Der Insolvenzplan für die Bäckerei-Kette „Lila Bäcker“ (Pasewalk) ist angenommen worden, der Betrieb kann weiter existieren. Mit diesem Ergebnis endete am Montag die Gläubigerversammlung im Amtsgericht Neubrandenburg.

Der von Insolvenzverwalter Torsten Martini erarbeitete Insolvenzplan sieht vor, dass keine weiteren der 270 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg geschlossen werden. „Die Umsätze entwickeln sich im August dankenswerter Weise besser erwartet. Wir hoffen, dass es dabei bleibt.“ Auch die Zahl der Mitarbeiter bleibe mit rund 2200 stabil. Nun müsse der Bankkredit in Höhe von zehn Millionen Euro ausgereicht werden, dieser sei zu 80 Prozent vom Land verbürgt. „Und dann wird hoffentlich demnächst das Insolvenzverfahren aufgehoben“, sagte Martini der Deutschen Presse-Agentur.

Zeitnahe Entscheidung über Landesbürgschaft

„Das positive Votum der Gläubigerversammlung ist erfreulich“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Reinhard Meyer (SPD). Damit sei eine wesentliche Voraussetzung gegeben, den Insolvenzplan umzusetzen und Arbeitsplätze im Land zu sichern. „Gleichzeitig ist diese Entscheidung notwendige Grundlage für die beabsichtigte Landesbürgschaft.“ Die diesbezügliche Prüfung laufe bereits, eine Entscheidung des Bürgschaftsausschusses könne zeitnah erfolgen.

Die Bäckereikette, die zunächst in Mecklenburg-Vorpommern tätig war und später nach Süden expandierte, hatte im Januar 2019 Insolvenz angemeldet, damals noch mit etwa 2500 Mitarbeitern. Seitdem wurde rund ein Drittel der 400 Filialen sowie Standorte in Gägelow bei Wismar und Dahlewitz bei Berlin aufgegeben.

Geschäftsführung bleibt weiter im Dienst

Die Vergangenheitsaufarbeitung beispielsweise über die Gründe der Insolvenz dauere an, sagte Martini. Die Quote für die Rückerstattung ausstehender Beträge der Gläubiger werde im einstelligen Bereich liegen. „Das ist sehr wenig. Es wäre noch weniger gewesen, wenn der Insolvenzplan nicht zustande gekommen wäre“, erklärte Martini. Die bisherige Geschäftsführung bleibe in Diensten des Unternehmens.

„Es gab keine Alternative zur Annahme des Insolvenzplans“, begrüßte der Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, Jörg Dahms, die Entscheidung. Die Schließung hätte in der Region Pasewalk schwere Auswirkungen gehabt. Er bedauerte, dass seine Gewerkschaft bei der Entscheidungsfindung keinen Beitrag leisten konnte. Er kritisierte in diesem Zusammenhang, dass dem Betrieb mit öffentlichen Geldern geholfen wird und trotzdem kein Tariflohn bezahlt werde. „Da muss das Land in der Lage sein, Bedingungen zu stellen.“

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