Nach dem Terroranschlag von Hanau ist in Brandenburg die Einsatzfähigkeit der Sicherheitskräfte sofort verstärkt worden. „Das heißt: Zusätzliche Einsatzkräfte wurden bis auf weiteres in Bereitschaft versetzt“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Freitag auf Anfrage. Nach aktuellem Kenntnisstand gebe es keine Bezüge der Tat nach Brandenburg. Es herrsche aber eine erhöhte Sensibilität bei den Sicherheitskräften.

Ein 43-Jähriger Deutscher hatte in der Nacht zu Donnerstag zehn Menschen und sich selbst erschossen. Die Tat ist laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der „dritte rechtsterroristische Anschlag“ in wenigen Monaten in Deutschland.

Berlin/Hanau

Stübgen: Setzen Kurs gegen Rechtsextreme fort

Brandenburg sei im Bereich des Rechtsextremismus von jeher besonders wachsam, sagte Stübgen. Schon die letzte Landesregierung habe im vergangenen Jahr zusätzliche Maßnahmen eingeleitet. Der Verfassungsschutz sei personell verstärkt und gesetzlich mit besseren Einsatzmöglichkeiten versehen worden. „Diesen Kurs setzen wir konsequent fort“, sagte der Innenminister.

Keine Auswirkungen auf Karnevalsumzug

Beim traditionellen Karnevalsumzug am kommenden Sonntag in Cottbus herrschen trotz des Anschlags in Hanau die gängigen Sicherheitsvorkehrungen. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Für den Umzug, der als größter Ostdeutschlands gilt, gebe es ein Sicherheitskonzept, wie Stadtsprecher Jan Gloßmann sagte. Zusätzliche Maßnahmen sind nicht geplant.

An eine Absage des Karnevals wegen des Anschlags in Hanau haben Stadt und Veranstalter nach eigener Aussage nicht gedacht. Die Vorkommnisse in Hanau seien schlimm und zu verurteilen, sagte der Präsident des Karneval Verbands Lausitz, Matthias Schulze. „Man muss sich deshalb gesellschaftlich nicht verstecken“. Zudem brauchten die Menschen auch fröhliche Stunden.

Die Polizei richtet für Karnevalsbesucher am Sonntag zwei Mobile Polizeiwachen ein. „Also für den Fall eines Falles, wenn im Getümmel etwas verschwinden sollte, oder gar ein Kind abhandenkommt, sind zusätzlich zu den Polizeibeamten entlang der Aufzugsstrecke Beamte in einer Mobilen Polizeiwachein der Karl-Liebknecht-Straße 136 – vor „Domino’s Pizza“ – und in einer zweiten Mobilen Polizeiwachein der Bahnhofstraße 57 – auf Höhe des Altstadthotels „Am Theater“ – für Sie zur Anzeigenaufnahme und alle weiteren Fragen erreichbar“, so Sprecher Torsten Wendt.