Von Jan Siegel

Wolfgang Peiler ist ganz gerührt. Noch ist er ein bisschen außer Atem, die Brille beschlägt, schließlich hat der Cottbuser die Zehn-Kilometer-Walking-Strecke in den Beinen. 331 Starter waren am Sonntag in Burg mit ihm auf die Walking-Runde gegangen.

Peiler hat Erfahrung: Beim Spreewaldmarathon ist er schon zum zehnten Mal dabei. Aber ausruhen kann er sich nach dem Zieleinlauf noch nicht.

Wolfgang Peiler hat nämlich Geburtstag. 77 Lenze zählt der rüstige Senior und da haben die Freunde seiner Cottbuser Walking-Gruppe selbstverständlich etwas vorbereitet. Sie haben ein Plakat für ihn gemalt, wollen ihn in den Arm nehmen und mit dem Mann, der am Sonntag wie selbstverständlich mit der Startnummer 3777 beim 17. Spreewaldmarathon an den Start gehen dufte, auf den Geburtstag anstoßen.

  Wolfgang Peiler ist irgendwie typisch für  den Spreewaldmarathon, das größte Volkssport-Event der Lausitz. Den allermeisten Teilnehmern geht es dabei nämlich um den Spaß an der Bewegung in Gemeinschaft. Und natürlich hat sich jeder irgendwie eine individuelle Zielzeit für seinen Wettkampf gesetzt.

Richtig gut aufgegangen ist das mit den individuellen Zeitvorgaben in diesem Jahr bei Laura Opt-Eynde. Die Frau mit dem einigermaßen exotischen Nachnamen, dessen Ursprung in den Niederlanden liegt, ist aber eine waschechte Berlinerin, die vom Laufen offenbar gar nicht genug bekommen kann. Sechsmal pro Woche trainiert die 31-jährige Physiotherapeutin. Und damit sich das ganze trainieren auch richtig lohnt, war Laura Opt-Eynde beim Spreewaldmarathon an zwei Tagen auch gleich zweimal in Lübbenau und Burg am Sonnabend und Sonntag am Start auf der Halbmarathon-Strecke. Damit hatte sie an jedem der beiden Tage gut 21 Kilometern unter die Laufschuhe genommen.

Am Ende konnte sich  Laura Opt-Eynde mit einem zweiten und einem dritten Platz die Läufer-Krone bei den Frauen „aufsetzen“. In der Wertung beider Läufe war sie am Ende nämlich die Schnellste.

Ihr Erfolg ist irgendwie auch ein bisschen ein Lausitzer-Sieg. Denn gecoacht wird die „flinke Laura“ von dem Cottbuser Lauftrainer Dietmar „Pit“ Bittermann, der einst auch den Marathon-Olympia-Dritten von Barcelona Stephan Freigang so erfolgreich ausdauernd und schnell gemacht hatte.

Damit wurde der 17. Spreewaldmarathon am Sonntag auch ein bisschen zu einem für Kenner der Szene interessanten Trainer-„Duell“. Stephan Freigang, der inzwischen selbst ein erfolgreicher Sporttherapeut und Laufcoach ist, stand nämlich auch am Rand der Marathonstrecke und drückte seinen Schützlingen die Daumen.

Freigang, Vollprofi wie er ist, wusste ganz genau, dass „die heute etwas reißen können“. Als 3:20 Stunden nach dem Start vergangen waren wurde Freigang nervös. Er weiß, was „seine Läuferin“ Kristin Müller drauf hat. Müller hatte vor zwei Wochen geheiratet und stand noch mit ihrem vorherigen Namen Hotzkow in der Starterliste für den Marathonlauf.

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk kam Kristin Müller dann auch euphorisch auf die Zielgerade gesprintet und holte sich souverän ihren Spreewaldmarathon-Sieg bei den Frauen.

Bildergalerie Verpflegungsstelle sowie Start und Ziel an der Grundschule Burg. Zieleinfahrt der Burger Starter und Durchfahrt der Lübbener Starter.

Bildergalerie Skatermarathon rund um Burg mit Start und Ziel an der Burger Grundschule.

Bildergalerie 17. Spreewald Marathon in Burg. 42,195 km Run & Bike Marathon , 42,195 km Marathon-Lauf, 21,1 km Burger Halbmarathon-Lauf sowie 10 km Antenne Brandenburg Lauf, Skate-Halbmarathon (22,8 km) und 10 km Walken am Sonntag in Burg (Spreewald).

Lübben

Burg/Lübbenau/Lübben