Beatsteaks in Cottbus: Die Band aus Berlin will mehr als nur Konzerte spielen

Die Beatsteaks aus Berlin feiern ihr 30-jähriges Bandjubiläum und kommen am 18. Juli 2025 für ein Konzert nach Cottbus. Welche Botschaft bringt die Band nach drei Jahrzehnten Bühnenerfahrung und Begegnungen mit ihrem Publikum mit?
Andreas Hornoff- Die Beatsteaks feiern 2025 ihr 30-jähriges Jubiläum mit einer Tour, u. a. am 18. Juli in Cottbus.
- Die Band verbindet Musik mit gesellschaftlichem Engagement, z. B. kostenlose Konzerte in Jugendzentren.
- Sie betonen die Wichtigkeit von Dialog und Verantwortung in Zeiten politischer Spannungen.
- Sänger Arnim Teutoburg-Weiß fordert mehr politisches Engagement von Künstler:innen und der Gesellschaft.
- Die Beatsteaks wollen weiterhin Musik mit Haltung machen und blicken optimistisch in die Zukunft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich kaum zu fassen: Seit 30 Jahren stehen die Beatsteaks nun schon auf der Bühne. Einige ihrer Fans sind gerade erst so alt wie die Band selbst, andere haben die Anfänge vielleicht sogar miterlebt – damals, als sie noch weitgehend unbekannt durch autonome Jugendzentren (AJZ) hüpften. Doch eines zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Geschichte: Stillstand ist für die Berliner keine Option. Zum Jubiläum geht es auf große Tour – mit einem ganz selbstverständlichen Stopp in Cottbus (18. Juli 2025).
Die Beatsteaks kennt man in Cottbus. Sie haben schon viele Male im Gladhouse gespielt, in der Messehalle – und zuletzt auch im Club Chekov. Dort haben sie im Herbst 2024 im Rahmen ihrer Tour durch autonome Jugendzentren einen Stopp gemacht: Eine Aktion, die sie bewusst auf die Zeit der Landtagswahlen in Teilen Ostdeutschlands gelegt haben.
Dieser Auftritt sollte mehr sein als nur ein Konzert. Die Beatsteaks haben ohne Gage gespielt, um den Menschen Wertschätzung zu zeigen, die sich in selbstverwalteten Jugendzentren für eine offene Gesellschaft engagieren. Und auch, um vor Ort mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Für die Band steht fest: Der Club Chekov in Cottbus ist genau so ein Ort – einer, der jungen Menschen Raum gibt, sich zu treffen, sich auszuprobieren und mitzureden.
Beatsteaks in Cottbus – es geht nicht um das große Geld
An ihren letzten Besuch erinnern sich die Beatsteaks noch gut. „Das war wirklich sehr schön im Chekov. Generell verbinden wir mit Cottbus viele tolle Abende – unvergessliche Konzerte im Glad-House, in der Messehalle, aber eben auch in kleineren Läden wie dem Chekov“, sagt Sänger Arnim Teutoburg-Weiß. Es gehe der Band nie um das „große Money“, sondern um Abwechslung, Abenteuer und vor allem um Spaß an der Sache.
Die Entscheidung für das kostenlose Konzert im Chekov – wie auch in anderen autonomen Jugendzentren in Ostdeutschland – hat damals zwei Beweggründe. „Wir haben uns gefragt, was wir tun können in Zeiten, in denen rechte Kräfte stärker werden – als Band, als Künstler, als Menschen“, sagt Arnim. Und: Sie wollten zurück dorthin, wo für sie als Band alles begann: in kleine Läden, die sich selbst organisieren.
Von der AJZ-Tour haben die Beatsteaks jede Menge positive Energie und viele besondere Begegnungen mitgenommen. „Wir haben mit so vielen Menschen gesprochen – von alten Freunden, die ein bisschen auf die schiefe Bahn geraten sind, bis hin zum Bürgermeister“, erzählt der Sänger. „Es war einfach schön.“ Solche Touren wolle die Band auch in Zukunft weitermachen.
Arnim Teutoburg-Weiß macht deutlich: Haltung allein auf Instagram zu zeigen und „Nazis raus!“ rufen, reicht nicht. Es brauche echte Begegnungen. „Man muss mit den Leuten reden, zuhören – und dabei die unterschiedlichen Lebensrealitäten ernst nehmen.“

Sänger Arnim Teutoburg-Weiß appelliert, mehr gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen: Mehr reden, mehr zuhören.
Timmy HargesheimerGeboren in Berlin, hat Arnim Teutoburg-Weiß einen großen Teil seiner Jugend und seines Erwachsenenlebens bei seinen Eltern in einem kleinen Ort bei Schwerin verbracht. Noch heute kehrt er regelmäßig dorthin zurück. „Ich weiß, dass viele dort nicht meiner Meinung sind. Aber wir sitzen trotzdem abends zusammen und reden.“
Wie offen sollen Musiker sich politisch positionieren?
Die Beatsteaks haben nie ein Geheimnis aus ihrer politischen Haltung gemacht. „Mit der ersten Platte vor 30 Jahren haben wir uns positioniert – und dabei sind wir geblieben.“ Als Musiker sieht sich die Band in gesellschaftlicher Verantwortung.
Und wenn es nach Arnim Teutoburg-Weiß geht, sollten viel mehr Künstlerinnen und Künstler das offen mit ihrem Publikum thematisieren. „Keine Ahnung, warum so viele so leise sind. Klar, ich wünsch’ mir auch, dass Helene Fischer mal den Mund aufmacht. Aber wahrscheinlich hat sie einfach ein Publikum zu verlieren.“
Verantwortung, findet er, gehe aber längst nicht nur Musiker etwas an. „Auch Bäcker, Handwerker, Lehrer – eigentlich alle“. Die Herausforderungen unserer Zeit seien gewaltig, und zu viele würden ihre Dringlichkeit noch immer nicht erkennen. „Manche Leute kapieren nicht, in welcher Brisanz wir gerade leben. Und was machen die alten weißen Männer? Die machen Krieg!“, sagt Arnim – hörbar genervt.
Beatsteaks wollen weiter Musik mit Verantwortung machen
Von der politisch aufgeheizten Lage wollen sich die Beatsteaks nicht entmutigen lassen – im Gegenteil. Die Band hat noch einiges vor. „Ich bin 50, nicht 75. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben. Auch wenn es schwer ist, sie zu behalten“, sagt der Sänger.
An weitere 30 Jahre denkt der Sänger zwar noch nicht – auf die kommenden Shows, vor allem in Cottbus, freut sich die Band dafür umso mehr. „Kommt vorbei zu den Beatsteaks!“, sagt Arnim Teutoburg-Weiß motiviert.


