Die Themen reichen von Schallfeldmessung im Ultraschallbereich bis zur Konversion eines ehemaligen Güterbahnhofes, von Powerultraschall in der Betonherstellung bis zu alternativen Behandlungsmethoden bei Multipler Sklerose – die BTU Cottbus-Senftenberg hat am Donnerstagabend die Universitätspreise 2019 vergeben.

Neue Erkenntnisse zur CO2-Reduzierung gewonnen

Dr.-Ing. Corinna Netzer hat mit ihrer Dissertation „Simulation and Assessment of Engine Knock Events“ eine der ausgezeichneten Arbeiten geliefert. Mit ihrer Dissertation, so heißt es in der Begründung, leiste sie „einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung von Methoden zur Simulation und Begutachtung des motorischen Klopfens in Verbrennungsmotoren“.

Das schwierige Phänomen einer sich aufbauenden Detonation (Klopfen) ist hochgradig relevant, da es den Wirkungsgrad von Ottomotoren begrenzt. Zudem habe sie herausgearbeitet, dass eine sensiblere Unterscheidung zwischen gefährlichen Detonationen und harmlosen Selbstzündungen die Grenze der beherrschbaren Zustände in Motoren verschiebt. In Zukunft könnten diese Erkenntnisse eine verringerte Kohlendioxid-Emission ermöglichen.

Cottbus

Internationale Gutachter heben den besonderen Wert der Dissertation von Dr. Corinna Netzer hervor, die am Lehrstuhl für Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik bei Prof. Dr.-Ing. Fabian Mauß promoviert hat.

Eine MINT-Studentin überzeugt als Fluggerätemechanikerin

Den Preis für die beste MINT-Studentin der BTU geht an Julia Genßler. Sie begann 2014 ihr Bachelor-Studium im Bereich Maschinenbau. Als einzige Frau in ihrem Jahrgang hatte sie zuvor bereits eine MINT-Ausbildung als Fluggerätmechanikerin in der Fachrichtung Triebwerkstechnik abgeschlossen. Nach der erfolgreichen Erarbeitung ihrer Bachelor-Arbeit in Regelstudienzeit blieb Julia Genßler der BTU weiterhin für ein Master-Studium erhalten. Ihr „großes angewandtes Fachwissen, ihre exzellente Mitarbeit und ihre Fähigkeit, auch für komplexe Probleme selbstständig zielorientierte Lösungsstrategien entwickeln zu können“, werden von der Jury ebenso hervorgehoben, wie ihre sehr guten Leistungen sowie Fülle und die Beständigkeit an inner- und außeruniversitärem Engagement.

Auch an der BTU engagierte sich Julia Genßler als studentische Vertreterin in zwei Berufungskommissionen und setzt sich dafür ein, Maschinenbau und Technik auch für junge Frauen attraktiv zu machen. „Meine Leistungen im Studium und mein jahrelanges Engagement für die Gesellschaft sind der Beweis, dass Frauen Männern in nichts nachstehen“, erklärte Julia Genßler.

Uni-Vize-Präsident sieht BTU als Player des Strukturwandels

Der Vizepräsident der BTU Cottbus-Senftenberg Prof. Matthias Koziol sieht in den ausgezeichneten Arbeiten einen Beleg dafür, dass die Universität einer der wichtigsten Player im Strukturwandel sein müsse. Hier würden Fachkräfte vorbereitet. Zudem sichere die gerade neu entstehende Forschungslandschaft mit dem Aufbau von Instituten in enger Verbindung mit Unternehmen die Zukunftsfähigkeit der Region.

Auf die zwei Sonderpreise für Studentinnen angesprochen betont Koziol, dass Frauen oft die besseren Abiturnoten haben, aber sich tendenziell weniger für Technikstudiengänge entscheiden würden. Dafür aber gebe es keinen Grund. Die BTU wolle mit ihren Sonderpreisen vielmehr zum Studium in den MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) ermuntern.

Jahrgangsbeste Studentin der BTU kommt aus Marrokko


Der Förderpreis des Soroptimist International Club Cottbus 2019 wurde an Zineb Alaoiu Selsouli überreicht. „Soroptimist International“ ist die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen.

Zineb Alaoiu Selsouli studiert seit Oktober 2018 erfolgreich im englisch-sprachigen Master-Studiengang Cyber Security im Fachbereich Informatik. Die gebürtige Marokkanerin war schon immer fasziniert von der Mathematik und fordert mit ihrer enorm schnellen Auffassungsgabe und ihren intelligenten Fragen nicht zuletzt ihre ProfessorInnen heraus. Einige Module des männerdominierten Studiengangs schloss sie aufgrund ihrer herausragenden Fähigkeiten und ihrer besonderen wissenschaftlichen Begabung als Jahrgangsbeste ab. Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt von der vielseitig sprachlich begabten Studentin, die neben ihrer Muttersprache Arabisch zudem Französisch, Englisch, Deutsch und andere arabische Dialekte beherrscht.