Dieser Besuch wird Carsten und Petra Hajek im Gedächtnis bleiben. Die  Inhaber und Geschäftsführer der Cottbuser Baumkuchen-Manufaktur und des Café Lauterbach haben in dieser Woche   den Präsidenten und Geschäftsführer des weltgrößten Baumkuchenproduzenten Juchheim Co. Ltd. mit Sitz in Tokio begrüßen können.

„Es war der ausdrückliche Wunsch von Herrn  Takeshi Kawamoto, nach Dresden und Salzwedel  die dritte  deutschlandweit bekannte Baumkuchenstadt zu besuchen und der dort ansässigen Manufaktur seine Aufwartung zu machen“, schildert Carsten Hajek  begeistert von der  Begegnung und der Tatsache, dass der Cottbuser Baumkuchen  in Japan  einen guten Ruf genießt und seiner Stadt so eine weitreichende Ausstrahlung verschafft.

Das habe natürlich damit zu tun, dass die Japaner Baumkuchen lieben, vielleicht  mehr als die Deutschen, die ihn der Historie nach erfunden – und auch nach Japan gebracht haben, wie Hajek scihldert. Denn die Firma Juchheim wurde 1919 in Tokio durch den deutschen Konditor Karl-Wilhelm Joseph Juchheim gegründet und war von Anbeginn auf die Produktion von Baumkuchen spezialisiert. „Heute hat Juchheim 2500 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Japan und Südostasien. Sie   produzieren überwiegend Baumkuchen“, weiß Hajek zu berichten. Er selbst schreitet am kommenden Dienstag wieder zur Tat, um den bei Japanern ebenfalls beliebten Matcha-Baumkuchen zu backen. Der mit grünem Teepulver gebackene Baumkuchen liegt im Trend.  Doch auch der Klassiker ist gefragt. „Wir schicken viel Baumkuchen nach Japan und versorgen unter anderem auch die japanische Community in Düsseldorf ganz gut mit unserem Baumkuchen“, erzählt Hajek. Die Kunden ordern online über die Internet-Präsenz der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur.

Und was sagt der  Präsident des japanischen Unternehmens Juchheim   zum Cottbuser Baumkuchen?  „Herr Kawamoto und seine Gattin haben das Backen des original Cottbuser Baumkuchens  genau in Augenschein genommen und festgestellt, dass die Grundrezeptur fast ähnlich der jetzt in  Japan praktizierten ist“, schildert Hajek.

Verständigungsprobleme gab es nicht. Takeshi Kawamoto spricht sehr gut deutsch. Er hat in den 1950er-Jahren in Hannover  gelernt, in der Holländischen Kakao-Stube. Die gibt es heute noch. Inhaber Friedrich Bartels, Mitglied im Deutschen Konditorenverband, hat den Kontakt  zwischen Tokio und Cottbus vermittelt und die Kawamotos bei ihrem Besuch in Cottbus  begleitet.

  Die Hajeks  sind nun, im 200. Jahr der Cottbuser Baumkuchen-Tradition,  zum Gegenbesuch eingeladen nach Tokio. Dort ist vor wenigen Wochen das 100-jährige Bestehen der Firma Juchheim gefeiert worden. Mit einem Baumkuchen von zwei Metern Länge plus 19 Zentimeter, symbolisch  für das Jahr 2019. Der Baumkuchen wurde in aller Öffentlichkeit gebacken, unter Beteiligung  japanischer  Politprominenz. Nur der Tenno, der Kaiser,  sei nicht dabei gewesen, wird erzählt, und dass die weltgrößten Baumkuchenbäcker damit ins Guiness-Buch der Rekorde gekommen sind.