700 leere Stühle werden am 1. Mai rund um das Cottbuser Staatstheater stehen. Und noch ein paar Hundert auf dem Altmarkt. Damit wollen Cottbuser Gastronomen und Hoteliers auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Denn sie alle sind von der Coronakrise besonders hart getroffen.

Die Lage der Unternehmen ist nach Einschätzung der Branchenverbände Dehoga in Brandenburg und Sachsen dramatisch. Demnach wird ein Drittel Gastronomie-Betriebe die nächsten Monate nicht überstehen. In Brandenburg wären davon 2000 Unternehmen betroffen, in Sachsen 3000.

Gastronomie ist systemrelevant für den Tourismus in der Lausitz

Axel Klein von der Dehoga Sachsen betont: „Wir sind systemrelevant. Vor allem in einer tourismusgeprägten Region wie der Lausitz.“ Die Branche benötige dringend einen Rettungsschirm. Sein Brandenburger Kollege Olaf Schöpe pflichtet ihm bei. „Die Soforthilfe war nur eine erste Hilfe, die Liquidität vieler Betriebe ist aufgebraucht“, sagt der Cottbuser. Wegen der massiven Umsatzeinbußen könnten die Kredite kaum noch bedient werden.

Das Abhol-Geschäft biete nur einen Bruchteil des Umsatzes. In der Branche herrsche Zukunftsangst. Denn selbst mit einer schrittweisen Öffnung werden Verluste bleiben.

Lausitzer CDU-Politiker für Entfristung der Steuersenkung

Deshalb ist aus Sicht der Dehoga die von der Bundesregierung beschlossene Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie von 19 auf sieben Prozent ein wichtiger Schritt. Die zeitliche Begrenzung vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 sei aber das falsche Signal.

Das sieht der Lausitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze genauso. „Ich bin für die Entfristung dieser Absenkung“, sagt er. „So ergäbe sich die Möglichkeit, die Ausfälle durch die Coronakrise zumindest teilweise langfristig aufzuholen.“ Schulze wolle sich deshalb dafür stark machen, die dauerhafte Absenkung in ein potenzielles Regierungsprogramm 2021 mit aufzunehmen.

Cottbuser Gastronomen fordern eine Corona-Exitstrategie

Die Cottbuser Gastronomen und Hoteliers wollen mit den leeren Stühlen vor allem eines erreichen: „Wir brauchen eine Exitstrategie“, sagt Melanie Meißner. Sie ist eine der Initiatoren der Aktion und gehört zur Leitung des Spree-Waldhotels in Cottbus. „Wir wollen einfach wieder arbeiten.“

An dieser Form des Protests gegen die fortdauernde Corona-Zwangspause beteiligen sich Gastronomen bundesweit.

Leere Stühle in Cottbus


Die Aktion Leere Stühle und #baldvergESSEN der Cottbuser Gastronomen und Hoteliers findet am Freitag, 1. Mai, um 11 Uhr auf dem Altmarkt und um 12.20 Uhr am Staatstheater statt.