Seit Anfang Mai treffen sich Gegner der aktuellen Eindämmunsgverordnung in Cottbus. Zunächst unter Auflagen und Teilnehmerbegrenzungen, infolge einer AfD-Klage ist diese Begrenzung inzwischen aufgehoben. Dennoch blieb die Zahl der Demonstranten mit rund 150 bis 200 auf dem Cottbuser Stadthallenvorplatz bei der jüngsten Corona-Demo überschaubar. Die Redner, die sich dort nur mit Vornamen vorstellen, sprachen über den schwierigen Alltag von Müttern und Kindern in Zeiten der Pandemie. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré klagte über die Einschränkung von Bürgerrechten, andere Redner sprachen von „Hochverrat“ und bezweifelten die Existenz einer Pandemie.
Nach 45 Minuten wurde die Corona-Kundgebung beendet, mehrere Dutzend Teilnehmer blieben dennoch am Rande des Stadthallenvorplatzes stehen: Sie wollten sich offenbar anschauen, welche Kundgebung sich im Nachgang angesagt hatte. Dabei kam es zu kuriosen Szenen.

Kuriose Szenen bei Coronademo in Cottbus

Gegen 21 Uhr füllte sich der Platz mit Musikern der Grünen Kapelle und mit mehreren Dutzend Cottbusern, die nach einer Choreografie von Golde Grunske einen Besentanz aufführten. Cottbuser Stadtverordnete forderten auf Transparenten „Kritik ja, Hetze nein“. Auf anderen Plakaten und in einem Redebeitrag wurde den Menschen gedankt, die in der Coronakrise die Stadt zusammengehalten haben.
Während vor der Stadthalle getanzt und musiziert wurde, klatschten auch die übriggebliebenen Corona-Demonstranten immer wieder Beifall und skandierten „Zugabe, Zugabe“ und „wir wollen Euch tanzen sehen“.
Besentanz und Musik gehörten zu einer Aktion im Rahmen der Initiative „Solidarisch durch die Corona-Zeit“ des Cottbuser Aufbruchs. Organisiert wurde der Abend durch die Cottbuser Linke mit Unterstützung der Grünen.

Youtube