Von René Wappler

Der Cottbuser Tierpark soll bis zum Jahr 2021 ein neues Elefantenhaus bekommen. Die Mitarbeiter des Rathauses planen dafür ein Investitionsvolumen von 1,86 Millionen Euro ein. Damit könnten eines Tages neue Elefanten in Cottbus ein Zuhause finden.

Bau des Elefantenhauses ist besonders wichtig

Von einer „erheblichen Summe“ spricht Fachbereichsleiter Bernd Warchold. Für den Bau des Elefantenhauses gebe es kein Fördergeld. Doch er sei so wichtig, dass er sich nicht mehr verschieben lasse. „Seit acht oder neun Jahren unterlaufen wir die vorgeschriebenen Haltungsbedingungen für die beiden Tiere“, sagt er. „Nun sind sie in einem Alter, in dem sich bestimmte Krankheitsbilder zeigen, und wir müssen der Tierethik gerecht werden.“

Nicht alle Dickhäuter können miteinander

Zu ihrem 50. Geburtstag im September 2018 bekam die Elefantin Sundali eine Milchreistorte mit Früchten. Sie war im Jahr 1969 mit elf Monaten aus Indien in den Cottbuser Tierpark gekommen, wo die Pfleger sie mit der Flasche großzogen. Auch die zwei Jahre ältere Elefantin Karla lebt seitdem in der Anlage neben dem Branitzer Park. Im Jahr 1979 kam die zweijährige Preya hinzu. Aber sie vertrug sich schlecht mit dem ansässigen Paar. Deshalb wurde sie im Jahr 1995 in den Zoo Münster abgegeben.

Das Alter hinterlässt seine Spuren

In jüngerer Vergangenheit mussten die Cottbuser Pfleger zu ihrem eigenen Bedauern erstmals Termine absagen, bei denen die Besucher dem Füttern der beiden Tiere zuschauen können. Darauf weisen sie auch auf der Internetseite hin. Tierpark-Chef Jens Kämmerling berichtet: „Sundali hatte im vergangenen Jahr wochenlang Fußprobleme.“ Das Alter hinterlasse nun einmal seine Spuren bei den Elefantendamen. Inzwischen müssen die Mitarbeiter damit rechnen, dass beide Tiere nicht mehr lange leben. Mit viel Glück können sie noch 60 Jahre alt werden.

Jens Kämmerling betont: „Wir hatten immer eine sehr gute Haltung.“ Jedes der beiden Tiere verfüge auch im Winter im Haus über einen Platz von 33 Quadratmetern. Ihr gesamtes Gelände umfasst mittlerweile 2500 Quadratmeter. „Heutzutage gelten jedoch richtigerweise ganz andere Anforderungen, als es einst der Fall war“, räumt der Chef des Tierparks ein. „So haben wir eine sehr funktionale neue Halle geplant.“

Der neue Stall wird einen Naturboden haben

Der Stall werde künftig mit Naturboden bedeckt sein, nicht mehr mit Beton, der von Stroh bedeckt ist. Außerdem bestehe dann die Chance, die Elefanten getrennt voneinander ins Freie zu bringen, erläutert Fachbereichsleiter Bernd Warchold. Im Moment habe der Pfleger ein Problem, wenn sie sich mal nicht vertragen und trotzdem nach draußen wollen.

Das neue Elefantenhaus wird nach dem aktuellen Plan etwas weiter von der Straße entfernt liegen, am Weg, der zum Wirtschaftshof des Tierparks führt. Sobald die Tiere umgezogen sind, steht der Abriss des alten Gebäudes zur Debatte. Am künftigen Standort gebe es auch die Möglichkeit, neue Tiere einzugewöhnen, wie Tierpark-Chef Jens Kämmerling anmerkt.

Gebäude soll im Jahr 2020 fertig sein

Der Plan für das Elefantenhaus sieht eine Brutto-Grundfläche von 910 Quadratmetern vor. Sie umfasst eine Freilauffläche, Boxen und ein Badebecken. Von den 1,86 Millionen Euro des Investitionsvolumens sind 1,47 Millionen Euro für das Jahr 2020 vorgesehen. Dann könnte das Gebäude bereits fertig sein. Weitere 353 700 Euro für die Außenanlagen sollen das Projekt im Jahr 2021 abschließen.

Die Mitglieder des Cottbuser Kulturausschusses erfuhren am Donnerstag vom detaillierten Plan. Fachbereichsleiter Bernd Warchold und Jens Kämmerling vom Tierpark stellten ihn gemeinsam im Stadthaus vor, wo das Gremium am Abend tagte.

Elefanten sind die Lieblinge der Tierpark-Besucher

Die Elefanten gelten nach Angaben der Mitarbeiter vom ersten Tag an die Besucherlieblinge des Tierparks. Als Beispiel für eine moderne Haltung hob im Jahr 2017 die European Elephant Group die Cottbuser Anlage hervor. Sie sei elefantengerecht gestaltet und an die Bedürfnisse der Tiere angepasst.

Die European Elephant Group versteht sich als Verein, der nach eigenen Angaben darum ringt, dass dem Elefanten als Widtier „ein würdiges, seinen Verhaltensweisen weitgehend angepasstes Leben in Menschenhand ermöglicht wird“.