Seit Anfang März ist Antje Mitula unterwegs. Die LR-Marketingmitarbeiterin hat sich drei Monate eine Auszeit genommen und will in der Zeit die Welt bereisen. Über Singapur ging es nach Australien, wo sie gemeinsam mit Freunden schon mehrere touristische Hotspots besuchte. Im Moment ist sie mit einem Camper an der Ostküste bis nach Brisbane unterwegs. Doch auch am anderen Ende der Welt beschäftigt die Reisegruppe inzwischen das Thema Corona. Schon beim Abflug gab es in der Bundesrepublik zwar erste Infektionsfälle, aber „das nun auch Deutschland so extrem betroffen ist, haben wir erst vor etwa einer Woche mitbekommen“, schreibt Mitula.

Beim Auswärtigen Amt als Reisende registriert

Inzwischen informieren sie sich ständig über die aktuellsten Entwicklungen in ihrer Heimat. Mitula: „Wir haben uns beim Auswärtigen Amt online als Reisende registriert. Seit dem erhalten wir per Mail Informationen zum aktuellen Stand (sofern es etwas Neues für Australien gibt). Natürlich checken wir auch alle verfügbaren Medien. Das ist leider etwas verwirrend. Überall gibt es andere Informationen. Leider auch die eine oder andere Falschmeldung. Daher halten wir uns an das, was wir vom Auswärtigen Amt bekommen.“

Vor Ort gibt es bislang noch kaum Einschränkungen wegen des Coronavirus. Laut Mitula merkt man aber deutlich, dass Australien einen Einreisestopp für Ausländer verhängt hat. „ Wir fühlen uns hier sicher. Wir leben quasi ziemlich isoliert in unserem Camper. Für mich fühlt sich die Situation vergleichsweise „entspannt“ an. Man wird überall daran erinnert sich ausreichend die Hände zu waschen und zu desinfizieren. In Singapur wurde an jeder Ecke die Körpertemperatur gemessen. Dort hatte man schon den Eindruck, dass die Situation sehr ernst genommen wird. Touristen sucht man aber in Australien mittlerweile vergeblich. Ähnlich ist es auf den Campingplätzen. Normalerweise muss man diese vorab buchen, um einen Stellplatz zu ergattern. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Parks aber einfach wie leer gefegt.“ Dazu gelten auch für die Reisenden schärfere Regeln: „Als wir heute auf dem Campingplatz ankamen, wurden wir das erste mal von der Rezeptionistin gefragt, seit wann wir uns im Land befinden. Wären wir erst seit ein paar Tagen hier, hätten wir uns selbst in Quarantäne begeben müssen“, beschreibt Mitula die Situation.

Noch keine Mitteilung der Bundesregierung über möglichen Rückflug

Wie es in den nächsten Tagen und Wochen für sie weiter geht, ist offen. Ihre Freunde beenden die Australien-Tour am 3. April, deswegen ist bei ihnen ein vorzeitiger Reise-Abbruch bislang kein Thema. Und aktuell gibt es laut Mitula auch noch keine Mitteilung der Bundesregierung, das Australien-Urlauber ausgeflogen werden, weil es im Land noch zu sicher sei. Sie selbst will ihre Auszeit aber eigentlich in Asien fortsetzen: „Ich muss tatsächlich darüber nachdenken, meine Reise abzubrechen. Für mich soll es eigentlich noch zwei Monate weiter Richtung Thailand, Laos und Myanmar gehen. Aktuell gibt es in den Ländern kein Einreiseverbot für mich. Hier kann aber die Ausreise sehr kompliziert werden. Ob das in zwei Monaten immer noch so ist, weiß man natürlich nicht.“

Cottbus

Wegen solcher Fragen hält sie mit ihren Freunden auch trotz des großen Zeitunterschied ständigen Kontakt zu ihrer Familien. „Diese übernehmen für uns beispielsweise die Kommunikation mit Reiseveranstaltern oder Airlines. Man bekommt aber leider von niemandem eine konkrete Aussage. Die Regierung empfiehlt zwar die Rückreise, fordert es aber auch nicht und bittet um Vorsicht. Sorgen macht man sich natürlich trotzdem. Vor allem aber um die Familie und Freunde in Deutschland. Wir dürfen uns immerhin frei draußen bewegen. Trotzdem wartet man irgendwie permanent darauf, dass die Regierung per Mail eine Rückreise fordert“, so Mitula.

Regelmäßige Temperaturmessungen auf dem Kreuzfahrtschiff

Etwas anders ist die Situation für die ehemalige RUNDSCHAU-Mitarbeiterin Carla Fischer. Sie ist seit kurz vor Weihnachten beruflich als Video Managerin auf dem Kreuzfahrtschiff „Albatros“ unterwegs und dokumentiert die Weltreise. Zu den Zwischenstationen zählten bis jetzt einige der schönsten Ecken der Welt: Über die Karibik ging es durch den Panama-Kanal Richtung Südpazifik. Nach Stopps zum Beispiel in Tonga, Neuseeland und Australien ist Fischer inzwischen auf dem Rückweg. Vom Coronavirus erfuhren sie unterwegs quasi auf hoher See durch die Medien. Seitdem finden auch an Bord regelmäßige Vorsichtsmaßnahmen statt: „Verdachtsfälle an Bord gab es zu keiner Zeit. Nachdem US-Präsident Donald Trump alles dicht gemacht hat, fanden auch bei uns bei jedem Landgang die Temperaturmessungen statt. Auch an Bord wird täglich die Temperatur gemessen. Auf Komodo Island mussten alle, die an Land wollten, Schutzmasken tragen. Die anderen Länder gaben sich mit der Temperaturmessung zufrieden“, erklärt Fischer.

Wie genau es weiter gehen wird, ist auch bei ihr noch unklar. Mit dem Schiff steuern sie als nächste Station durch den Suez-Kanal das Mittelmeer an. Fischer: „Alles andere ist noch nicht wirklich klar. Natürlich versucht die Zentrale von Phoenix, die Gäste schnellst möglich nach Hause zu bringen. Aber wenn uns kein Hafen rein lässt, ist das schwierig.“ Sorgen macht sie sich trotz der unklaren Lage keine: „Das ist alles eine Frage der Zeit. Das reguliert sich. Wichtig ist jetzt einfach, dass man sich an die Vorsichtsmaßnahmen hält, um eine Verbreitung einzuschränken. Natürlich hoffe ich, dass es sich nicht Monate lang hinzieht. Ich mache meinen Job sehr gerne und will natürlich so schnell wie möglich weiter um diese herrliche Welt reisen“, so Fischer.

Die aktuellen Informationen zum Thema Corona in der Lausitz gibt es hier.

Die Veranstaltungsabsagen wegen des Coronavirus gibt es gebündelt für die Region hier.

Fragen und Antworten rund um das Thema Corona gibt es hier.