Regionalliga Nordost
: Provokation bei Jena gegen Erfurt – Thüringen-Derby vor Abbruch

In der Regionalliga Nordost gibt es im Thüringen-Derby zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss unschöne Szenen im Erfurt-Block, die andere Zuschauer gefährden und das Spiel beinahe vorzeitig beenden.
Von
Peter Mertes
Jena
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Lokalduell: Beim Thüringen-Derby zwischen Carl Zeiss und Rot-Weiß Erfurt ging es in der Regionalliga Nordost erwartet eng zu. Neben dem Platz gab es aber hässliche Szenen, die Zuschauer gefährdeten.

IMAGO/CF

Obwohl es für beide Teams diese Saison in der Regionalliga Nordost weder um Aufstieg noch um Abstieg geht, war das Thüringen-Derby zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt das mit Spannung erwartete Topspiel des 26. Spieltages. Für beide Teams ging es schließlich um die wichtige Frage: Wer ist die Nummer 1 in Thüringen?

Zwischenzeitlich schien die Frage aber nicht sportlich beantwortet werden zu können, denn neben friedlichen Choreos bot auch Pyrotechnik den Rahmen des Spiels und sorgte in der zweiten Halbzeit beinahe für einen Spielabbruch. Aus dem Erfurter Fanblock flogen gut zehn Minuten vor Schluss Wurfgeschosse und Raketen in den nahe gelegenen Block A der Haupttribüne, wo auch Familien mit Kindern saßen. Während diese den betroffenen Bereich schnell verließen, positionierten sich dort einige Jena-Ultras und provozierten die Erfurter.

Das Spiel ist über 30 Minuten unterbrochen

Jena-Präsident Ralph Grillitsch sagte im MDR, dass es „schade“ sei, dass sich die eigenen Fans so provozieren ließen. Nach fast einer viertelstündigen Unterbrechung machte sich Jena-Kapitän Bastian Strietzel auf den Weg zu den eigenen Fans, um zu deeskalieren. Seine Worte schienen den gewünschten Effekt zu bringen, denn einige Minuten später verließen die Carl Zeiss-Fans den Block. Insgesamt war die Partie für etwas mehr als eine halbe Stunde unterbrochen. Bei nur einem weiteren Vorkommnis hätte Schiedsrichter Michael Näther das Spiel abgebrochen. Schon vor dem Spiel hatte es Ausschreitungen gegeben, als Jena-Fans bei einem nicht angemeldeten Fanmarsch den Polizeianweisungen nicht folgten.

Auf dem Rasen blieb das Derby fair, bot aber mit Nickeligkeiten und intensiven Zweikämpfen den typischen Derby-Charakter. Kontrollierte Angriffe gelangen beiden Mannschaften nur selten. Dass die Führung für Jena aus einem Standard fiel, überraschte deshalb kaum: Justin Petermann zog einen Freistoß vom linken Flügel scharf in Richtung Tor, der Ball flog knapp an Freund und Feind vorbei und landete im Netz (21.). Ansonsten standen die Mannschaften aber diszipliniert und ließen aus dem Spiel heraus kaum etwas zu. Erst kurz vor der Pause wurde es wieder spannend vor den Toren, erst verpasste Romario Hajrulla nach einer Ecke nur knapp den Erfurter Ausgleich (45.+1), dann auf der Gegenseite Elias Löder nach einer schönen Einzelleistung das 2:0 für Jena (45.+2).

Aus dem Spiel heraus passierte auch nach Wiederanpfiff wenig, doch die Erfurter Abwehr half Jena mit einem Gastgeschenk. Lucas Zeller spielte im eigenen Strafraum einen folgenschweren Querpass auf Torwart Lukas Schellenberg, der das ungenau und zu scharf gespielte Leder nicht verarbeiten konnte. Elias Löder ging dazwischen und der Ball prallte von seinem Schienbein ins Netz (62.). Den prompten Anschlusstreffer verpasste Daniel Muteba, der plötzlich im Jenaer Strafraum auftauchte (64.). Erik Weinhauer machte es besser und verkürzte nach einer flachen Hereingabe auf 1:2 (72.). Die aufkeimende Hoffnung machte Elias Löder aber schnell zunichte, Jenas Offensivspieler nutzte einen Konter zum 3:1 (75.) – es war das 18. Saisontor des 23-Jährigen und gleichzeitig der Endstand des Derbys.

Tabelle der Regionalliga Nordost

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