten verkauft. Davon freilich ist der Unternehmer weit entfernt tätig. Derzeit tüftelt er, neben dem stetigen Verbessern seiner Ring- und auch Linienleuchten, an einer neuen akkubetriebenen Solarleuchte. Denn der leidenschaftliche Läufer will die Spreemeile, seine bevorzugte Lauftstrecke, gemeinsam mit dem Stadtsportbund beleuchten. Für aktive neue Nutzungen der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft, die zur Seenplatte entwickelt wird, ist das auch interessant.

Die vierte Staffel von „Magda macht das schon“ soll Anfang des Jahres 2020 ausgestrahlt werden.

Alle bereits erschienen Beiträge zur Serie „Cottbus zum Angeben“ finden Sie hier.