Regionalliga Nordost: Umbruch bei Rot-Weiß Erfurt – Etat, Kader, Neuzugänge

Romario Hajrulla ist nur einer von vielen Abgängen beim FC Rot-Weiß Erfurt. Der Stürmer wird in der kommenden Saison das Trikot des neuen Drittligisten FC Energie Cottbus tragen. Aber wie sehen die weiteren Planungen aus?
Martin Herbst/Eibner-PressefotoDer FC Rot-Weiß Erfurt hat eine wechselhafte Saison hinter sich. Nach der hoch ambitionierten Regionalliga-Saison 2022/23, die man als Aufsteiger aus der Oberliga auf dem dritten Tabellenplatz abschloss, gab es in dieser Spielzeit weniger Grund zum Jubeln für die Thüringer. Am Ende sprang Platz 13 dabei heraus, elf Punkte über dem ersten Absteiger FC Hansa Rostock II.
Auch im Landespokal scheiterte man bereits im Viertelfinale am Ligakonkurrenten ZFC Meuselwitz. Im Kader scheint es einen Umbruch zu geben, denn viele Spieler des bisherigen Kaders werden nicht mehr Teil der Mannschaft sein.
Rot-Weiß Erfurt – die Abgänge
Der Abgang des Torjägers Romario Hajrulla zum FC Energie Cottbus stand schon länger zur Debatte. Vor Kurzem gab es dann die Einigung – Hajrulla wird in der kommenden Saison in der 3. Liga stürmen. Der Abgang wiegt schwer, aber die Rot-Weißen haben noch einige Abgänge mehr zu verkraften. Malcolm Badu wird die professionelle Bühne verlassen und zukünftig für den Oberligisten Lupo-Martini Wolfsburg spielen. Erik Weinhauer wechselt zum direkten Konkurrenten und Rivalen Carl Zeiss Jena. Und auch Dauerbrenner Artur Mergel wird in der kommenden Saison gegen seinen bisherigen Arbeitgeber spielen und dabei das Trikot des Chemnitzer FC tragen.
Die Verträge von Romain Gall, Caniggia Elva, Kay Seidemann, Kapitän Andrey Startsev, Kwabe Schulz und Keliano Tavares sind ausgelaufen und werden nicht verlängert. Mit Paul Lehmann (SG Dynamo Dresden) und Noa-Gabriel Simic (Borussia Dortmund) kehren zwei Leihspieler zu ihren Stammvereinen zurück. Der RWE verliert also bereits in Summe mehr als eine ganze Mannschaft.
Rot-Weiß Erfurt – die Neuzugänge
Auf der Seite der Neuzugänge sieht es bisher noch karg aus. Pascal Manitz ist Torwart aus dem eigenen Nachwuchs und sammelte auch bereits Spielpraxis in der Regionalliga Nordost. Er wird in die erste Mannschaft berufen. Zudem wurde mit Lorenz Otto (SSV Ulm) ein weiterer Torwart verpflichtet. Otto spielte im Nachwuchs bereits für den FC Rot-Weiß Erfurt, ehe es ihn in das Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Kaiserslautern zog.
Die neue Sturmhoffnung des FC Rot-Weiß Erfurt ist Ömer Uzun. Der Mittelstürmer erzielte in der vergangenen Saison zehn Treffer in 26 Spielen für Rot-Weiß Ahlen in der Regionalliga West. Der 24-Jährige stammt aus dem Nachwuchs des VfL Bochum und war zwei Jahre als Profi in der Türkei aktiv. Dabei spielte er unter anderem für Kayserispor in der erstklassigen Süper Lig und erzielte einen Treffer gegen das Topteam Trabzonspor. Er soll die schwerwiegenden Abgänge in der Erfurter Offensive kompensieren.
Ebenfalls mit der Empfehlung von zehn Treffern kommt Andy Trübenbach. Der erfahrene Knipser kommt vom Nachbarn aus Meuselwitz nach Erfurt. In der abgelaufenen Saison erzielte der 32-Jährige in 28 Ligaspielen zehn Treffer und bereitete acht weitere vor. Zudem spielte Trübenbach in der ersten Ausgabe der Baller League.
Mit Paul Kämpfer kehrt zudem ein Leihspieler zurück, der eine erfolgreiche Zeit in der Oberliga beim VfB Auerbach hatte. In 26 Spielen netzte der 20-Jährige gleich 19 Mal. Zwei Spiele wird er in der Oberliga Süd in dieser Saison noch absolvieren.
Rot-Weiß Erfurt – die finanzielle Lage
In Summe verliert der FC Rot-Weiß Erfurt aber ordentlich an Qualität. Zwei wichtige Sponsoren sind dem Thüringer Club laut Informationen des Kicker weggebrochen, weshalb der Etat um etwa 100.000 Euro geringer sein wird als noch im Vorjahr. In Summe geht der Verein aktuell von einem Etat von 800.000 Euro für den Spielbetrieb der ersten Mannschaft aus.



