Die Rede ist von Tim Lehmann (rechts im Bild) und Stanley Hauptstein (links), die in der laufenden Sommerpause in den Nachwuchs von RB Leipzig gewechselt sind. Beide Burschen sind totale Ausnahmefußballer, die im Nachwuchszentrum des Bundesligavereins nun eine anspruchsvolle Ausbildung genießen werden. "Nichts gegen Energie, aber was wir dort für Bedingungen haben werden, ist schon eine ganz andere Welt. So viele verschiedene Übungsleiter arbeiten da mit uns, selbst wenn es nötig ist, stehen Nachhilfelehrer bereit. All das ist professionell, davon haben wir uns bei unserem Besuch mit meinen Eltern überzeugen können", erzählt Stanley Hauptstein. Seine Eltern haben ihm nach der Rückkehr aus Leipzig eine Woche Zeit gegeben, um sich zwischen der Geborgenheit des Elternhauses und dem Internat zu entscheiden.

Der 12-Jährige entschied sich für die Fremde. Wie er zugibt, hat seine Entscheidung auch damit zu tun, dass Tim Lehmann mit seinen Eltern nach Leipzig umgezogen ist. "Bei uns hat alles zusammengepasst. Unsere neue Arbeitsstelle, die wir dort gefunden haben, und die Ambitionen von Tim. Und es war nicht etwa so, dass RB uns, etwa um Tim zu ködern, einen Arbeitsplatz angeboten hätte", stellt Tims Vater klar.

Dass der Sohnemann, der die Fußballschule des Sven Benken durchlief, durchaus zu Höherem berufen scheint, hat er in Maik Pohlands E-Jugend beim FCE schon darstellen können. In Mönchengladbach bei einem Turnier mit 66 Teams hatte er gegen die Spanier von Celta Vigo am 2:1-Erfolg mit Tor und Vorlage einen Riesenanteil. Gegen den FC Liverpool gelang der Nachwuchshoffnung Tim Lehmann an gleicher Stelle der Ehrentreffer.

Auch sein Kumpel Stanley war schon auf der großen Bühne des Fußballs präsent. Für Energies einziges Tor beim Turnier in der Fußballakademie von Doha/Katar hatte der damals 11-Jährige gesorgt, nachdem er in der heimischen Liga stets ganz vorn in der Torschützenliste stand.

Energies Nachwuchschef Matthias Heidrich war beim Abschied der Jungspunde nicht etwa erzürnt, hat doch auch er erkannt, dass die Neu-Leipziger tatsächlich Ausnahmespieler ihrer Altersklasse sind, denen man einen hoffentlich erfolgreichen Weg nicht verbauen will.