Montag, der 11.11. Da wird in den Karnevalshochburgen traditionell die Macht durch die Narren ergriffen. Karnevals-Jecken stürmen die Rathäuser, krönen ihre eigenen Prinzenpaare und übernehmen – symbolisch – die Schlüssel und die Macht in der Stadt.

Cottbus/Zülpich/Kerpen

Auch in der Lausitz haben sich die Narren an diesem Morgen auf den Weg gemacht. In Cottbus wurde das Rathaus pünktlich um 11.11 Uhr gestürmt. Die karnevalistischen Neulinge Prinz Max I. und Prinzessin Jenny I. vom Verband Cottbuser Karneval (VCK) übernahmen von Oberbürgermeister Holger Kelch den Rathausschlüssel und schickten die Rathausspitze symbolisch in den Urlaub.

Karneval Rathaussturm in Cottbus 2019

Nachdem die Karnevalsvereine Ausschnitte aus ihren diesjährigen Karnevalsprogrammen gezeigt hatten gab es gemäß ihrem diesjährigen politischen Thema „Klimawandel“ noch reichlich satirische Spitzen. Für die Zeit des Karnevals erhielt die Rathausspitze den Forschungsauftrag: „Erforschen Sie das Flugverhalten von Schwänen aus dem Peitzer Teichgebiet hinsichtlich des Einsatzes der fliegenden Wesen als umweltfreundliches Transportmittel mit dem Effekt der Minimierung der Umweltbelastung durch PKW`s und der Entlastung der überbelasteten Infrastruktur.“

In Forst stürmte die Garde des Karnevalsvereins Forst-sacro am morgen das Rathaus. Pünktlich um 11.11 Uhr rückte dann Bürgermeisterin Sabine Taubenek den Schlüssel zur Stadt heraus. Zusätzlich gab es noch einen Regenschirm mit Geld. mehr werden die Narren in der bekannt klammen Stadtkasse aber wohl kaum finden.

Der Präsident des KCC, Michael Schilling. hielt pünktlich um 11:11 Uhr den Kolkwitzer Rathausschlüssel in seinen Händen.
© Foto: Gemeinde Kolkwitz

In Kolkwitz waren die Narren des Kolkwitzer Carneval Clubs (KCC) auch ganz pünktlich. Präsident Michael Schilling hielt um 11.11 Uhr den Rathausschlüssel in seinen Händen. Bürgermeister Karsten Schreiber bezeichnete die Gemeinde als Hochburg des Karnevals und wünschte den Narren eine tolle 65. Session.

Schlüsselübergabe zum Karnevalsauftakt in Spremberg: Frank Kulik, der Vizebürgermeister, übergibt den großen Schlüssel dem Pumpschen Karnevalspräsidenten Sebastian Schmeier. Foto: Annett Igel-Allzeit
© Foto: Annett Igel-Allzeit

In Spremberg hat Frank Kulik, der Vizebürgermeister, den großen Schlüssel dem Pumpschen Karnevalspräsidenten Sebastian Schmeier übergeben.

Auftaktveranstaltung zum Karneval 2019 in Massen (Elbe-Elster)
© Foto: Sarah Große

In Massen übernhmen die Karnevalisten den Amtsschlüssel. Bürgermeister Lutz Modrow wünschte allen Vereinen eine fröhliche und erfolgreiche Saison.

Bernsdorf: Am 11.11.19 um 11.11 Uhr haben die Karnevalisten des Bernsdorfer Karnevals-Club (BKC) das Bernsdorfer Rathaus gestürmt und die Macht im Ort übernommen.
© Foto: Sascha Klein

Die Bernsdorfer Karnevalisten vom BKC haben am Montag pünktlich um 11.11 Uhr das Rathaus der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Das Motto der aktuellen Session lautet: „Wenn alles schläft und einer spricht: Den Zustand nennt man Unterricht.“

Karneval Rathaussturm der Forster Narren 2019

So ganz wohl war Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (l.) am Montag nicht dabei, dem Chef des Gräfendorfer Karnevalsverein (GKV) Gerd Rothaug seinen Rathausschlüssel zu überlassen. Doch schließlich rückte er ihn doch heraus, denn „die Kassen sind ja sowieso leer“.

Etwas später dran sind die Narren in Ruhland. Um 18.11 Uhr erfolgt die Schlüsselübergabe zur 51. Session des Ruhlander Karnevalclubs. Anschließend gibt es ein gemütliches Beisammensein und feucht-fröhlichen Ausklang auf dem Mitarbeiterparkplatz neben dem Rathaus.

Warum beginnt der Karneval am 11.11.

Am elften Elften um elf Uhr elf beginnt die neue Karnevalssession – die Karnevalisten sagen Session, nicht Saison. Warum genau dann? Weiß man nicht. Es gibt nur Vermutungen: Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte. Einer mehr als die zehn Finger und einer weniger als die zwölf Apostel. Nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wussten Sie das eigentlich? Fünf Fakten zum Karneval

Cottbus

Außerdem markierte der 11. November, der Martinstag, früher das Ende der Erntezeit. Man feierte dies mit einem Braten, der Martinsgans. Dabei trank man dann auch gern ein Glas zuviel. Nach getaner Arbeit ließ man es sich gutgehen – zumal anschließend eine Fastenzeit bis Weihnachten begann.

Heute hat in den Karnevalshochburgen sehr vieles mit der Zahl elf zu tun. Sitzungen beginnen nicht zur vollen Stunde, sondern elf Minuten später, und geleitet werden sie vom Elferrat.