Carbon in Guben
: Carbonfaser-Forschungszentrum bekommt Millionen-Starthilfe

Die Carbon Lab Factory Lausitz soll Guben zum Zentrum für eine biobasierte Carbonfaser-Technologie machen. Investiert wird in Forschung und einen Neubau.
Von
Jan Siegel
Guben/Potsdam
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Das Technikum Laubholz in Blaubeuren konstruiert eine Pilotanlage für die Herstellung von Carbonfaser aus dem Holzbestandteil Lignin. Im Bild eine Abstandswebmaschine für Carbonfaser.⇥

Pilotanlage für die Herstellung von Carbonfaser aus dem Holzbestandteil Lignin. Das Foto zeigt eine Abstandswebmaschine für Carbonfaser. Auch in Guben wird künftig auf die Entwicklung, Herstellung und Weiterverarbeitung von Carbonfasern gesetzt.

Copyright Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF)/Müller/picture alliance
  • Carbon Lab Factory Lausitz kommt nach Guben – Millionen-Starthilfe bestätigt.
  • Rund 50 Mio. Euro für Start: Forschung und Hallenneubau für Carbonfasern.
  • Fokus: biobasierte Carbonfasern aus nachwachsenden Rohstoffen für Leichtbau.
  • Partner: Fraunhofer IAP und BTU Cottbus-Senftenberg – Magnet für Jobs und Firmen.
  • Gesamtpaket ca. 115 Mio. Euro: plus „Digitales Fundament“ und emissionsfreies Intensivfahrzeug.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Strukturentwicklung in der Lausitz erhält einen weiteren, hochkarätigen Impuls. Die Carbon Lab Factory Lausitz wird in der Neißestadt Guben angesiedelt. Das hat die Interministerielle Arbeitsgruppe (Imag) der Landesregierung jetzt bestätigt und dafür auch eine Millionen-Starthilfe freigegeben.

Im Rahmen der Strukturförderung werden in Guben damit die Weichen für eine moderne Hightech-Forschungsinfrastruktur gestellt, die sich auf die Entwicklung, Herstellung und Weiterverarbeitung von Carbonfasern spezialisiert.

Das Vorhaben ist Teil eines Investitionspakets von knapp 115 Millionen Euro, das neben dem Carbon-Projekt noch zwei weitere Maßnahmen umfasst. Allein für das Projekt in Guben sind als Starthilfe aus der Kasse der Strukturstärkung rund 50 Millionen Euro vorgesehen.

Mit der Ansiedlung der Carbon Lab Factory will das Land Brandenburg einen Innovationsschub in einer Schlüsselbranche der Zukunft setzen. Vor allem der Leichtbau - bei dem Carbonfasern eine entscheidende Rolle spielen - gilt in der Industrie als Wachstumsmotor. Carbonfasern sind in diesem Bereich das Material der Wahl: Sie sind extrem leicht, aber dennoch stabil und vielseitig einsetzbar, beispielsweise im Fahrzeugbau, in der Luftfahrt oder bei Windkraftanlagen.

Guben wird Zentrum für biobasierte Carbonfaser-Technologie

In Guben sollen künftig vor allem biobasierte Carbonfasern entwickelt und produziert werden. Diese bieten nicht nur Vorteile für die Industrie, sondern sind auch aus ökologischer Sicht ein Fortschritt, weil sie auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Dafür wird nicht nur in die Forschung investiert, sondern auch in einen Hallenneubau für die Produktion.

Hinter dem Projekt stehen starke Partner: Das renommierte Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) bündeln ihre Kompetenzen, um gemeinsam mit Unternehmen der Region innovative Lösungen zu entwickeln. Die Carbon Lab Factory soll damit nicht nur ein Forschungszentrum, sondern auch ein Magnet für neue Firmenansiedlungen und qualifizierte Arbeitsplätze werden.

Die Entscheidung für Guben als Standort fiel nach einem intensiven Auswahlprozess. Für die Region ist das ein deutliches Signal: „Die gesamte Lausitz profitiert von der Strukturentwicklung“, sagte der Lausitz-Beauftragte des Ministerpräsidenten, Dr. Klaus Freytag. Mit der Carbon Lab Factory könne die Lausitz zum Vorreiter im Bereich nachhaltiger Hightech-Materialien werden.

Diese weiteren Millionenprojekte von der Imag bestätigt

Neben der Carbon Lab Factory Lausitz wurden zwei weitere Vorhaben von der Imag bestätigt: Für die Medizinische Universität Lausitz - Carl-Thiem in Cottbus kann jetzt die nächste Phase des Projekts „Digitales Fundament“ starten. Damit soll die digitale Infrastruktur der Hochschule weiter gestärkt werden.

Außerdem erhält Brandenburg erstmals ein spezielles, emissionsfreies Fahrzeug, das für den überregionalen Transport intensivpflichtiger Patienten eingesetzt werden kann. Alle drei Projekte zusammen umfassen Investitionen von rund 115 Millionen Euro.