Brand in Cottbus
: Obdachloser stirbt bei Feuer – überraschendes Gutachten

Nach einem Brand in Cottbus-Madlow war ein Mensch tot aufgefunden worden. Jetzt haben die Rechtsmediziner ein überraschendes Gutachten vorgelegt.
Von
Bernd Töpfer
Cottbus
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  • Brand in Cottbus: Das leerstehende Firmengebäude im Stadtteil Madlow ist völlig ausgebrannt.

    Brand in Cottbus: Das leerstehende Firmengebäude im Stadtteil Madlow ist völlig ausgebrannt.

    Michael Helbig
  • Die mit Blech verkleidete Halle in Cottbus war völlig eingewachsen.

    Die mit Blech verkleidete Halle in Cottbus war völlig eingewachsen.

    Michael Helbig
  • Ein Obdachloser ist bei dem Feuer in Cottbus gestorben.

    Ein Obdachloser ist bei dem Feuer in Cottbus gestorben.

    Rene Lehmann/Blaulichtreport Lausitz
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Nach dem Großbrand Ende Oktober in Cottbus-Madlow ist die Polizei mit weiteren Ermittlungsergebnissen an die Öffentlichkeit gegangen. Die Polizei hat Mord als Ursache für den Tod des Mannes ausgeschlossen. Das teilt Polizeisprecher Maik Kettlitz mit.

Bei dem Feuer in einer leerstehenden Halle ist am 27. Oktober ein Mann ums Leben gekommen. Er hat im Innern der Halle geschlafen. Der Leichnam ist bei den Löscharbeiten gefunden worden. Ein Bagger des Technischen Hilfswerkes hat das Dach des Gebäudes aufgebogen.

Was die Untersuchung des Opfers ergeben hat

Bei einer ersten Untersuchung des Leichnams konnte nicht nachgewiesen werden, dass der Mann an den Folgen des Brandes verstorben ist. Ein abschließendes Gutachten der Rechtsmedizin hat etwas mehr Zeit gebraucht.

Das liegt nun vor: „Das Opfer ist eindeutig an den Folgen einer Rauchgasvergiftung gestorben“, erklärt Maik Kettlitz. Im Blut seien bei einer molekularbiologischen Untersuchung Nachweise einer Rauchgasintoxikation erbracht worden, so der Sprecher. Damit ermittelt die Polizei nunmehr wegen Brandstiftung mit Todesfolge.

Die Identität des Mannes ist zweifelsfrei geklärt. Es handelt sich um einen 60-Jährigen, der keinen festen Wohnsitz hat. Nach den derzeitigen Erkenntnissen hat er die mit Blech verkleidete Halle offenbar regelmäßig als Schlafstätte genutzt.

Stand der Ermittlungen nach dem Brand in Cottbus

Die Polizei geht nach den kriminaltechnischen Untersuchungen davon aus, dass das Feuer gelegt wurde. Es habe weder einen technischen Defekt gegeben noch ist es zu einer Selbstentzündung der dort gelagerten Gegenstände gekommen, so Maik Kettlitz. Unklar sei bisher, ob es eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung gewesen ist.

Nach dem Brand kursierten viele Gerüchte in der Stadt. Die Polizei hat sich erst nach dem abschließenden Gutachten mit den Details in der Öffentlichkeit geäußert. Zu möglichen Tatverdächtigen gibt es derzeit keine Aussagen von den Beamten. „Die Ermittlungen laufen weiter“, so Maik Kettlitz zum Stand der Dinge.

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