Von Frank Noack
und Steven Wiesner

Eigentlich war es ja ein Einstand nach Maß für Felix Brügmann. 50 Minuten erst hatte der Stürmer den Stoff von Energie Cottbus am Mittwochabend auf der Haut, da schoss er schon das erste Tor für seinen neuen Arbeitgeber. Doch weil der FCE das Testspiel beim VfB Krieschow nicht gewinnen und beim 2:2 auch nicht überzeugen konnte, fuhr auch der Neuzugang vom FC Carl Zeiss Jena ernüchtert nach Hause. „Schön, dass ich ein Tor geschossen habe. Aber ich hätte lieber gewonnen, damit wir Selbstbewusstsein mitnehmen“, so der 26-Jährige. „Wir müssen unseren Rhythmus finden. Wir haben nur noch eine Woche. Da haben wir noch einiges vor uns, weil wir erfolgreich starten wollen.“

VSG Altglienicke heißt dann der Gegner am 1. Regionalliga-Spieltag (27. Juli, 13.30 Uhr, Stadion der Freundschaft). Eine Mannschaft, an die Brügmann kaum gute Erinnerungen haben dürfte. Denn mit dem Berliner AK traf er in der Saison 2017/18 schon zweimal auf den Klub von Torsten Mattuschka. Beide Male gab es weder einen Sieg geschweige denn ein Tor für Brügmanns Team.

Der beidfüßige Mittelstürmer, der in Schleswig-Holstein in der Nähe von Hamburg aufgewachsen ist, schaut aber eh nicht gerne in den Rückspiegel. So will er es auch mit seinem Ex-Verein aus Jena halten, mit dem er in der vergangenen Drittliga-Saison sensationell den Klassenerhalt geschafft hatte – mit sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen. „Der Nichtabstieg in der vergangenen Saison ist eine Geschichte, die es in der Form wohl so schnell nicht mehr geben wird“, sagt er. Dennoch musste er Thüringen nun wieder verlassen trotz acht Toren in seiner Premieren-Saison in der 3. Liga. Bei Energie wäre er damit zweitbester Schütze hinter Streli Mamba (elf Tore) gewesen. „So ist eben das Fußballgeschäft. Jeder Trainer hat seine eigene Vorstellung. Aber ich möchte darüber gar nicht weiter reden, das ist abgehakt“, sagt Brügmann. „Ich freue mich auf die Zukunft in Cottbus. Es wäre schön, wenn wir mit einem Dreier starten und eine Euphorie aufbauen und uns tragen lassen.“

Vorher aber geht es für den Mann mit der Nummer 23 noch darum, „die Jungs kennenzulernen, herauszufinden, wie das Spiel hier funktioniert und was der Trainer möchte“. Claus-Dieter Wollitz, der gerne auch Brügmanns zwei Jahre älteren Bruder Florian (zuletzt Jena, aktuell vereinslos) verpflichtet hätte, glaubt jedenfalls an den Neuzugang: „Er besitzt das Potenzial, das wir brauchen. Wir brauchen einen Stürmer, der in den Strafraum geht und diese Wege machen will.“ Denn diesen Vorwärtsdrang hatte Wollitz in den jüngsten Testspielen vermisst.

Am Samstag (13.30 Uhr) testet Energie Cottbus zuhause gegen den lettischen Spitzenclub Spartaks Jurmala. Vielleicht klappt es ja da neben einem Tor diesmal auch mit einem Sieg für Felix Brügmann.