Welche Hygieneregeln sollen an Brandenburger Schulen gelten?

Schüler und Lehrer müssen Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen halten. Wenn der Mindestabstand aufgrund der Umstände nicht verlässlich eingehalten werden kann, wie zum Beispiel im öffentlichen Personennah- und Schülerverkehr, Tragen eines Mund- und Nasenschutz (bspw. textile Barriere wie Schal, Tuch, selbstgefertigte Stoffmasken), heißt es in dem Schreiben des Ministeriums. Außerdem solle an den Schulen auf korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge) geachtet werden. Den Schülern soll ermöglicht werden, regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Das Berühren von Augen, Nase und Mund soll vermieden werden. Zudem hat das Ministerium ein Ausleih- und Tauschverbot von Gegenständen und Essen mit anderen Personen erlassen.

Wie sieht der Infektionsschutz an den Schulen aus?

Die Schulen sollen dafür sorgen, dass eine Lerngruppe soll möglichst immer in demselben Raum unterrichtet werden. Jeder Schüler soll einen festen, eigenen Arbeitsplatz haben, der von keinem anderen Schüler genutzt wird. Die Sitzordnung ist laut Ministeriumsanordnung so zu gestalten, dass ein Abstand von 1,50 Meter in jeder Phase des Unterrichts eingehalten wird. Gruppentische, -unterricht und -arbeit sind untersagt. Unterrichtsbeginn, Pausenzeiten und Essenzeiten seien durch geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel unterschiedliche Zeiten und getrennte Raum- und Schulhofaufteilungen so festzulegen, dass die verschiedenen Lerngruppen nicht in Kontakt kommen, heißt es in dem Schreiben. Die Lernsituationen, Lerngruppen und zugeordnete Lehrkräfte sind zu dokumentieren.

Wie wird der Unterricht organisiert?

Um die geforderten Abstände einzuhalten sollen nicht alle Schüler gleichzeitig in einem Klassenraum unterrichtet werden. An den Grundschulen werden die Gruppen in der Regel auf zwei Räume verteilt. An den weiterführenden Schulen wird es überwiegen ein Wechselmodell geben: montags, mittwochs und freitags besucht die einen Hälfte die Schule, dienstags und donnerstags die andere Hälfte. Nach einer Woche wird getauscht. Damit erhalten alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse den gleichen Unterricht, bei gleichen Lehrkräften im gleichen Raum. Der erteilte Präsenzunterricht ist reduziert, wird jedoch mit Homeschooling Angeboten verbunden.

Wann sollen die einzelnen Klassenstufen in Brandenburg starten?

Zum 27. April setzen die Unterrichtsangebote zunächst für die Abschlussklassen der Jahrgangsstufe (Jgst.) 10 der Ober- und Gesamtschulen, Gymnasien und Förderschulen mit Blick auf die Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufe 10 sowie für die Prüfungsvorbereitung mehrerer Bildungsgänge der Oberstufenzentren (zweiter Jahrgang der Fachoberschule (FOS), Fachschule Sozialwesen Berufsfachschule Soziales Berufsfachschule Landesrecht Fachschule Technik und Wirtschaft Unterricht in der Berufsschule 3. Lehrjahr) ein. Ab 4. Mai werden die Jahrgangsstufe 6 der Grundschulen und Förderschulen, die Jahrgangsstufe 9 der Ober- und Gesamtschule, des Gymnasiums und der Förderschulen sowie die Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums und die Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule wieder mit dem Unterricht beginnen. Eine Woche später, ab 11. Mai, sollen dann auch die Jahrgangsstufe 5 der Grund- und Förderschulen wieder ein regelmäßiges Unterrichtsangebot erhalten.

Was gilt für Schüler, die noch nicht zur Schule gehen können?

Schüler, die die Schulen noch nicht besuchen können, sollen laut Brandenburger Bildungsministerium weiterhin von ihren Lehrern über unterschiedliche Wege mit Aufgaben versorgt. Zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schüler soll ein regelmäßiges Feedback über die an der Schule vorhandenen Lernmanagementsysteme (u.a. Schulcloud) geben.

Welche zusätzlichen Maßnahmen gibt es?

Für Kinder, die durch Homeschooling nicht gut erreicht werden, können die Schulen ab 4. Mai ein pädagogisches Präsenz-Angebot an Grundschulen und in der Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10) anbieten, wenn die Rahmenbedingungen zu Abstandsregeln, Lerngruppen und Hygiene geklärt sind.

Was sagt die Ministerin zum Schul-Neustart?

Bildungsministerin Britta Ernst: „Wir wissen, dass es für alle Beteiligten eine große Herausforderung ist. Wir sind aber sicher, dass diese für alle ungewöhnliche Situation bei einer guten Zusammenarbeit aller zu meistern ist. Der Unterricht wird bis auf Weiteres ein anderer sein als bisher üblich. Ich bitte daher Beteiligten, sich an die einfachen und wirksamen Schutzmaßnahmen zu halten. Damit ist schon viel gewonnen.“ Die Schulpflicht gelte weiterhin. Die Eltern dürfen selber über den Schulbesuch entscheiden, wenn ihre Kinder oder andere Angehörige des Haushalts einer Risikogruppe angehören. Weisen Kinder Erkältungssymptome (u.a. Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen) auf, sollen sie zu Hause bleiben, bis sie wieder vollständig symptomfrei sind.
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