Die Stromversorgung ist ein neuralgischer Punkt. Für Stabilität im Netz sorgen dabei maßgeblich auch die drei Lausitzer Leag-Kraftwerke in Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg. Um die Gefahr zu minimieren, dass die Infektion eines einzelnen Mitarbeiters mit dem Corona-Virus ganze Bereiche lahmlegt, hat das Unternehmen am Donnerstag seine Vorsorgemaßnahmen noch einmal verschärft.

Fahrdienstleitung der Kohlebahn wird dezentralisiert

Um auch beim Auftreten weiterer Infektionsfälle innerhalb der Belegschaft eine ununterbrochene Versorgung der drei Kraftwerke mit Braunkohle aus den benachbarten Tagebauen sicherstellen zu können, reagiert der unternehmenseigene Eisenbahnbetrieb mit einer Dezentralisierung der Fahrdienstleitung. Auf diese Weise lässt sich eine mögliche Infektion und die danach zwangsläufig auch für Kontaktpersonen geltende Quarantäne auf kleine Einheiten beschränken, bei denen ein personeller Ersatz einfacher möglich ist.

Gleichbleibende Teams in den Kraftwerk-Leitständen

Auch in den Leitständen der Kraftwerke werden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Bis auf Weiteres soll die personelle Besetzung der drei Schichten auf das jeweils gleiche Team fixiert bleiben. So wird das Risiko einer möglichen Infektion minimiert. Ein Austausch von Mitarbeitern zwischen verschiedenen Schichten finde nicht mehr statt.

Zusätzlich wurden in allen Kraftwerken Bereitschaftsräume eingerichtet, in denen im Notfall Leitstandsbesatzungen übernachten und von möglichen Überträgern des Virus isoliert bleiben können.

Corona-Notfallpläne in weiteren kritischen Bereichen

Auch im Stromhandel, im Bereich IT, bei der Entwässerung, den Feuerwehren und an weiteren kritischen Positionen sind nach Auskunft der Leag Notfallpläne und -besetzungen aktiviert worden.

Seit Donnerstag liegen auch die Ergebnisse für alle bisherigen Corona-Verdachtsfälle bei der Leag vor. Nach dem Auftreten einer Corona-Infektion bei einem, derzeit in Quarantäne befindlichen Mitarbeiter, hatten Virentests bei 28 seiner Kollegen, die als unmittelbare Kontaktpersonen von Corona-Infizierten in Frage kamen, keinen Nachweis einer weiteren Infektion ergeben.