Bei Energie-Trainer Stefan Krämer hängen die wilden Locken meist so weit ins Gesicht, dass man bei dessen Mimik etwas spekulieren muss: Doch auch beim Cottbuser Coach dürften am Samstag in Finsterwalde trotz des sechsten Sieges im sechsten Testspiel ein paar Sorgenfalten auf der Trainerstirn gestanden haben.

Gewiss hat es dem Coach nicht gefallen, dass sich Offensivmann Sven Michel bei seiner Auswechslung in der 75. Spielminute mit sichtbaren Schmerzen an den Oberschenkel fasste. Der 25-Jährige wurde sofort behandelt, es ist offenbar nur eine leichte Blessur. Doch zur Erinnerung: Michel hatte im Jahr 2015 bereits einige Spiele wegen hartnäckiger Oberschenkel-Probleme verpasst.

Den Ausfall des in Finsterwalde auffälligsten Cottbusers könnte der FCE angesichts der deutlich fehlenden Durchschlagskraft nur schwer kompensieren. Gegen die Dänen tat sich Energie schwer. Zu schnell ließen sich anfangs Patrick Breitkreuz oder Mounir Bouziane von der dänischen Abwehr die Butter vom Smörrebröd nehmen. Nach dem Wechsel brachten Torsten Mattuschka, Frederick Kyereh und vor allem Fabio Kaufmann etwas mehr Schwung. Fast zwangsläufig fiel der Siegtreffer auch über die rechte Seite: Kaufmann bereitete vor, Kyereh (81.) netzte ein.

Ein glücklicher Sieg - zumal die Dänen die besseren Chancen hatten. Dennoch erklärte Stefan Krämer: "Uns allen war klar, dass es am Ende der dritten Trainingswoche Phasen geben würde, die ein bisschen zäh sind. Wir haben aber die Führung gut verteidigt und wollten dieses Spiel auch unbedingt gewinnen. Es ist wichtig, dass diese Siegermentalität in der Mannschaft steckt." Doch kann Energie so auch in der 3. Liga gewinnen? Man braucht wohl keinen Friseur, um zu sagen, dass hinter Krämers Locken die Grübelei in Sachen Torgefahr derzeit auf Hochtouren läuft.