LR+LR+Rudi Bommer
: Teambildung per Facebook

Energie Cottbus muss am Freitag im Spiel beim Karls ruher SC auf seinen gesperrten Kapitän Marc Andre Kruska verzichten. Coach Rudi Bommer scheint den Ersatz schon in Ivica Banovic gefunden zu haben. Aber auch die FCE-Fans können auf Facebook im
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Cottbus
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Die Aktion darf schon jetzt als gelungene Marketing-Maßnahme in eigener Sache eingestuft werden. Und es ist ja in der Tat auch eine spannende Frage, über die die Fans von Energie Cottbus derzeit im Internet sehr kontrovers diskutieren: Wer ersetzt im Auswärtsspiel der 2. Bundesliga am Freitagabend beim Karlsruher SC (18 Uhr) den gesperrten Kapitän Marc Andre Kruska im defensiven Mittelfeld? Kruska muss wegen der fünften gelben Karte diesmal zuschauen.

Mit Ivica Banovic, Konstantin Engel, Christian Müller, Rok Kronaveter, Roger und Leonardo Bittencourt hat der FC Energie im Internet auf seiner Seite des sozialen Netzwerks Facebook sechs Kandidaten als möglichen Kruska-Ersatz vorgeschlagen - die Fans nehmen die Einladung zur Diskussion dankend an.

„Bano und Leo zusammen im defensiven Mittelfeld“, macht sich ein User für ein Tandem aus Banovic und Bittencourt stark. Ein anderer findet: „Banovic macht das Spiel öfters langsam. Von daher eher Müller oder Kronaveter.“ Von einem Spaß vogel wird selbst der Name David Jarolim in die Runde geworfen - aber der spielt bekanntlich beim Hamburger SV.

Vorteil Banovic

Energie-Trainer Rudi Bommer kommentiert die Diskussion im Internet mit einem Schmunzeln. „Ich finde es gut, dass unsere Fans so intensiv diskutieren. Das zeigt doch, dass sie Interesse am Team und am gesamten Verein haben“, meint Bommer.

Die Entscheidung, wer den gesperrten Kruska ersetzt, wird der Coach natürlich rein nach sport lichen Gesichtspunkten treffen. „Ich schaue nicht danach, wer bei den Fans am besten ankommt, sondern wer im Training den besten Eindruck macht.“

Und Bommer hat zumindest schon eine Vorentscheidung über den Kruska-Vertreter getroffen. Denn Ivica Banovic soll gegen den KSC die vakante Rolle im defensiven Mittelfeld übernehmen.

Ein kleines Fragezeichen gibt es allerdings noch wegen der Fitness des Kroaten. Banovic klagte zuletzt über muskuläre Be schwerden im Oberschenkel und fehlte deswegen beim jüngsten 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Alemannia Aachen.

Seit Anfang der Woche steht Banovic aber wieder im Mannschafts training und damit bereit für einen Einsatz in Karlsruhe. „Wenn Bano fit ist, dann wird er auch spielen“, legt sich Bommer zwei Tage vor dem Duell gegen den Tabellenvorletzten der 2. Bundesliga fest.

Sollte es wider Erwarten doch Komplikationen geben, dann hat der Coach einen Plan B im Kopf. In diesem Fall würde Roger von der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld rücken, um dort Kruska zu ersetzen.

Trotzdem scheint klar: Für Rudi Bommer ist das nur Plan B. Denn der Coach will das Innenvertei diger-Duo Roger und Uwe Möhrle nicht auseinanderreißen. „Ich habe nach den Eindrücken des Aachen-Spiels keinen Grund, in der Abwehr zu wechseln“, versichert er.

Auch ansonsten setzt Bommer demonstrativ wieder auf jene Spieler, die auch gegen Aachen zum Einsatz gekommen sind, um deren Selbstvertrauen weiter zu stärken. Er will also erneut auf ein sehr flexibles Mittelfeld mit Daniel Adlung, Rok Kronaveter, Leonardo Bittencourt sowie Dennis Sörensen vertrauen.

„Das Rochieren haben die Spieler gegen Aachen vor allem in der zweiten Halbzeit gut umgesetzt. So in etwa stelle ich mir unser Spiel vor, auch wenn wir natürlich noch druckvoller agieren wollen“, erklärt Bommer.

Youngster Leo Bittencourt soll an diesem Donnerstag wieder ins Training bei Energie einsteigen. Er war in dieser Woche bei einem Lehrgang der U 19-Nationalmannschaft in der Sportschule Ruit, um sich für die EM-Quali fikationsspiele zu empfehlen.

Bittencourt, als 18-Jähriger mit Internet und Facebook quasi aufgewachsen, wird auch im DFB-Quartier die Diskussion der Energie-Fans mit Sicherheit ganz genau verfolgt haben.

Daumen hoch?

Trainer Rudi Bommer dagegen besitzt keinen eigenen Account beim sozialen Netzwerk. Er gibt ehrlich zu: „Bei Facebook kennen sich meine Kinder besser aus als ich.“ Wenn Energie am Freitag in Karlsruhe gewinnt, dürfte jedoch auch Bommer der erhobene Daumen von Energies Facebook-Gemeinde sicher sein.

Energie-Trainer Bommer:

„Karlsruhe ist viel nervöser

als wir. Sie stehen

mit dem Rücken zur Wand“

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