BVG in Berlin
: Meilenstein für E-Bus-Zukunft mit Beteiligung aus Cottbus

In Berlin entsteht ein Vorzeigeprojekt in puncto E-Mobilität. Die BVG baut einen E-Bus-Betriebshof und damit die nötige Infrastruktur für den Betrieb der Flotte. Was hat das mit Cottbus zu tun?
Von
Stephan Meyer
Cottbus
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So soll er mal aussehen, wenn er fertig ist: Der neue E-Busbetriebshof der BVG in der Säntisstraße in Berlin.

So soll er mal aussehen, wenn er fertig ist: Der neue E-Busbetriebshof der BVG in der Säntisstraße in Berlin.

Visualisierung Sweco
  • BVG baut E-Bus-Betriebshof in Berlin-Marienfelde, Richtfest gefeiert.
  • Fertigstellung 2027 geplant, Basis für rund 220 Elektrobusse.
  • Moderne Lade- und Werkstatttechnik, IT-Anbindung, ca. 180 Arbeitsplätze.
  • Projektleitung durch Arge BVG Säntis; Cottbuser Ingo Hiller (Zech Bau) beteiligt.
  • BVG: bereits rund 280 E-Busse; bis 2035 komplette Umstellung auf nicht fossile Antriebe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

CO₂-Emissionen bereiten Kopfzerbrechen und die Abhängigkeit von Erdölimporten nimmt weiter zu. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) setzen deshalb nicht erst seit gestern zunehmend auf Elektromobilität. Schon jetzt betreibt die BVG rund 280 E-Busse und hat damit eine der größten Flotten Deutschlands. Nun haben die Verkehrsbetriebe einen neuen Meilenstein beim Ausbau der Elektrobusinfrastruktur gefeiert – und mittendrin dabei: Ein Cottbuser.

In der Säntisstraße in Berlin-Marienfelde entsteht ein neuer E-Bus-Betriebshof. Verwaltungsgebäude und Servicehalle sind bereits im Rohbau fertig. Inzwischen wurde Richtfest gefeiert.

Auf der rund 6,6 Hektar großen Fläche entsteht nach Angaben des Verkehrsbetriebs ein hochmoderner Standort, der komplett auf den Betrieb von Elektrobussen ausgerichtet ist – ausgestattet mit modernster Lade- und Werkstatttechnik.

Die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Dann soll das neue Bus-Depot die Basisstation für rund 220 Elektrobusse sein, inklusive IT-Anbindung und Betriebswerkstatt. Die BVG ist laut dem Vorstandsvorsitzenden Henrik Falk „voll im Plan“.

Das sagt ein Cottbuser zum neuen E-Bus-Betriebshof in Berlin

In das Projekt ist auch ein Cottbuser involviert. Die Realisierung erfolgt durch die Arge BVG Säntis, bestehend aus der Zech Bau SE und der SBRS GmbH, als Totalunternehmer. Ingo Hiller von der Zech Bau SE, deren Berliner Niederlassung auch einen Standort in Cottbus hat, ist der Projektleiter der Arge.

Das Projekt ist für ihn ein starkes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs. „Der Busbetriebshof kann als Vorzeigeprojekt für die Elektromobilität in Berlin betrachtet werden“, sagt Hiller.

Richtfest für den neuen E-Bus-Betriebshof in der Säntisstraße in Berlin: (v.l.) Dr. Stephan Nahmer (Geschäftsführer SBRS), Ingo Hiller (Zech bau, Projektleiter Arge BVG Säntis), Ute Bonde (Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt), Alexander Bonk (BVG-Projektleiter) und Henrik Falk (BVG-Vorstandsvorsitzender).

Richtfest für den neuen E-Bus-Betriebshof in der Säntisstraße in Berlin: (v.l.) Dr. Stephan Nahmer (Geschäftsführer SBRS), Ingo Hiller (Zech Bau, Projektleiter Arge BVG Säntis), Ute Bonde (Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt), Alexander Bonk (BVG-Projektleiter) und Henrik Falk (BVG-Vorstandsvorsitzender).

BVG/Florian Bündig

Für ihn haben Bauprojekte rund um die grüne Mobilität ein hohes Potenzial für die Zech-Gruppe und ihre Niederlassungen: „Wir denken an unseren Nachwuchs“, sagt der Cottbuser. „Das wird ein Segment sein, das unsere jungen Kollegen dauerhaft beschäftigen wird.“

Bis wann die BVG emissionsfrei in Berlin unterwegs sein will

Seit der Grundsteinlegung im vergangenen August ist auf dem Gelände einiges passiert. Die Hälfte der Fenster wurde im Rohbau des Verwaltungsgebäudes verbaut und auch die Dachdecker sind schon im Einsatz. Der Rohbau der Tiefgarage ist ebenfalls abgeschlossen.

Das Tragwerk der Servicehalle steht komplett, das Tragwerk der Werkstatthalle zum größten Teil. Die Hälfte aller Arbeitsgruben sind eingebaut. Auch der Bau der Ladeinfrastruktur geht voran. Die erste Übergabestation ist startklar, das erste Ladestationsgebäude angeliefert.

Die BVG hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt. Der neue Betriebshof soll Platz für rund 220 Elektrobusse bieten. Dazu wird der neue Standort perspektivisch zu einem Arbeitsplatz für etwa 180 Mitarbeiter. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Elektrobussen haben die Berliner Verkehrsbetriebe weitere 270 E-Gelenkbusse bestellt. Bis zum Sommer dieses Jahres sollen die ersten 70 davon ausgeliefert werden.

2027 soll etwa ein Drittel der rund 1500 Fahrzeuge umfassenden Gesamtflotte elektrisch unterwegs sein. Bis 2035 wird die Flotte schrittweise auf nicht fossile Antriebsenergien umgestellt, verspricht die BVG. Das Ziel ist die vollständige Dekarbonisierung – also eine Fahrzeugflotte, die komplett emissionsfrei unterwegs ist. Mit dem neuen Betriebshof in der Säntisstraße sowie dem Betriebshof Treptow schaffe die BVG die notwendigen Kapazitäten dafür.