So ist die Lage:

Der FC Energie Cottbus hat im dritten Testspiel unter dem neuen Cheftrainer Sebastian Abt die erste Niederlage kassiert. Der FCE verlor am Samstag beim Oberligisten Hertha Zehlendorf deutlich mit 0:3 (0:1). Neu im Cottbuser Kader war Torhüter Jan Glinker, dessen Verpflichtung der Verein am Samstag-Vormittag bekanntgegeben hatte. Der 36-Jährige, der bei Union Berlin, 1. FC Magdeburg und Wacker Nordhausen gespielt hat, soll mit seiner Erfahrung das junge Torhüter-Team um Toni Stahl (20), Julian Simon (18) und Torwarttrainer Anton Wittmann (25) verstärken. Glinker kam in der zweiten Hälfte zum Einsatz. Bitter für Energie: Niklas Geisler musste bereits in der Anfangsphase angeschlagen raus. Nach ersten Informationen handelt es sich dabei aber nur um eine Schienbeinprellung.

So fielen die Tore:

1:0 Sebastian Huke (18./Elfmeter)

Der Schütze schießt den Ball genau in die Mitte, Torhüter Toni Stahl liegt im Eck und hat keine Chance.

2:0 Patrick Lux (75.)

Der Zehlendorfer zieht an der Strafraumgrenze ab und trifft genau unten links ins Eck. Der neue Energie-Keeper Jan Glinker ist machtlos.

3:0 Jason Rupp (79.)

Rupp vollendet einen perfekt herausgespielt Angriff, bei dem Energie immer zu spät kommt.

So ging Energie ins Spiel:

Trainer Abt musste auf die beiden angeschlagenen Profis Robert Müller und Tobias Eisenhuth verzichten. Er schickte für Müller dieses Mal Jonas Zickert in die Innenverteidigung. Ansonsten agierte Energie wie zuletzt schon gegen Chemnitz mit allen Leistungsträgern in der Startelf. Im Tor stand Toni Stahl, wohl auch ein Zeichen für die Rollenverteilung mit dem künftigen zweiten Keeper Jan Glinker.

So verlief das Spiel:

Energie hatte gegen den Tabellen-Vierten aus der NOFV-Oberliga Nord den Plan, mit klarem Spielaufbau über die Außenbahnen zum Erfolg zu kommen. Die Cottbuser übernahmen sofort die Spielkontrolle und hatten durch Moritz Broschinski (14.) eine gute Chance zur Führung.

Oberligist Zehlendorf jedoch schlug dann bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt eiskalt zu. Bei einem Foul an der Strafraumgrenze bescherte Schiri Kaltwaßer dem FCE die kalte Dusche – mit einem überraschenden Elfmeterpfiff. Sebastian Huke traf und Zehlendorf führte. Danach taten sich die Cottbuser etwas schwer, die Defensive des Gastgebers in Verlegenheit zu bringen. Kurz vor der Pause hätte Axel Borgmann (44.) per Kopf den Ausgleich erzielen können – verfehlte das Tor aber knapp.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild kaum. Energie mit viel Ballbesitz, aber nicht vielen gefährlichen Szenen. Nach einem Fünffach-Wechsel (62.) stellte der FCE auf eine Dreierkette in der Abwehr um, die war am Freitag im Training geübt worden. Niclas Erlbeck spielt dabei zentral, Jan Koch links und Damir Bektic rechts.

Dann hätte Colin Raak ausgleichen können – eigentlich sogar müssen. In der 70. Minute hätte er nach einem Beyazit-Schuss und dem Taz-Nachschuss den Ball nur noch ins leere Tor schieben müssen. Doch irgendwie blieb Raak da am Pfosten hängen, der Ball trudelte ins Aus.

Ab der 74. Minute spielte Energie dann in Unterzahl. Niclas Erlbeck sah für ein Foul im Mittelfeld die gelb-rote Karte, nachdem er in der ersten Hälfte nach einem taktischen Foul schon Gelb gesehen hatte. Kurz darauf kassierte Energie das zweite Gegentor (75.).

Danach mussten die Cottbuser aufpassen, dass die Niederlage nicht zu hoch ausfällt. Ein Pfostenschuss und eine von Glinker entschärfte Großchance deuteten schon an, dass Hertha noch nicht genug hat. In der 79. Minute kassierte Energie dann den dritten Gegentreffer. Insgesamt ein deftige Niederlage, die den FCE in den kommenden Tagen noch beschäftigen dürfte.

So sieht die Statistik aus:

Hertha Zehlendorf – Energie Cottbus 3:0 (1:0)

Hertha Zehlendorf: Sprint – Stein (46. Sait), Schröder, Rohana (46. Wegener), Dombrowe – Huke (62. Rupp), Can Cinar (46. Warwel), Hortum (62. Gevorgyan), Butendeich (46. Hirik) – Cami (46. Lux) – Stüwe

Energie Cottbus: Stahl (46. Glinker) – Flo. Brügmann, Zickert (62. Hoppe) , Koch, Borgmann (62. Meyer) – Erlbeck, N. Geisler (21. Bektic) – Broschinski (62. Yildirim), Rangelov (62. Raak), Taz – Fe. Brügmann (62. Beyazit)

Tore: 1:0 Huke (18./Foulelfmeter), 2:0 Lux (75.), 3:0 Rupp (79.); Zuschauer: 134, Schiedsrichter: Kai Kaltwaßer (Berlin); Gelbe Karten: -/ Borgmann; Gelb-Rot: - / Erlbeck (74.)

So geht es weiter:

Es ist nicht ganz klar, wie es für Energie Cottbus weitergeht. Eigentlich steht am 1. Februar der Punktspiel-Start beim FC Rot-Weiß Erfurt an. Doch bei den Thüringern gehen wohl spätestens am Montag die Lichter aus. Der Insolvenzverwalter kündigte an, dass er das Team vom Spielbetrieb abmelden werde, wenn sich bis dahin kein Investor gefunden habe. Energie ist deshalb schon auf der Suche nach einem möglichen Ersatzgegner, um im Rhythmus zu bleiben. Doch die Suche gestaltet sich schwierig, die meisten Teams haben ihren Testspiel-Kalender schon gefüllt. Der nächste fixe Termin ist bis dato das Energie-Heimspiel am Samstag, 8. Februar, gegen den ärgsten Regionalliga-Rivalen Lok Leipzig.

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