Klar, Claus-Dieter Wollitz ­polarisiert. Deshalb sind die Reaktionen auf seine emotionale Pressekonferenz nicht wirklich überraschend. Sie reichen von Verständnis für den Frust des Energie-Trainers wegen der Sperre im Spiel gegen Kaiserslautern bis hin zu Kopfschütteln.

Nun ist Wollitz – er hatte sich in Zwickau über den Schiri beschwert und eine Plexiglasscheibe beschädigt – nicht der erste Trainer, der mit einer Sperre belegt wird. Die Auslöser sind genauso vielfältig wie das Strafmaß des Deutschen Fußball-Bundes in vergleichbaren Fällen. Julian Nagelsmann warf 2017 eine Flasche in Richtung Tribüne und traf einen Fan. Er kam mit einer Ermahnung davon. Roger Schmidt wurde 2016 für zwei Partien gesperrt, weil er Nagelsmann als „Spinner“ bezeichnete. Am vergangenen ­Wochenende warf Schalke-Coach Huub ­Stevens dem Schiri böse Worte und noch bösere Blicke zu, weil er sein Team benachteiligt sah. Sanktionen? Keine.

Natürlich sollen Trainer immer Vorbild sein. Aber sie sind eben auch Menschen. Vor allem aber sind sie Trainer, die ihrem Team helfen wollen. Dass Wollitz ausgerechnet im Kampf um den Klassenerhalt auf die Tribüne muss, ist deshalb eine Höchststrafe – und eine Erklärung für seinen Frust.