Fachleute der EU und aus Brandenburg haben am Freitag in Cottbuser Stadthaus über die Chancen und Herausforderungen für die Strukturentwicklung in der Lausitz diskutiert. Eingeladen zu dem Treffen hatten die Brandenburger Christdemokraten. „Die Lausitz hat das Potenzial und kann zum echten Vorbild für Strukturentwicklung in Deutschland und auch in Europa werden“, waren sich der Europaabgeordnete Christian Ehler und der Brandenburger CDU-Landeschef Ingo Senftleben einig. Das Land müsse diese Aufgabe aber jetzt nur beherzt und mit Mut angehen.

Mitdiskutiert hat dabei auch Anna Colucci, die Abteilungsleiterin für den Kohle- und Ölmarkt bei der EU Generaldirektion Energie in Brüssel. Colucci hat in Cottbus vor allem deutlich gemacht, wie wichtig eindeutige Führungsstrukturen und die Definition zukunftsweisender Projektvorhaben sind, um auch die Unterstützung aus Brüssel zu akquirieren. Die EU sehe die Lausitz mit ihre Entwicklungsmöglichkeiten für die Energieerzeugung der Zukunft als ein mögliches Modellprojekt für den Strukturwandel. Die EU-Abteilungsleiterin kündigte an, dass sich Vertreter von insgesamt 41 Kohleregionen aus zwölf europäischen Ländern am Jahresende in Görlitz, in der Oberlausitz zu ihrer Jahrestagung treffen werden.

Die EU-Kohleplattform ist ein mächtiges Instrument bei dem es in den unterschiedlichen Staatenum immerhin 285 000 Industriearbeitsplätze geht, von allein 185 000 im Bergbau selbst, die langfristig von einer Neuausrichtung der Energiegewinnung betroffen sind.

„Die Zukunft des Lausitzer Reviers liegt in einer wissenschaftsbasierten und innovativen Wirtschaft“, machte Europaabgeordneter Christian Ehler bei der Kommunalkonferenz deutlich. Um langfristig sichere und gut bezahlte Industriearbeitsplätze zu schaffen, müsse die Wirtschaft stärker eingebunden werden. Das heiße auch, aktiv auf Unternehmen wie Siemens, BASF oder Rolls Royce zuzugehen und sie als Partner zu gewinnen. „Gemeinsam können wir mit neuen Speichertechnologien und Fortschritten in der Sektorenkopplung die Lausitz zu einem innovativen Energiestandort entwickeln.“, ist Ehler überzeugt. Dafür müsse sich auch das Energieunternehmen Leag schon heute zu einem solchen Energieunternehmen. Da sei die Voraussetzung, um auch nach dem Jahr 2038 als Partner in der Region tätig zu bleiben.

Strukturwandel in der Lausitz EU-Generaldirektor auf Lausitz-Tour

Cottbus