Waren Sie von ihrer Ernennung überrascht?

Ristau Nachdem ich erfahren hatte, der einzige verbliebene Bewerber zu sein, eigentlich nicht. Am Anfang gab es noch eine Reihe von Bewerbungen, die im Verlauf des Verfahrens zurückgezogen wurden. Ich gehöre zu den Urgesteinen an der Schule, bin von Anfang an dabei. Seit September 1990 bin ich sozusagen festes Inventar des Steenbecks. Im Jahr davor war ich eine Zeit lang Gastlehrer.

Unterrichten Sie noch?

Ristau Seit ich in der Schulleitung bin, nur noch Mathematik. Zuvor auch die Fächer Physik und Informatik.

Was schätzen Sie an Ihrem Vorgänger Andreas Käßner?

Ristau Er hat mit viel Engagement das außerschulische Kooperationsnetz ausgebaut und stabilisiert. Zu unseren Partnern gehören beispielsweise die BTU, die BASF, das Konservatorium, das Staatstheater und das Piccolo. Darauf wollen wir weiter aufbauen.

Wo wollen Sie neue Akzente setzen?

Ristau Die noch engere Zusammenarbeit mit allen Kollegen liegt mir sehr am Herzen. Meine Tür steht deshalb offen. Ich bin überzeugt, dass man gemeinsam im Team viel erreichen kann. Natürlich geht es auch darum, die anfallende Arbeit auf alle Schultern sinnvoll zu verteilen.

Macht sich der Lehrermangel auch am Steenbeck bemerkbar?

Ristau Von den 40 Lehrern, die hier regulär unterrichten, wird die Hälfte in knapp zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Dann findet hier ein echter Generationswechsel statt. Zum Glück stehen bereits einige ehemalige Schüler in den Startlöchern, die nach ihrem Studium an unserer Schule unterrichten wollen.

Was ist für Sie die aktuell größte Herausforderung?

Ristau Der Digitalpakt. Unser Haus ist schon verhältnismäßig gut ausgestattet. In allen Unterrichtsräumen gibt es Whiteboards sowie vier Computer-Stationen für Recherchen im Internet. Nun muss eine intelligente Lösung gefunden werden, wie die Fördermittel effektiv eingesetzt werden können. Von Interesse wären mobile Endgeräte, für die aber ein sicheres WLAN Voraussetzung ist. Den freien Zugang zum Internet wünschen sich auch die Schüler.