Brand in Cottbus
: Nach Feuer in Sandow – mutmaßliche Brandstifter ermittelt

UPDATE, 26. Juni, 14 Uhr: Im Cottbuser Stadtteil Sandow war ein Feuer in einem Dachstuhl ausgebrochen. Das Haus ist einsturzgefährdet. Die Polizei hat im Zuge erster Ermittlungen verdächtige Personen ausmachen können.
Von
Stephan Meyer,
Kathleen Weser
Cottbus
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In Sandow steht am Dienstag (25. Juni) ein leerstehendes Wohngebäude in Flammen. Der Dachstuhl brennt. Der Löscheinsatz muss am Mittwochmorgen (26. Juni) fortgesetzt werden.

Im Cottbuser Stadtteil Sandow hat ein leerstehendes Wohngebäude gebrannt. Der Dachstuhl stand in Flammen. Der Löscheinsatz der Feuerwehr, der abends begann, musste am Morgen fortgesetzt werden.

Rene Lehmann/Blaulichtreport Lausitz

Nach dem Gebäudebrand im Cottbuser Stadtteil Sandow erfolgt derzeit die Kontrolle der Brandstelle durch Statiker und die Feuerwehr. Das teilt der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann, am Mittwoch (26. Juni) mit. Der Dachstuhl eines schon seit vielen Jahren leerstehenden Wohngebäudes an der Muskauer Straße/Ecke Bodelschwinghstraße war am Dienstag (25. Juni) in Brand geraten. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis zum Mittwochmorgen. Die Muskauer Straße ist noch immer halbseitig eingeengt; es kommt weiterhin zu Verkehrseinschränkungen. Die Straßenbahn fährt jedoch wieder regulär.

Mehrere Cottbuser Feuerwehren waren mit bis zu 70 Einsatzkräften am Dienstagabend zu dem Gebäudebrand in Sandow ausgerückt. Das Feuer entwickelte starken Rauch. Anwohner hatten das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Unmittelbar nach Eintreffen der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle kam es zudem zu einer Durchzündung des Dachstuhles.

Bevölkerung wurde vor beißendem Qualm gewarnt

Das Haus ist einsturzgefährdet. Den Löschkräften war es deshalb nicht möglich, den Flammen über einen Innenangriff den Garaus zu machen. Der Brand konnte nur von außen gelöscht werden. Mit viel Wasser – aufgrund des Ausmaßes des Feuers über die Drehleiter und den Teleskopmast. Nach der Erstbrandbekämpfung musste mit Kettensägen unter anderem technischen Hilfsmitteln die Dachhaut geöffnet werden, um an die vielen Glutnester heranzukommen.

Die Rauchschwaden waren auch in anderen Stadtteilen von Cottbus wahrzunehmen. Zur Warnung der Bevölkerung vor dem beißenden Qualm, der die Atemwege hätte belasten können, waren Warn-Apps wie Nina und Katwarn ausgelöst worden.

Löscheinsatz musste am Morgen fortgesetzt werden

Der Einsatz dauerte sechseinhalb Stunden an. Erst gegen 2.30 Uhr kehren in die letzten Feuerwehrleute in die Wache zurück. Doch schon in den frühen Morgenstunden am Mittwoch (26. Juni) muss der Löscheinsatz fortgesetzt werden. „Glutnester müssen in dem leerstehenden Altbau gelöscht werden", bestätigt der Nachtdienst der Leitstelle Lausitz, die Rettungs- und Feuerwehreinsätze in Südbrandenburg koordiniert.

Der Dachstuhl des alten Wohnhauses in Sandow ist völlig ausgebrannt. Der Löscheinsatz ist herausfordernd.

Der Dachstuhl des alten Wohnhauses in Sandow ist völlig ausgebrannt. Der Löscheinsatz ist herausfordernd.

Rene Lehmann/Blaulichtreport Lausitz

Die Einsatzstelle war eingezäunt worden. Gefahr für Personen habe nicht bestanden. Da sämtliche Zugänge des Gebäudes im Erdgeschoss durch den Eigentümer gesichert waren, hier teilweise mit Metallplatten, war nicht von der Anwesenheit von Personen innerhalb des Gebäudes auszugehen, so Stadtsprecher Jan Gloßmann. Auch ein Übergreifen des starken Feuers auf benachbarte Gebäude konnte ausgeschlossen werden. Die Abstände zwischen den Häusern sind groß. Die Muskauer Straße war in den Nachtstunden für den Verkehr voll gesperrt worden. Die Johanniter Unfallhilfe Südbrandenburg hatte den Großbrand mit der Drohne beobachtet.

Polizei hat mutmaßliche Brandstifter ausgemacht

Die Brandursache ist noch unklar. Allerdings konnten im Zuge der Ermittlungen der Polizei mehrere Kinder und Jugendliche ausgemacht werden, die im Verdacht stehen, das Feuer gelegt zu haben. Das teilte ein Sprecher der Polizei am Mittwochnachmittag mit. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern jedoch an.

Wegen der Entnahme von erheblichen Wassermengen aus dem Hydranten-Netz kam es zeitweilig zu Unterbrechung der Trinkwasserversorgung in der näheren Umgebung der Einsatzstelle.

Das Haus an der Muskauer Straße ist unbewohnt und baufällig. Die Statik des Gebäudes im Eigentum der Stadt ist so gefährdet, dass derzeit noch unklar ist, ob Brandermittler der Polizei ihre Arbeit aufnehmen können. Der Schaden am Haus beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 100.000 Euro.

Größerer Feuerwehreinsatz in Cottbus vor einigen Tagen

Vor zwölf Tagen gab es in Cottbus bereits einen größeren Feuerwehreinsatz. In der Lieberoser Straße brach in einer Wohnung ein Feuer nach Explosion aus, der das Leben einer Person forderte. Wie es dort jetzt weiter geht, erfahren Sie in diesem Artikel:

Der Artikel wird bei neuem Kenntnisstand aktualisiert.