Regionalliga Nordost: Kantersieg für Jena, Fan-Ansage in Erfurt – die Stimmung vor dem Derby

Auswärtssieg: Carl Zeiss Jena und Elias Löder haben in der Regionalliga Nordost beim Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin viel Grund zu jubeln. Die Mannschaft geht mit guter Form ins Thüringen-Derby gegen Rot-Weiß Erfurt.
IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Luciano LimaDas Wort Machtdemonstration wird gerne überstrapaziert, aber was Carl Zeiss Jena am Sonntag (10. März) in der Regionalliga Nordost gegen Viktoria Berlin zeigte, kann getrost so bezeichnet werden. Gegen den Tabellenvierten gewannen die Thüringer nicht einfach nur, sondern zauberten beim 5:1-Auswärtssieg eine Glanzleistung auf den Rasen.
Mit gerade einmal 21 Gegentoren hatten die Berliner vor dem Spieltag die drittbeste Abwehr der Liga gestellt, doch dem Jenaer Sturmlauf war die sonst so sattelfeste Defensive nicht gewachsen. Schon nach einer halben Stunde führten die Gäste mit 3:0 und hätten sogar noch mehr Tore schießen können.
Elias Löder trifft erneut für Carl Zeiss Jena
Glänzender Mann bei den Thüringern war erneut Elias Löder, der von Drittligist Hallescher FC ausgeliehen ist. Mit seinem Doppelpack gegen die Viktoria erzielte der 23-Jährige die Saisontore 15 und 16. Löder führt damit die Torschützenliste der Liga vor Rufat Dadashov (BFC Dynamo), Tim Heike (Energie Cottbus) und Soufian Benyamina (Greifswalder FC) an, die alle je auf 14 Treffer kommen. Mit dem Sieg in Berlin rückt Carl Zeiss Jena auf Platz 7 vor und überholt damit den Thüringer Rivalen Rot-Weiß Erfurt. Am kommenden Spieltag (16. März, 16 Uhr) steht in Jena das Derby der beiden Mannschaften an.
Die Erfurter waren am Freitagabend nicht über ein 2:2 beim Abstiegskandidaten FC Eilenburg hinausgekommen, erst in der Nachspielzeit hatte Romain Gall den Erfurtern mit seinem Treffer überhaupt einen Punkt gesichert (90.+4). Zuvor hatte RWE kurz vor der Pause eine Führung innerhalb von drei Minuten verspielt (40./43.), zudem hatte Artur Mergel einen Foulelfmeter verschossen (21.). Nach der Partie bekamen die Erfurter Spieler vor der Fankurve eine deutliche Ansage von einem Ultra, der zu der Mannschaft in den Innenraum gekommen war.
„Er hat gesagt, nächste Woche ist Derby, das ist das Spiel des Jahres“, berichtet Erfurts Kapitän Andrey Startsev. „Das bedeutet für die Fans alles, das bedeutet für uns alles. Die Fans wollen eine Reaktion sehen.“ Trainer Fabian Gerber forderte ähnliches: „Ich habe gesagt, dass ich einfach mehr Einsatz sehen will, mehr Leidenschaft, mehr Gegenwehr – und das nicht nur 20, 30 Minuten.“ Ansonsten könnte es aus Erfurter Sicht ein bitteres Derby werden.

