Ein falscher Polizist hat einen 94-Jährigen aus Peitz (Spree-Neiße) um mehrere Tausend Euro betrogen. Laut Polizeisprecher Ralph Meier wurde der Senior am Donnerstag von den Betrügern angerufen und hat von ihnen die Lügengeschichte von einem Verwandten mit einem Unfall gehört. Dieser bräuche für eine Kaution das Geld. Und leider ist der Peitzer auf die Betrüger hereingefallen und hat diesen das Geld ausgehändigt.

Betrugsmasche mit „falschen Polizisten nimmt zu

In der Lausitz nimmt die Betrugsmasche „Falscher Polizist“ seit einem Jahr extrem zu. Und das flächendeckend, wie Polizeisprecherin Ines Filohn auf Nachfrage der Lausitzer Rundschau bestätigt. Eine Statistik führe die Behörde nicht. Das wäre angesichts der unzähligen Fälle einfach zu aufwendig. Die geschätzte Bilanz ist jedoch erschreckend: Es vergehe kein Tag, an dem perfide Menschen nicht versuchen, das Geld von älteren Herrschaften zu ergattern. „Man nutzt die Vertrauensseligkeit aus“, sagt Ines Filohn. Oft handelt es sich dabei um das über ein gesamtes Leben lang ersparte Vermögen des Menschen. Allein in der Lausitz zocken falsche Polizisten hochgerechnet so Millionenbeträge ab.

Polizei rät: So verhalten Sie sich richtig

Die Polizei gibt deshalb auch zum wiederholten Mal die folgenden Hinweise: In keinem Fall werden sich Staatsanwälte, Gerichte oder die Polizei telefonisch oder persönlich an Sie wenden, um Bargeld oder gar Wertgegenstände, Schmuck oder Edelmetalle zur Abdeckung offenstehender Verfahren entgegenzunehmen. Kautionen in Form von Bargeld gibt es im deutschen Rechtssystem nicht. Vielmehr geht jeder Forderung ein Schriftwechsel voraus und Sie haben stets die Gelegenheit, sich die Legitimation eines Behördenvertreters von dessen Dienststelle bestätigen zu lassen.
Immer wieder und unter verschiedensten Legenden werden besonders Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes gebracht. Ob „Enkel“, „Neffe“, „Nichte“ oder auch „Polizist“, die Anrufer haben es immer auf Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände abgesehen. Vermeintliche Polizisten rufen an, hätten Hinweise auf Betrüger und benötigen die Mithilfe der Angerufenen. „Wir haben bei Betrügern einen Zettel mit Ihrem Namen gefunden und brauchen Ihre Hilfe!“, so oder so ähnlich versuchen Betrüger die Angerufenen zu bewegen, Schmuck und Wertgegenstände „für Untersuchungen vorübergehend auszuhändigen“ oder erfragen auch Kontoverbindungen. Dabei wird sogar die Telefonnummer manipuliert, so dass im Display ein tatsächlich existierender Polizeianschluss vorgegaukelt wird, manchmal auch die Notrufnummer 110.
Aber auch an der Haustür klingeln angebliche „Polizisten“, wollen wegen Einbrüchen in der Nachbarschaft ermitteln oder bieten Beratungen an und zeigen dabei gefälschte Dienstausweise vor. Auch hier ist höchste Vorsicht geboten, wenn sich jemand erkundigen möchte, „ob Ihr Geld/Schmuck sicher verwahrt ist?“. Seien Sie misstrauisch und geben Sie den Unbekannten keine Informationen über Wertgegenstände oder Bargeld. Ruft jemand unter der Notrufnummer 110 an, können Sie sicher sein, hier ist ein Trickbetrüger am Werk.
Informieren Sie sofort die richtige Polizei (Notruf 110), wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auch wenn kein Schaden entstanden ist. Seien Sie auch der Polizei (und anderen unbekannten Personen) gegenüber an der Haustüre misstrauisch und rufen Sie die zuständige Dienststelle oder den Notruf an. Dort kann man den Einsatz bestätigen oder Ihnen Hilfe senden.
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