Von Benjamin Lassiwe

Verschläft Cottbus das 30. Jubiläum des Falls des Berliner Mauer? Zwar wird es am 10. November in der Oberkirche einen großen Festgottesdienst zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung geben. Und auch eine Fotoausstellung erinnert in dem Gotteshaus an die Wende 1989/90. Doch am Cottbuser Mauerdenkmal, das die BTU 2011 aus vier Segmenten der Berliner Mauer zusammengesetzt hat, passiert am 9. November gar nichts, bedauert der DDR-Bürgerrechtler und pensionierte Pfarrer der Cottbuser Oberkirche, Christoph Polster, gegenüber der RUNDSCHAU. Er sei mit den Verantwortlichen von Stadt und Universität seit Jahren im Gespräch da­rüber, das Denkmal „in eine gewisse Gedächtniskultur einzubetten“. Es habe aber bislang keine Ergebnisse gegeben.

Stadtsprecher Jan Gloßmann verweist auf den Bürgerdialog am 12. November in der Oberkirche. Unter dem Titel „30 Jahre Veränderung“ würden Lokalpolitiker und Zeitzeugen eine Rückschau halten. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) will in einer Rede auf der Stadtverordnetenversammlung am 30. Oktober unter anderem an die erste große Demonstration in Cottbus erinnern.

Christoph Polster wird am 10. November an den zentralen Gedenkveranstaltungen Brandenburgs in Potsdam teilnehmen, deren Programm am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. So soll die im Kalten Krieg als Austauschplatz für Agenten weltberühmt gewordene Glienicker Brücke an diesen Tagen festlich beleuchtet werden. Mehrere Tausend Menschen werden gemeinsam die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ singen. Länder Seite 4