Von Peggy Kompalla

Eine Cottbuserin und ein Berliner haben gemeinsam die Geschäfte des Weltspiegels übernommen. Damit kann der Kinobetrieb nach Jahren in der Insolvenzverwaltung und damit auf Sparflamme nun wieder vorwärtsgehen. Dabei setzt das Duo nicht allein auf Filme. Die Sparkasse Spree-Neiße bleibt weiterhin Eigentümerin des ältesten Brandenburger Kinos.

Bankchef Ulrich Lepsch erklärt zufrieden: „Wir haben den Cottbusern versprochen, dass wir uns als heimische Sparkasse mit ganzer Kraft dafür einsetzen werden, dass unser traditionsreiches Innenstadtkino auch weiterhin erhalten bleibt.“ Mit der neuen Betreibergesellschaft, der Weltspiegel Cottbus GmbH, sei eine solide Basis für die Zukunft des Kinos gelegt worden. Die Geschicke des Traditionshauses sieht der Vorstandsvorsitzende bei dem Cottbus-Berlin-Duo in sicheren und kompetenten Händen. Das Team habe das richtige Gespür für den Weltspiegel und kenne sich in der Branche bestens aus.

Kerstin Adam ist dem Weltspiegel seit fast sechs Jahren verbunden. Sie war bislang für das operative Geschäft verantwortlich. Wulf Sörgel betreibt seinerseits in Berlin drei Kinos – das Moviemento (Kreuzberg), das Central (Mitte) und das Toni (Weißensee). Der Berliner gehörte zudem zu den Gründern des Filmverleihs Neue Visionen, dessen Geschäfte er bis 2013 mitführte. Der Verleih hat gerade den aktuellen Publikumsliebling des Cottbuser Filmfests, „Cold War – Breitengrad der Liebe“, in sein Programm genommen.

Sörgel ist bestens vernetzt in der Filmbranche. Über diesen Weg hat er auch Cottbus und den Weltspiegel kennengelernt – als regelmäßiger Gast beim Filmfestival auf der Suche nach neuen Filmen für den Verleih. „Dabei habe ich erlebt, wie der Weltspiegel wieder ein Kino wurde“, sagt er. In den vergangenen Jahren habe er dem Cottbuser Kinobetrieb bereits beratend zur Seite gestanden, erzählt Kerstin Adam. Wulf Sörgel selbst macht nicht viele Worte darum.

Mit dem Duo an der Spitze und seinen Erfahrungen verwundert der Ansatz für den Weltspiegel nicht: Die beiden setzen im Programm auf eine Kombination von Kinohits und besonderen Filmen. „Wir wollen zudem Spezialangebote machen“, ergänzt Wulf Sörgel. Dazu gehörten Konzerte genauso wie Filmgespräche mit Regisseuren und Schauspielern oder Lesungen.

Das Kinogeschäft sei rückläufig. Das betreffe alle Häuser deutschlandweit – große wie kleine, erklärt der Berliner. Umso wichtiger sei der Pfand des Weltspiegels: Der große Saal. Er sei ein idealer Ort für eine Vielzahl von Veranstaltungen – sogar für Klassik. So wird das Filmtheater mit einer neuen Veranstaltungsreihe Kulturfestspiele Mark Brandenburg gleich in den Februar starten. Mit dem „Sextett Mitternacht“ übernehmen am 2. Februar junge Ausnahmekünstler der Klassikszene die Bühne des Weltspiegels. Kerstin Adam erzählt: „Die haben uns vorab besucht und sind fingerschnipsend durch den Saal gegangen. Sie waren gleich von der Akustik begeistert.“

Überhaupt sei der große Saal etwas Besonderes, sagt Sörgel. „Das Kino ist historisch ganz anders gebaut. Man hört die anderen Leute im Kinosaal viel mehr als in modernen Kinos. Damit wird der Filmbesuch zu einem echten Gemeinschaftserlebnis. Der Saal eignet sich bestens für Komödien, weil man einfach mit den anderen mitlacht.“