Die Zahl der mit Covid-19 infizierten Cottbuser steigt nach dem am Montag bekannt gewordenen Corona-Ausbruch am Carl-Thiem-Klinikum. Der Stadtverwaltung zufolge hat sich die Zahl der Covid-19-Fälle in Cottbus (mit Stand Dienstag, 10 Uhr) auf insgesamt 67 seit Beginn der Pandemie erhöht.
Positiv getestet worden sind demnach ein 31-Jähriger, der Symptome zeige, sowie eine 53-Jährige. Außerdem seien vier Schülerinnen der Medizinischen Schule am CTK im Alter zwischen 17 und 22 Jahren positiv auf das Virus getestet worden.

Kontaktermittlung nach Corona-Ausbruch am CTK läuft noch

Der Stadtverwaltung zufolge hatten sich alle Betroffenen bereits vor den eigenen Tests in Quarantäne begeben. Grund waren die Positivtests am CTK am Wochenende.
Aktuell stehen den Angaben zufolge 116 Personen in Cottbus unter Quarantäne. Die Zahl allerdings wird voraussichtlich noch steigen. Die Kontaktermittlung durch das Gesundheitsamt läuft noch, teilt die Stadtverwaltung am Dienstagmorgen mit.

Land Brandenburg reagiert

Das Land Brandenburg hat am Dienstagnachmittag auf die steigenden Corona-Zahlen im Land reagiert und die geltenden Regeln verschärft. So gilt eine Maskenpflicht jetzt auch in Bürogebäuden – vorausgesetzt, es gibt innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 neue Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt. Am festen Arbeitsplatz gilt die Maskenpflicht nicht, sofern ein Abstand von 1,50 Meter zum Kollegen eingehalten werden kann.
Das gleiche Maß bei den Infektionszahlen setzt das Land bei den Regelungen für Feiern an: In öffentlichen und gemieteten Räumen dürfen dann nur noch 50 Menschen feiern, in der Wohnung oder im Garten noch 25.

Neue Regeln und Strafen in Restaurants

In Restaurants gilt: Maske auf – das gilt laut der neuen Verordnung für das Personal, sofern es Gästekontakt hat, und für Gäste, die nicht am Platz sitzen. Wenn Gäste in Cafés oder Restaurants falsche Angaben bei der Kontaktdatenabfrage machen, können sie mit Bußgeldern zwischen 50 und 250 Euro bestraft werden.
Landesweit lag die Zahl neuer Ansteckungen in den vergangenen sieben Tagen bei knapp zehn pro 100 000 Einwohner, in Berlin sogar bei 41,5.
Die Schließungen von Ambulanzen aufgrund des Corona-Ausbruchs am CTK beziehen sich ausschließlich auf die Ambulanzen am Standort der Klinik, nicht auf das Ärztehaus Thiemstraße 112. Darauf weist ein im Ärztehaus ansässiger Mediziner hin. Geöffnet bleiben auch die MVZ-Praxen im Haus 7 (Haupteingang).

Stadt dankt der Bundeswehr


Die Bundeswehr unterstützt die Stadt Cottbus bei der Pandemie-Bewältigung. Einen Dank dafür gab es für die vier Soldaten und eine Soldatin im Cottbuser Rathaus. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hatte stellvertretend für die Bundeswehrmitglieder den Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, Oberst Olaf Detlefsen, und den Leiter des Kreisverbindungskommandos Cottbus, Major Martin Heusler, zu Gast. „Sie wurden und werden gebraucht. Wir stoßen in einer Pandemie schnell an unsere Grenzen“, so der OB laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Die eingesetzten Soldaten helfen dem Gesundheitsamt unter anderem bei der Kontaktermittlung. Außerdem arbeitet Heusler ehrenamtlich im Verwaltungsstab der Stadt Cottbus mit. Der wird geleitet von dem Stadt-Ordnungsdezernenten Thomas Bergner und tagt seit Montag wieder täglich in Form von Telefonkonferenzen. Hintergrund dafür ist der Corona-Ausbruch am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum.

Essen für die Cottbuser Tafel


Aufgrund des Corona-Ausbruchs am CTK ist auch die Klinik-Kantine geschlossen worden. Zum Zeitpunkt der Entscheidung waren laut CTK bereits 200 Essen gekocht. Küchenchef Andreas Choschzick nahm danach Kontakt zur Cottbuser Tafel auf. Dort gibt es heute 150 Portionen Rinderbraten mit Wirsinggemüse, Soße und Kartoffeln aus der CTK-Küche.

Dem CTK zufolge besuchen die Cottbuser Tafel in Sachsendorf täglich zwischen 150 und 200 Bedürftige, um eine warme Mahlzeit zu erhalten.