Es war ein ganz bitterer Nachmittag für den FC Energie Cottbus und vor allem für Tobias Röder. Mit dem 25-jährigen Video-Analysten auf der Bank als Vertreter des gesperrten Trainers Claus-Dieter Wollitz kassierte der FCE eine 1:4 (0:0)-Niederlage beim BFC Dynamo. Für die Lausitzer war es gleichzeitig die höchste Niederlage in dieser Spielzeit.
Ebenfalls bitter: Mit einem Sieg wäre Energie am Berliner AK vorbeigezogen und hätte erstmals in dieser Saison die Tabellenführung der Fußball-Regionalliga Nordost übernommen. Insgesamt konnten die Gäste nicht an ihre guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen.

Vier Gegentore für Energie Cottbus

Dabei lagen sie vor 2543 Zuschauern im Sportforum in Hohenschönhausen nach der torlosen 1. Halbzeit noch einigermaßen auf Kurs. Nach der Pause machte der BFC Dynamo dann jedoch viel Druck – Energie entglitt die Partie nun komplett. Cedric Euschen in der 54. Minute und Amar Suljic (69.) sorgten für die Berliner 2:0-Führung. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Ali Abu-Alfa (69.) fiel prompt der dritte BFC-Treffer durch Suljic (70.). Max-Peter Klump sorgte für den 4:1-Endstand (90.).
In dieser 2. Halbzeit war Energie Cottbus nur noch bedingt anwesend. Bei der anschließenden Pressekonferenz fehlte der FCE dann sogar komplett. Dies hätte man aufgrund des Fehlens von Wollitz auch im Falle eines erfolgreichen Spielausganges so gehandhabt, teilte Vereinssprecher Stefan Scharfenberg-Hecht mit.
„Wir hatten zu viele einfache Ballverluste, besonders in dem Bereich etwa 25 Meter vor dem gegnerischen Tor. Damit haben wir dem Gegner Möglichkeiten gegeben und ihn stark gemacht“, analysierte Tobias Röder gegenüber der Rundschau. „In der Zeit kurz nach der Halbzeit haben wir dem Gegner in die Karten gespielt, weil wir zu selten die Tiefe bespielt haben. Stattdessen haben wir die Bälle in die Räume gespielt, wo sie uns pressen wollten. So sind wir unter Druck geraten.“
Weil er im Heimspiel gegen den Greifswalder FC die vierte Gelbe Karte gesehen hatte, durfte Claus-Dieter Wollitz nicht wie gewohnt auf der Bank sitzen. Von wo aus der gesperrte Trainer die Partie gegen den BFC Dynamo verfolgte, gab der Verein nicht bekannt. Nach Informationen der Rundschau hat Wollitz aber noch die Ansprache an die Mannschaft in Cottbus gehalten.
Abwehrspieler Jonas Hildebrandt wollte das Fehlen des Trainers nicht als Ausrede für die mittlerweile schon dritte Niederlage im siebten Auswärtsspiel gelten lassen. Und er nahm auch den jungen Wollitz-Vertreter auf der Bank in Schutz. „Nicht der Trainer steht auf dem Feld, sondern wir Spieler“, erklärte er. Und auch Kapitän Axel Borgmann versicherte, dass der Trainer die Mannschaft gut eingestellt habe. „Wir haben individuelle Fehler gemacht, die Abstimmung in der Abwehr hat dabei nicht gepasst. Außerdem hat uns heute die Durchschlagskraft in der Offensive gefehlt“, benannte Borgmann als Ursachen für die Niederlage.

Premiere für Tobias Röder

Tobias Röder sagte über seine Premiere als Verantwortlicher auf der FCE-Bank: „Es war nicht so viel anders, als ein Spiel mit Pele. Der Fokus war wie in jedem anderen Spiel auch, aber die Anspannung war deutlich größer.“
Das Positive aus Cottbuser Sicht: In der Tabelle ist trotz dieser Niederlage nicht viel passiert, weil fast alle Spitzenteams an diesem Wochenende patzten.
BFC Dynamo – Energie Cottbus 4:1 (0:0)
BFC Dynamo: Sommer – Reher, Duncan, Blum – Kleihs, Brandt – Ekalle, Pollasch (80. Tiliudis), Geurts (87. Klump) – Beck, Euschen (87. Zogjani).
Energie Cottbus: Bethke – Hasse, Slamar, Hildebrandt, Borgmann – Kujovic, Hofmann (62. Eisenhuth), Oesterhelweg (62. Abu-Alfa) – Badu (76. Geisler), Hottmann, Wähling (76. Juckel).
Tore: 1:0 Euschen (54.), 2:0 Suljic (61.), 2:1 Abu-Alfa (69.), 3:1 Suljic (70.), 4:1 Klump (90.); Schiedsrichter: Butterich (Adelhausen); Zuschauer: 2543; Gelbe Karten: Brandt, Duncan, Blum, Trainer Backhaus, Suljic/Hofmann, Slamar.