Der neue „Spreewaldexpress“ RB41 zwischen Cottbus und Lübben war gerade erst im Dezember 2018 mit dem Fahrplanwechsel auf die Schiene gesetzt worden. Doch bis zum 9. Februar rollt er nicht.

Der Zug, der die lange Zeit abgehängten Bahnhalte in Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch wieder regelmäßig ans Netz bringen sollte, wird mit Bussen ersetzt. Das wundert die Lausitzer und hat bei der RUNDSCHAU für zahlreiche Anfragen gesorgt.

Dabei hält sich der Ärger bei den Pendlern in den betroffenen Orten in Grenzen. Sie hatten sich in den vergangenen Jahren auf den Busbetrieb eingestellt. Die Taktung des neuen „Spreewaldexpresses“ bringt ihnen eher Nachteile.

Die Ursachen für die aktuellen Zugausfälle und den derzeitigen Ersatzverkehr liegen überraschender Weise nicht in der Lausitz, sondern in der Nähe von Frankfurt (Oder). Dort müssen zwischen Frankfurt und Wiesenau zwei Brücken erneuert werden, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage der RUNDSCHAU mit. Bis zum 9. Februar können zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) gar keine Züge fahren. Dort gibt es bis dahin einen dauerhaften Schienenersatzverkehr.

Betroffen davon sind aber eben nicht nur die Personenzüge der Linien RE1 und RB11, sondern auch der gesamte Güterverkehr auf der wichtigen Strecke in der deutsch-polnischen Grenzregion.

Um Trassenkapazitäten zu schaffen, wird ein Teil dieser Transporte im Januar durch das eingleisige Nadelöhr zwischen Cottbus und Lübbenau umgeleitet. Diesen Güter-Umleitungen fällt in Absprache mit der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) der „Spreewaldexpress“ bis Anfang Februar zum Opfer, weil die Kapazität der Strecke Cottbus-Lübbenau ausgeschöpft ist.

Zwischen Deutschland und dem Nachbarland Polen rollen in diesen Wochen allem Anschein nach nicht nur sehr viele zivile Güterzüge. Nach einer Übung der Bundeswehr in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Panzerkavalleriebrigade der polnischen Streitkräfte aus Südpolen Ende Dezember werden die wenigen Schienen durch die Lausitz allem Anschein nach auch von Militärtransporten genutzt. Eine Bestätigung für diese Militärtransporte gab es von der Bahn aber nicht.