Mit einem neuen Spieler, aber auch vielen Sorgen reist ­Fußball-Regionalligist Energie Cottbus zum Testspiel beim VfB Krieschow an diesem Mittwoch um 19 Uhr (LR-Liveticker).

Das Duell der beiden ranghöchsten Vereine der Region verspicht so viel Spannung wie schon lange nicht mehr. Denn die Gastgeber haben in der vergangenen Oberliga-Saison viel Selbstvertrauen getankt und zuletzt mit dem 4:1-Sieg gegen den Cott­buser Liga-Konkurrenten ­Union Fürstenwalde einen Viertligisten ziemlich deutlich bezwungen.

Kann der VfB Krieschow also auch  Energie schlagen? „Für uns ist das in erster Linie ein weiteres super Vorbereitungsspiel gegen einen professionellen Gegner, der uns ordentlich ins Laufen bringen wird. Wir würden am liebsten jedes ­halbe Jahr gegen Energie spielen“, sagt VfB-Trainer Toni Lempke.

Und dennoch: Leistungs­mäßig ist der Abstand zwischen beiden Vereinen kleiner geworden. Platz sieben in der vergangenen Oberliga-Saison hat das Selbstvertrauen rund um den Sportpark in Krieschow weiter wachsen lassen. Mit dem 28-jährigen Martin Zurawsky wurde jetzt ein erfahrener Mittelfeldspieler von Union Fürstenwalde geholt. Dazu kommen die FCE-Youngster Nash-Daniel Amankona, Julian Baumgarten und Lukas Scholz als weitere Neuzugänge. „Wir waren noch nie so gut platziert in der Oberliga. Und unser Kader war noch nie so stark“, erklärt Lempke trotz des Abgangs von Leo Felgenträger zu Chemie Leipzig.

Dazu kommt: Viele Krieschower Spieler wurden im Nachwuchsleistungszentrum des FCE ausgebildet und dürften gegen ihren Ex-Klub auch diesmal hochmotiviert sein.

Bei Energie Cottbus ist der Kader für die am 27. August startende Regionalliga-Saison dagegen noch längst nicht komplett.  Das Team befindet sich nach wie vor im Neuaufbau. Immerhin vermeldete der FCE mit Felix Brügmann von Carl Zeiss Jena am Dienstag einen weiteren Neuzugang. Der 26-jährige Stürmer könnte künftig gemeinsam mit Routinier Dimitar Rangelov das Sturmduo bilden.

In der vergangenen Drittliga-Saison erzielte Brügmann insgesamt acht  Treffer für die Thüringer. Trotzdem hatte er ungeachtet des Vertrages bis 2020 keine Zukunft mehr in Jena. „Mit Felix Brügmann haben wir einen gestandenen Spieler für unser Sturmzentrum verpflichtet, der in Jena vor ­allem einige wichtige Tore erzielt hat“, betont Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Mit dem Neuzugang hat Energie Cottbus jetzt 18 Spieler im Kader – darunter allerdings auch diverse Youngster. Der Verein ist weiterhin auf der Suche nach mehreren Leistungsträgern, die möglichst zeitnah verpflichtet werden sollen. Dazu zählt unter anderem Tunay Deniz vom Berliner AK. Außerdem ist mit Robert Müller der Abwehrchef auch weiterhin verletzt.

Zudem will und muss der FCE in Krieschow eine Reaktion auf die deutliche 0:6-Niederlage beim VfL Wolfsburg II zeigen. In Wolfsburg war das Team am vergangenen Samstag klar unterlegen. „Grundsätzlich interessieren mich die Ergebnisse von Testspielen nicht. Wichtiger ist, dass man die richtigen Lehren aus Spielen wie in Wolfsburg zieht“, erklärt Wollitz zwar.

Aber der Coach weiß natürlich auch, dass die junge Mannschaft gerade jetzt im Neuaufbau dringend Erfolgserlebnisse benötigt, um Selbstvertrauen mit Blick auf den Liga-Auftakt gegen die VSG Altglienicke in gut einer Woche zu tanken. „Man muss realistisch sein: Das 0:6 in Wolfsburg hat die Dinge schon noch einmal ein Stück verändert. Zumal die Partie in Krieschow möglicherweise das letzte Spiel vor dem Start ist“, sagt Wollitz. Denn Energie hat noch immer keinen Kontrahenten für die geplante Generalprobe am Samstag gefunden.  

Auch deshalb kommt der Partie in Krieschow diesmal eine ­besonders große Bedeutung zu.

In der Donnerstag-Printausgabe der RUNDSCHAU gibt es das neue Mannschaftsfoto von Energie Cottbus für die Saison 2019/20.

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